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Luftschloss CO2-freies Kohlekraftwerk PDF Drucken E-Mail
(c) photocase.comPressemitteilung von Hans-Josef Fell, MdB, Vize-Präsident von EUROSOLAR, 29. Mai 2006

Zum Spatenstich des ersten "CO2-freien Kohlekraftwerkes" durch Kanzlerin Merkel erklärt Hans-Josef Fell, MdB, Vizepräsident von EUROSOLAR: "Die Vision der CO2-freien Kohlekraftwerke ist ein Luftschloss, welches in den nächsten 20 Jahren nicht in großem Maßstab verwirklicht werden kann. Es dient lediglich dazu, der schmutzigsten und klimaschädlichsten Energieform Kohle einen umweltfreundlichen Anstrich zu versehen und um daraus eine Legitimation zur weiteren Kohlenutzung abzuleiten.

Damit bleiben Kohlekraftwerke als Hauptemittenten von CO2 heute am Netz, ja es werden sogar weitere zugebaut, weil man irgendwann angeblich das CO2 abscheiden können. CO2-freie Kraftwerke tragen damit auf absehbare Zeit nicht zum Klimaschutz bei.

So werden in den nächsten Jahrzehnten aus Kohlekraft weiter riesige CO2-Mengen in eine bereits heute überlastete Atmosphäre gepustet, statt die Kohlekraftwerke Zug um Zug durch Erneuerbare Energien und Energieeinsparung zu ersetzen. Die Investitionen in CO2-freie Kohlekraftwerke sind hoch und fehlen für den beschleunigten Ausbau der Erneuerbare Energien. Dabei hat die Branche der Erneuerbaren Energien längst bewiesen, dass sie Wachstumsraten erzeugen können, die in wenigen Jahrzehnten einen völligen Umbau der Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien schaffen könnten.

CO2-freie Kohlekraftwerke lösen nicht die anderen Probleme der Kohle, wozu auch das Abbaggern von Dörfern und Landschaften im Braunkohle-Tagebau oder Bergsenken im Steinkohlebergbau gehören. Mehr noch: Aufgrund der deutlich schlechteren Wirkungsgrade werden Kohle-Kraftwerke mit CO2-Abtrennung deutlich mehr Kohle verbrennen. Die mit Abstand intelligenteste Form der CO2-Bindung bei der Kohle besteht darin, die Kohle da zu lassen, wo sie ist - unter dem Boden.

Kanzlerin Merkel wäre gut beraten, viele Windparks, Solar-, Wasser- oder Erdwärmekraftwerke einzuweihen. Diese sind wirklich CO2-frei, stehen heute bereits im industriellen Maßstab zur Verfügung und brauchen keine aufwändige und unsichere CO2-Deponierung.“
 
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