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Zeit zur Umkehr PDF Drucken E-Mail
atomkraftwerk120.jpgBonn, 14. März 2011

Die ewigen Synonyme für den Schrecken des Atomkriegs sind Hiroshima und Nagasaki. Ein Synonym für das Grauen ziviler Atomkatastrophen war bisher Tschernobyl. Nun gibt es ein zweites: Fukushima.

Die Japaner haben aus Hiroshima und Nagasaki nicht gelernt. Sie gründeten ihr Wirtschaftswachstum und ihre Industriemacht auf Atomenergie. Sie betreiben 55 Atomkraftwerke und planen zwölf neue. Zwar ist Japan der IRENA beigetreten, aber das Denken in  Erneuerbaren Energien ist dort nicht sonderlich fortgeschritten.

Das Erdbeben und der Tsunami waren Naturkatastrophen. Die Explosion im Atomreaktor Fukushima aber war menschengemacht. Diese Tatsache verdrängen diejenigen Politiker, die uns nun mit dem lächerlichen Argument zu beschwichtigen versuchen, "bei uns" bestehe "keine Gefahr".

Welch ein Unfug. Atomanlagen sind höchst gefährlich, nicht nur in wirtschaftlichen Ballungsräumen. Was in Three Miles Island und in Forsmark geschah und nun in Japan geschieht, beweist nur einmal mehr, wie verletzbar diese angeblich sichere Technologie ist – nicht nur durch Erdbeben oder Überschwemmungen, sondern auch durch menschliches Versagen oder durch Terrorismus. In jedem Atomkraftwerk steckt ein Fehlerpotential, das eine irreversible Katastrophe für die gesamte Zivilisation auslösen kann. Nun sind die Risiken einmal wieder erkennbar geworden.

Die Lehre daraus ist: Die Menschheit darf nicht so weitermachen wie bisher und ihre waghalsigen Versuche fortsetzen, Naturgewalten zu bändigen. Stattdessen muss sie sich auf die natürlichen Quellen besinnen und von atomaren Energien Abschied nehmen. Nach dem Schock von Fukushima müssen alle Kräfte darauf konzentriert werden, den vollständigen Wechsel zu Erneuerbaren Energien weltweit zu beschleunigen.

Noch ist Zeit zur Umkehr. Die Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke in Deutschland müssen rückgängig gemacht werden. Der Ausstieg aus der Atomkraft muss schnell und konsequent fortgeführt werden. Eine umfassende Alternative sind die Erneuerbaren Energien. Deren elementare Bedeutung für die Zukunft ist längst erkannt. Und Konzepte sind reichlich vorhanden. Jetzt muss politisch gehandelt werden – im Interesse der Weltgesellschaft.

Axel Berg, Vorsitzender der deutschen Sektion von EUROSOLAR
 
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