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3. Aachener Anwenderforum für Bioenergie-Nutzung in Stadt und Region PDF Drucken E-Mail
3. Aachener Anwenderforum für Bioenergie-Nutzung in Stadt und Region veranstaltet von EUROSOLAR in Kooperation mit den Stadtwerken Aachen AG unter der Schirmherrschaft von Eckhard Uhlenberg, Minister für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
02. - 03. Mai 2007, Aachen, forum M/Mayersche Buchhandlung

Biomasse regional noch besser nutzen

Rund 150 Teilnehmer von Stadtwerken und Projektplanern, aus Landwirtschaft und Forschung, trafen sich vom 02. bis 03. Mai 2007 im Aachener forum M zum Erfahrungsaustausch in Sachen dezentraler Bioenergie-Nutzung. Die durchweg anspruchsvollen und praxisnahen Beiträge machten deutlich, dass zwar die energetische Nutzung von Biomasse in lokalen Kreisläufen immer attraktiver wird, gleichzeitig aber noch viele Hürden zu überwinden sind. So forderte Dr. Dieter Attig, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Aachen (STAWAG) ein Biogas-Einspeisungsgesetz in Anlehnung an das Erneuerbare-Energien-Gesetz im Stromsektor.

Das 3. Aachener Anwenderforum machte deutlich, dass die Einspeisung von aufbereitetem Biogas in bestehende Erdgasnetze dringend erleichtert werden müsse, um die regional weit verbreiteten Potenziale besser nutzen zu können. Dr. Hermann Scheer, Präsident von EUROSOLAR und Träger des Weltpreises für Bioenergie, machte in seinem Abendvortrag deutlich, dass nur durch die dezentrale Energienutzung, insbesondere von Bioenergie, Konzepte der Energieautonomie Erfolg hätten.

PublikumAuch kontroverse Fragen wie eine mögliche Flächenkonkurrenz von Nahrungsmittelproduktion und nachwachsenden Rohstoffen wurde debattiert. Während Energiepflanzen bei regional integrierter, nachhaltiger Nutzung eine auch ökologisch sinnvolle Bereicherung der Fruchtfolgen darstellen könnte und die Wertschöpfung der bäuerlichen Landwirtschaft begünstige, gefährdeten die herrschenden Strukturen der internationalen Agrarmärkte sowohl die Umwelt als auch die Nahrungsmittelproduktion insbesondere in den Schwellen- und Entwicklungsländern.

Eine klare Absage erteilten Teilnehmer und Referenten des Anwenderforums den Quotensystemen für Bioenergie, wie z.B. im deutschen Biokraftstoffsektor oder im belgischen Stromsektor. Diese hochbürokratischen Fördersysteme würden den dezentrale Ausbau in Bauernhand unnötig verkomplizieren. Landwirte würden zu bloßen Zulieferern von Biomasse auf den etablierten Energiemärkten.

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Programm

Während die Abhängigkeit Europas von Energieimporten immer deutlicher wird, schaffen Stadtwerke, Land- und Forstwirte, Kommunen und Mittelständler vor Ort einfach selbst Versorgungssicherheit: mit Bioenergie. Als klimaschonender Alleskönner bewährt sich diese heimische erneuerbare Energie zunehmend in der Strom-, Wärme- und Treibstoffproduktion.

Weil die Kosten für fossile Energieträger stetig weiter wachsen, setzen immer mehr lokale Energieversorger auf die dezentrale Nutzung von Biomasse, um die Verbraucherpreise zu stabilisieren. Gleichzeitig wird die Bioenergie zum Motor einer Regionalentwicklung, die die lokale Wertschöpfung fördert und Wirtschaftskreisläufe schließt.

Voraussetzung für den erfolgreichen Ausbau der Bioenergie-Nutzung sind jedoch starke Kooperationen der Akteure vor Ort, vom Anbau der Biomasse über Energie-Erzeugung und Netzintegration bis zur Vermarktung. Zunehmend stellt sich auch die Frage, wie sich der Ausbau der Bioenergie zukünftig auf die Nutzung landwirtschaftlicher Anbauflächen auswirkt.

Das Aachener Anwenderforum für Bioenergie-Nutzung bietet seit 2003 eine Plattform für den praxisnahen Erfahrungsaustausch. Inhaltlicher Schwerpunkt der diesjährigen Veranstaltung von EUROSOLAR und STAWAG sind Erzeugung, Aufbereitung und Einspeisung von Biogas in die Erdgasnetze und die damit verbundenen Herausforderungen.

Programm 3. Aachener Anwenderforum für Bioenergie-Nutzung in Stadt und Region (pdf) Programm 3. Aachener Anwenderforum für Bioenergie-Nutzung in Stadt und Region (pdf)

Mittwoch, 02. Mai 2007

Irm Pontenagel 13 Uhr
Eröffnung der Tagung und Moderation
Irm Pontenagel, Geschäftsführerin EUROSOLAR
Gisela Nacken
Grußwort
Gisela Nacken, Dezernentin für Planung und Umwelt der Stadt Aachen
Dr. Ludger Wilstacke
13.10 Uhr
Eröffnungsrede 1: Bioenergie als Teil der Energie-, Umwelt- und Landwirtschaftspolitik in NRW
Dr. Ludger Wilstacke, Abteilungsleiter, Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
Dr. Dieter Attig
13.40 Uhr
Eröffnungsrede 2: Bioenergie und lokale Energiedienstleister
Dr. Dieter Attig, Vorstandsvorsitzender der STAWAG - Stadtwerke Aachen AG


Block 1: Bereitstellung von Biomasse

Dr. Christian Julius
14.20 Uhr
Anbau- und Lieferkonzepte für die Bio-Erdgas-Anlagen der Stadtwerke Aachen
Dr. Christian Julius, STAWAG Energie GmbH
Cornelia Reuther
14.40 Uhr
Kooperationsmodelle zur Bioenergienutzung in NRW
Cornelia Reuther, EnergieAgenturNRW, Kompetenznetzwerk Biomasse, Düsseldorf

Podium
15 Uhr
Diskussion und Pause
Ralf Block
15.30 Uhr
Regionale Synergieeffekte durch kooperative Modelle zur Biogaserzeugung am Beispiel der Biogasanlage Straelen
Ralf Block, BIGATEC Ingenieurbüro für Bioenergie, Rheinberg
Prof. Dr. Konrad Scheffer
15.50 Uhr
Steigerung der Flächen- und Konversionseffizienz bei der Nutzung von Biomasse
Prof. Dr. Konrad Scheffer, Institut für Nutzpflanzenkunde (INK), Universität Kassel
Ralf Langer
16.10 Uhr
Die Forstwirtschaft als Partner für die Biomassebeschaffung
Ralf Langer, Landesbetrieb Wald und Holz NRW, Münster
Dr. Ralf Pude
16.30 Uhr
Anbauerfahrungen und Nutzung von lignozellulosereichen Großgräsern wie Miscanthus
Priv.-Doz. Dr. Ralf Pude, Lehr- und Forschungsstationen der Universität Bonn
Levon Sergis-Christian

16.50 Uhr
Nutzung von reinem Pflanzenöl als Subsitut für Dieselkraftstoff
Levon Sergis-Christian, SGS Ingenieure, Aachen



17.10 Uhr
Diskussion und Pause

18 Uhr
Abendessen
Dr. Hermann Scheer
19.30 Uhr
Öffentlicher Vortrag: Wachstumssektor Biomasse
Dr. Hermann Scheer, MdB, Präsident von EUROSOLAR, Träger des Alternativen Nobelpreises und des Weltpreises für Bio-Energie

Podiumsdiskussion
20.15 Uhr
Biomasse boomt: Konkurrenz um die Anbauflächen der Zukunft? Talkrunde mit
- Dr. Hermann Scheer, MdB, Präsident von EUROSOLAR
- Reiner Priggen, Landtagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen NRW
- Prof. Dr. Konrad Scheffer, Institut für Nutzpflanzenkunde (INK), Universität Kassel
- Friedhelm Decker, Präsident Rheinischer Landwirtschafts-Verband und Vorsitzender des Fachausschusses Umweltschutz im Deutschen Bauernverband
- Dietmar Oeliger, energie- und verkehrspolitischer Referent, Naturschutzbund (NABU)

Moderation: Ralph Allgaier, Aachener Zeitung


Donnerstag, 03. Mai 2007

Moderation: Rosa Hemmers, Vorsitzende EUROSOLAR-Sektion Deutschland

Block 2: Erzeugung von Biogas

Hubert Loick
09.30 Uhr
Energiegewinnung aus Biogas
Hubert Loick, EnD-I Loick Bioenergy GmbH, Dorsten
Michael Wittmann
09.50 Uhr
Anlagenkonzepte eines Herstellers
Michael Wittmann, Schmack Biogas AG, Schwandorf
Francois Vliegen

10.10 Uhr
Biogassituation in der Wallonischen Region Belgiens
François Vliegen, PSPc Ingenieurbüro, Spontin/Belgien


Rosa Hemmers, Podium
10.30 Uhr
Diskussion und Pause
Manfred Schmidt
11 Uhr
Finanzierungsmodelle für Biogasanlagen
Manfred Schmidt, WGZ Bank AG, Düsseldorf
Dr. Cedric C. Meyer
11.20 Uhr
Rechtliche Aspekte der Genehmigung von Biogas- und Kompostanlagen
Dr. Cedric C. Meyer, Kanzlei Köhler Klett, Köln
Henri Kox

11.40 Uhr
Genossenschaftliche Biogaserzeugung in der Gemeinde Beckerich
Henri Kox, Abgeordneter Chambre des Députés, EUROSOLAR Luxemburg



12 Uhr
Diskussion

12.30 Uhr
Mittagessen


Block 3: Einspeisung von aufbereitetem Biogas

Dr. Dieter Attig 14 Uhr
Das Biogasnetzwerk der Trianel Service GmbH (TSG)
Dr. Dieter Attig, Vorstandsvorsitzender der STAWAG - Stadtwerke Aachen AG
Thomas Schmeding
14.20 Uhr
Der Rechtsrahmen für die Einspeisung von Biomethan in Erdgasnetze
Thomas Schmeding, Rechtsanwalt, Becker Büttner Held, Berlin
Jean-Claude Weber

14.40 Uhr
Biogaseinspeisung in der Schweiz: Beispiel Kompogas Zürich
Dr. Jean-Claude Weber, Erdgas Zürich AG

Henri Kox 15 Uhr
Gesetzliche Rahmenbedingungen für die Einspeisung von aufbereitetem Biogas in Luxemburg
Henri Kox, Abgeordneter Chambre des Députés, EUROSOLAR Luxemburg


15.20 Uhr
Diskussion und Pause
Dr. Andreas Seebach
15.50 Uhr
Direkteinspeisung in das Erdgasnetz durch die Biomethananlage Pliening
Dr. Andreas Seebach, RES Renewable Energy Systems GmbH, München
Dr. Bernhard Klocke

16.10 Uhr
Direkteinspeisung von Biogas aus Sicht des Erdgasnetzbetreibers
Dr. Bernhard Klocke, Geschäftsbereich Gas, Gelsenwasser AG, Gelsenkirchen

Dr. Andreas Seebach

16.30 Uhr
Technische Aspekte der Biogasaufbereitung für die Direkteinspeisung
Dr. Alfons Schulte-Schulze Berndt, CarboTech Engineering GmbH, Essen



16.50 Uhr
Diskussion und Resümee

17.20 Uhr
Ende der Veranstaltung

Konferenzort

Das 3. Aachener Anwenderforum findet statt im forum M in der Mayerschen Buchhandlung (3. Etage), Buchkremerstraße 1-7, 52062 Aachen, Telefon 0241 4777-145, www.mayersche.de/forum

Stadtplan Aachen
ÖPNV: Ab Aachen Hauptbahnhof fahren die Bus-Linien 11,14, 21 und 44 zur Haltestelle Elisenbrunnen (ca. 2 Minuten Fußweg zum forum M).

Übernachtungen: Für Tagungsteilnehmer haben wir bei nachfolgenden Hotels Zimmerkontingente reserviert. Dort können Sie unter dem Stichwort "Anwenderforum" bis Ende März Zimmer zum Sonderpreis buchen (solange der Vorrat reicht).

- Aquisgrana City Hotel, Tel.: 0241 4430,
- Mercure Aachen City, Tel.: 0241 51060,
- Mercure Aachen Europaplatz, Tel.: 0241 16870,

Weitere Informationen zu Hotels finden Sie unter www.aachen.de.

Bei Rückfragen zur Veranstaltung wenden Sie sich bitte an:
EUROSOLAR e. V., Kaiser-Friedrich-Straße 11, D–53113 Bonn, Tel.: 0228 36 23 73, Fax 0228 36 12 79,

 
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