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Zur Konferenzreihe

Das IRES-Symposium wurde im Jahr 2014 als Ergänzung zur IRES-Konferenz ins Leben gerufen. Die Tagesveranstaltung ergänzt die Konferenzreihe mit der Präsentation und Diskussion politischer und finanzieller Rahmenbedingungen. In Kooperation mit der EnergieAgentur.NRW und der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen beim Bund findet die jährliche Veranstaltung in Berlin statt.

IRES-Symposium 2016

Das bei der Pariser Klimakonferenz verabschiedete  1,5 °C  Ziel kann nur mit einer stetigen Dekarbonisierung aller Sektoren gelingen. Dies setzt einen massiven Ausbau erneuerbarer Energien voraus um auch die bisher vernachlässigten Sektoren Wärme, Verkehr und Industrie möglichst emissionsfrei zu  versorgen. Vor diesem Hintergrund werden  Flexibilitätsoptionen wie Demand Side Management (Laststeuerung), KWK-Anlagen, Smart Grids, virtuelle Kraftwerke, und insbesondere Sektorkopplungstechnologien wie Power-to-Heat, Power-to-Gas sowie Stromspeicher immer bedeutender für das Gelingen der Energiewende.

Speicher und Power to X- Lösungen werden ein wesentlicher strategischer Baustein der Energiewende sein. Nach wie vor gibt es aber weder genügend Fördermöglichkeiten noch ausreichende Kräfte für die erfolgreiche Marktintegration. Die bisherige Regulierung lässt derzeit nicht zu, Speicher marktorientiert und netzdienlich zu betreiben. Um einen fairen Wettbewerb der Flexibilitätsoptionen zu gewährleisten, bedarf es angemessenen Rahmenbedingungen und der Befreiung von vorhandenen Restriktionen.

 

Fotos

Die Bilder der Veranstaltung finden Sie auf dem EUROSOLAR Flickr-Account.

 

Nachbericht

Am 1. Dezember 2016, diskutierten über 120 TeilnehmerInnen die politischen Rahmenbedingungen und die Wettbewerbsbedingungen von Speichertechnologien auf dem 3. IRES-Symposium in Berlin. EUROSOLAR e.V. organisierte das Symposium erneut in Kooperation mit der EnergieAgentur.NRW als Ergänzung zur IRES-Konferenzreihe.

EUROSOLAR-Präsident Prof. Peter Droege verdeutlichte die Dringlichkeit, Speicher für den Erfolg der Energiewende zu nutzen: „Mit einer dezentralen Energiewende bereiten wir dem fossilen Zeitalter ein Ende. Die dazu erforderlichen Speichersysteme brauchen Marktbedingungen, die die Integration erleichtern. Unsere IRES-Konferenzen zeigen, dass schon heute herausragende Speichermöglichkeiten bestehen.“ Darüber hinaus machte er noch einmal deutlich, welche friendenspolitischen Argumente für eine dezentrale und weltweite Energiewende sprächen.

Lothar Schneider, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW betonte in seinen Grußworten noch einmal die aktuellen Herausforderungen der Energiewende. Wir stünden nicht bloß vor einer technischen Herausforderung, sondern ebenso vor einer notwendigen strukturellen Veränderung. Die Energieversorgung von morgen müsse systemisch gedacht werden und das bedeute, die Sektoren Strom, Wärme und Verkehr zunehmend miteinander zu verzahnen. Nur so könne zum Beispiel volkswirtschaftlich effizient mit Versorgungsspitzen umgegangen werden.

Das Tagesprogramm der Veranstaltung bot einen facettenreichen Einblick in den aktuellen Stand der Wissenschaft sowie politische Diskussionen um die Speicherung Erneuerbarer Energien. In seiner Keynote leitete Prof. Dr. Volker Quaschning von der HTW Berlin aus den Pariser Beschlüssen zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels die dafür notwendigen Ausbauziele für Wind- und PV-Anlagen ab. Die Ausbauziele der Bundesregierung müssten um ein Vielfaches erhöht werden. Er kritisierte unter Anderem die „planlosen politischen Manöver“, die Energiewende und Klimaschutz zuletzt umgaben und forderte eine „mutige und vorausschauende Politik, die eine vollständig kohlendioxidfreie Energieversorgung in allen Sektoren bis spätestens 2040 ermöglicht“.

Die Übersichtsvorträge von Prof. Dr. Dirk-Uwe Sauer von der RWTH Aachen, Prof. Dr. Christian Doetsch vom Fraunhofer Institut UMSICHT sowie Prof. Dr. Michael Sterner von der OTH Regensburg widmeten sich der technischen Seite von Speichern und beleuchteten den aktuellen wissenschaftlichen Stand von Batteriespeichern, Thermischen Speichern und Power-to-X Technologien. Dabei stellten die Referenten die jeweilige Bedeutung der unterschiedlichen Technologien für die Konvergenz der Energiemärkte dar, die – oftmals als Sektor(en)kopplung tituliert – als ein notwendiges Kernelement einer erfolgreichen Energiewende gilt.

Im Anschluss begann der politische Abend mit einem Impuls von Peter Knitsch, Staatssekretär im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, der den Vortrag von Umweltminister Johannes Remmel kurzfristig übernahm. Bislang stünden bundespolitische Hemmnisse dem Durchbruch von innovativen Speichertechnologien entgegen. Er forderte daher klare Definitionen, Strategien – und einen angepassten Rechtsrahmen gerade auch für Speicher. Hier fehlten nach seiner Einschätzung besonders auf Bundesebene die notwendigen Vorgaben, insbesondere eine umfassende Markteinführungs- und Forschungsstrategie.

Im zweiten Impuls kritisierte Prof. Ingo Stadler pointiert die Behäbigkeit der Bundes- und Landesregierungen und verdeutlichte den immer noch währenden Einfluss der Lobby der fossil-atomaren Energieversorger. Anhand einer Gegenüberstellung von Pressezitaten machte er mit kabarettistischem Ehrgeiz und Witz die Widersprüchlichkeit der aktuellen öffentlichen Diskussion deutlich. Diese mache selbst vor der Umkehrung physikalischer und mathematischer Axiome nicht halt. Er erklärte: „Alle Technologien für die Realisierung des Umstiegs auf 100% Erneuerbare Energien stehen zur Verfügung“. Es fehle vor allem politischen Willen, die bestehende Technik endlich zu nutzen.

Danach diskutierten Dr. Ralf Sitte aus dem BMWi, Eva Bulling-Schröter von DIE LINKE, Michael Sterner vom OTH Regensburg, Dr. Nina Scheer von der SPD, Dr. Joachim Pfeiffer von der CDU und Prof. Dr. Claudia Kemfert vom DIW in Berlin über den Wettbewerb der Flexibilitätsoptionen. In Hinsicht auf die Bundestagswahl wurde zunächst über das aktuelle politische Klima in Berlin gesprochen. Während Herr Dr. Pfeiffer betonte, dass die Effizienzfrage vor dem Ausbau mit Erneuerbaren berücksichtigt werden müsse, betonten Bulling-Schröter und Scheer die Notwendigkeit, aus der Kohle auszusteigen, um die Klimaschutzziele zu erreichen und die Ziele der Energiewende erreichen zu können. Dabei müsse eine echte Besteuerung des Schadstoffausstoßes die durch den Emissionshandel nicht erreichte Lenkungswirkung im Energiemarkt entfalten. Nach zahlreichen Fragen aus dem Publikum endete das dritte Symposium mit dem gemeinsamen Ausklang und vertiefenden Gesprächen im Foyer der Landesvertretung.

Wir möchten und ganz herzlichen bedanken bei Craig Morris für die Moderation des Tages, bei Prof. Dr. Sauer für die Moderation der Diskussionsrunde, beim Team von Prof. Stadler für das Filmen der Vorträge  und bei der EnergieAgentur.NRW und der Landesvertretung NRW für eine weitere tolle Veranstaltung und die ausgezeichnete Zusammenarbeit.

 

Veranstaltungsort

 

Vertretung des Landes NRW beim Bund
Hiroshimastraße 12 - 16,
10785 Berlin