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praxiswerkstatt

Städte und Kommunen auf dem Weg in das Solarzeitalter

Wie funktioniert konkreter Klimaschutz mit Solarenergie in der Stadt? Dieser Frage widmeten sich am 8. Oktober rund 45 Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen, Stadtwerken und Energiegenossenschaften bei der Praxiswerkstatt „Solare Stadt“. EUROSOLAR e.V. hatte gemeinsam mit der Bundesstadt Bonn, der Stadtwerke Bonn GmbH und der Bonner Energie Agentur eingeladen.

Innerhalb von Städten sind Gebäudedächer häufig das einzig nennenswerte Potential, um Erneuerbare Energie zu nutzen. Am Vormittag präsentierten Energiewendepioniere aus Deutschland und Italien dazu ihre vorbildlichen Projekte. Dr. Wolfram Sparber aus Bozen etwa stellte ein Computermodell vor, das für urbane Energiesysteme die ökonomischste und CO2-ärmste Technologiekonstellation ermittelt. Ihm folgte Dr. Klaus von Zahn, Leiter des Freiburger Umweltschutzamts, der die Initiative „Dein Dach kann mehr“ vorstellte. Das Konzept baut auf ein breites Spektrum von Öffentlichkeitsmaßnahmen, kombiniert mit einem Förderprogramm. Dadurch konnte der Trend sinkender Installationszahlen umgekehrt werden. Das Energiesammelgesetz, das im Frühjahr in Kraft trat, habe die Freiburger Initiative jedoch stark behindert. „Wir arbeiten unheimlich engagiert gegen die Bundesrahmenbedingungen an“, beschrieb von Zahn die politische Lage. Bernd Schott, Umwelt- und Klimaschutzbeauftragter der Stadt Tübingen, stellte das Instrument einer Solarpflicht für Neubauten vor. Neu dabei ist die „Umkehr der Beweislast“: Aus der Pflicht wird nur entlassen, wer nachweist, dass die Nutzung von PV-Strom auf dem eigenen Dach unwirtschaftlich ist. Wie man den PV-Ausbau Hand in Hand mit Bürgerinnen, Bürgern und Stadtwerken realisieren kann zeigte Jürgen Rausch, Geschäftsführer der GeWoBau Marburg/Lahn, den Gästen auf.

Zu Beginn der Veranstaltung erklärte Prof. Peter Droege, Präsident von EUROSOLAR e.V.: „EUROSOLAR verfolgt seit 25 Jahren eine konsequente Solarstadtagenda und hat Pionierleistungen von Berlin bis Rom inspiriert. Aus gutem Grund, denn Städte verbrauchen die Hälfte der weltweiten Endenergie. Als Gemeinschaften, räumliche Systeme und wirtschaftliche Zentren sind sie zwar seit Jahrzehnten die Hotspots von Energieaktionen. Doch waren leider viele in ihren Erneuerbaren-Energie-Programmen beschränkt. Das ändert sich gerade: Beschleunigte Klimaerhitzung, massive fossile und nukleare Kosten sowie steigende finanzielle Brüchigkeit im System treibt die große Wende zur Solarstadt voran – die Heimat unserer Kinder und all derer, die gegen das Aussterben irdischen Lebens kämpfen."

Nach der Vorstellung von Best-Practice-Beispielen, dem „Marktplatz der Projekte“ und den beiden Workshops „Erfolgswege zur Solaren Stadt“ und „Solare Infrastruktur 2030“ kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu dem Ergebnis: Städte müssen ihre Verantwortung annehmen und zu Vorbildern der Energiewende werden. Neben politischem Willen sowie einer klaren und realistischen Zielsetzung, die konsequent verfolgt wird, braucht es Mut, auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen. Es gibt nicht die Eine Lösung; vielmehr ist ein vielfältiges Instrumentarium aus Anreizen und Geboten nötig, welches auf die örtlichen Gegebenheiten und Bedürfnisse abgestimmt ist. Außerdem sollten Kommunen ihre Bürgerinnen und Bürgern durch eine transparente und positive Kommunikation als aktive Akteure der solaren Wende unterstützen. Darin liegen auch die Chancen, auf allen drei Ebenen – im Gebäude, im Quartier und in der Stadt – soziale Gerechtigkeit durch Erneuerbare zu fördern und die Lebensqualität für alle zu verbessern. Die Kommunalvertreterinnen und -vertreter machten außerdem deutlich, dass der aktuelle gesetzliche Rahmen nicht zielführend sei. Sie richteten ihre Forderungen nach Berlin, diesen zügig an die kommunalen Bedürfnisse auszurichten.

Die Fachveranstaltung fand unter dem Motto „Voneinander lernen“ statt. Sie gab den Teilnehmenden die Möglichkeit sich zu informieren und bot Raum für Diskussion und gegenseitigen Austausch. Vorbildliche Projekte und Initiativen zur Nutzung der Solarenergie auf öffentlichen, privaten und gewerblichen Dächern in Städten wurden vorgestellt. Der inhaltliche Fokus lag auf Strategien und Konzepten, Wegen der Öffentlichkeitsarbeit und Beratung, planungsrechtlichen und ordnungspolitischen Instrumenten sowie Kooperationen.

 

Termine

Ende Mai 2020

Webinar zur 14th IRES Conference and Energy Storage Europe

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Herbst 2020

Solarpreise

Verleihung des Deutschen und des Europäischen Solarpreises 2020

Frühjahr 2021

Stadtwerke-Konferenz in Speyer

Stadthalle Speyer

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Resolution der Mitgliederversammlung

Resolution der Mitgliederversammlung 2019

"Ohne beschleunigte Energiewende ist kein ernstzunehmender Klimaschutz möglich"

Energiebedingte Emissionen machen aktuell rund 85 Prozent der deutschen Treibhausgas-Emissionen aus. Das zeigt: Ohne sofortige Energiewende mit 100 Prozent Erneuerbaren Energien ist ernstgemeinter Klimaschutz unmöglich. Der Vorstand und die Mitglieder der deutschen Sektion von EUROSOLAR e.V. fordern daher von der Bundesregierung die dringend notwendige, beschleunigte und ambitionierte Nutzung Erneuerbarer Energien. Nicht nur, um alles Leben vor den Folgen einer ungebremsten Klimaveränderung zu schützen, sondern auch, um den technologischen wie sozialen Fortschritt in Deutschland voranzubringen und als Vorbild für andere Industrienationen, Schwellen- und Entwicklungsländer zu dienen.

Lesen Sie die gesamte Resolution

Aktuelle Artikel aus dem Solarzeitalter

  • Editorial 1 – 2020

    „Der Wechsel zu emissionsfreien und unerschöpflichen Energien ist jedoch der nervus rerum jeder nachhaltigen Klima- und Umweltstrategie. Wer diesen als nachrangig ansieht, braucht mit einer globalen Klimaschutzstrategie gar nicht erst anzufangen."

    Hermann Scheer (1944 – 2010)

  • EUROSOLAR im weltweiten Klimanotstand: Aufruf zur Dekade der Regeneration

    Beitrag von Peter Droege, erschienen im Solarzeitalter 1-2020

    Für Klimastabilisierung mit 100 % Erneuerbaren Energien: Der neue Corona-Virus hält die Welt seit Wochen in Atem. Massive internationale Maßnahmen werden unternommen, die Pandemie einzudämmen, und sie davon abzuhalten, eine boomende Weltwirtschaft zu infizieren. Fast tausend Menschen fielen ihr bislang zum Opfer, und mehrere hunderttausend Menschen gelten bereits als betroffen.

  • Solarzeitalter - Dörte Fouquet: "Mit Winkeladvokat-Mustern vergeuden wir kostbare Zeit"

    Solarzeitalter - Dörte Fouquet:

    Interview mit Dörte Fouquet, erschienen im Solarzeitalter 1-2020

    Mit der Mitteilung der Kommission an das Parlament, den Europäischen Rat, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen vom 11.12.2019 stellt die Europäische Kommission ihren Vorschlag, den europäischen „Grünen Deal“, vor.

  • 20 Jahre EEG – „Viel Feind, viel Ehr“

    Beitrag von Nina Scheer, erschienen im Solarzeitalter 1-2020

    „Die schnelle und umfassende Einführung Erneuerbarer Energien heute garantiert, dass wir morgen eine umweltfreundliche, sichere und kostengünstige Energie für alle haben.“ Mit diesen Worten überzeugte Hermann Scheer, Gründungsvater von EUROSOLAR, langjähriger SPD-Bundestagsabgeordneter, Träger des Alternativen Nobelpreises und eben auch Architekt des EEG, weltweit und vor Ort.