EUROSOLAR-Newsletter Dezember 2017

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Dezember 2017

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde von EUROSOLAR,

hier kommt unser Newsletter im Dezember. Im vergangenen Monat ist so viel passiert, dass wir jetzt schon jede Menge Lesestoff für Sie, passend zur dunklen Jahreszeit, bereitstellen können. Von Veranstaltungen wie der Vergabe des Europäischen Solarpreises in Wien und des IRES-Symposiums in Berlin über neue Entwicklungen im Vorstand von EUROSOLAR, bis hin zu aktuellen Meldungen aus der Welt der Erneuerbaren. Gerade weil sich die Regierungsbildung weiterhin zieht, stehen wir umso deutlicher dafür ein, die Energiewende voranzutreiben.

Viel Spaß beim Lesen und eine besinnliche Adventszeit wünscht das EUROSOLAR-Team

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Inhalt:

1. EUROSOLAR Veranstaltungen
2. EUROSOLAR Aktuell
3. Kurznachrichten
4. Das Letzte zum Schluss

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Mitgliederversammlung 2017

Am 2. Dezember fand die diesjährige Mitgliederversammlung von EUROSOLAR in Bonn statt. Neben der Wahl der Vorstände wurden zwei aktuelle Resolutionen verabschiedet. In der Resolution „Die Energiewende ist die zivilisatorische Herausforderung für die nächste Bundesregierung“ appelliert die Mitgliederversammlung mit konkreten Forderungen an die Parlamentarier/-innen, sich für eine schnelle, dezentrale und kosteneffiziente Energiewende einzusetzen. Die zweite Resolution, „Solidarität mit den Bürgerinitiativen und Umweltverbänden, die für den Erhalt des Hambacher Forstes kämpfen“, fordert die Beendigung des Braunkohleabbaus und der Braunkohleverstromung. Die weitere Zerstörung von Landschaften und Siedlungen ist unter dem Beschluss der Regierung, bis 2050 80 Prozent Erneuerbare einzusetzen, nicht mehr zu rechtfertigen.

Bei der Wahl des ehrenamtlich tätigen Vorstands wurde Dr. Axel Berg im Amt des Vorsitzenden des Vorstands bestätigt. Als Stellvertreter wurden Stephan Grüger, MdL, Rosa Hemmers, Dr. Fabio Longo und Dr. Ing. Brigitte Schmidt gewählt. Als weitere Vorstandsmitglieder wurden Wibke Brems, MdL, Dr. Margit Conrad, Hermann Fellner, Prof. Dr. Wolfgang Methling, Gert Samuel und Harald Wolf in ihrem Amt bestätigt. Beate Petersen wurde neu in den Vorstand gewählt. Thomas Günther kandidierte nach langjährigem Engagement nicht mehr für den Vorstand.

Weitere Informationen und die Resolutionen finden Sie hier.

Europäischer Solarpreis in Wien

Hoch über den Dächern von Wien, in den Räumen der Technischen Universität (TU the Sky) wurde in einer feierlichen Veranstaltung der Europäische Solarpreis 2017 verliehen. Nach Rom, Prag und Barcelona fand die diesjährige Preisverleihung des Europäischen Solarpreises gemeinsam mit EUROSOLAR Austria in Wien statt. Den Preis, der von EUROSOLAR e.V. ins Leben gerufen wurde, erhielten zehn Sieger aus zehn verschiedenen Ländern in zehn Kategorien.

Nähere Informationen zu den Preisträgern und Bilder der Veranstaltung finden Sie hier.

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Spendenaufruf mit Gewinnspiel

EUROSOLAR ist auf die Unterstützung von Mitgliedern und Spendern angewiesen. Denn unsere kritische und unabhängige Stimme als gemeinnütziger Verein wird nicht durch RWE finanziert (kleiner Seitenhieb, siehe "Das Letzte zum Schluss"). Daher möchten wir gerade in der Vorweihnachtszeit um Ihre Spende bitten, die uns hilft, im nächsten Jahr noch tatkräftiger anzupacken. Und als zusätzlichen Anreiz verlosen wir unter allen Spendern, die uns noch dieses Jahr unterstützen, 5 Exemplare des jüngsten Buchs von Prof. Claudia Kemfert "Das fossile Imperium schlägt zurück". Eine Erklärung dazu, wie Sie spenden können, finden Sie auf unserer Homepage. Selbstverständlich können Spenden an EUROSOLAR steuerlich geltend gemacht werden. Wir danken für die Mithilfe.

Das Spendenformular finden Sie hier.

EUROSOLAR auf der COP23

Während die Sondierungsgespräche sich hinzogen, traf sich die Welt der Klimaschützer in Bonn. EUROSOLAR nutzte die Gelegenheit, um sich zu positionieren und einzubringen und mit Initiativen zu vernetzen. Wir waren mit einer Delegation auf der Konferenz, einem gemeinsamen Stand mit dem Folkecenter in der Bonn Zone und dem Workshop, „Teilhabe an einer nachhaltigen Stadt – lokal und global“ vertreten. Darüber hinaus hielt EUROSOLAR-Präsident Prof. Peter Droege einen Vortrag bei einem spannenden Special Event der Botschaft Südkoreas und zeigte Perspektiven für eine nachhaltige und erneuerbare Stadtplanung auf.

Trotz eines fulminanten Auftaktes mit der bisher größten Anti-Kohle-Demo konnten in dieser 23. Runde der Klimakonferenzen nur wenige Ergebnisse medial für Furore sorgen, denn die Verhandlungen zum sogenannten Work-Program (vorher Rulebook) werden erst bei der COP24 im kommenden Jahr in Katovice abgeschlossen. Darin soll dann festgelegt werden, mit welchen konkreten Maßnahme die Vereinbarungen von Paris eigentlich umgesetzt werden sollen.

Wir bleiben also dabei: Lokale und nationale Inititativen zum Umstieg auf 100 Prozent Erneuerbare dürfen nicht von internationalen Verhandlungserfolgen abhängig gemacht werden. Und das müssen sie angesichts der umfassenden Vorteile der Erneuerbaren auch nicht. Es sollte im Eigeninteresse der Staaten, Regionen, Städte und Zivilgesellschaften liegen, diesen Wandel schnellstmöglich zu realisieren

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Stellungnahme der Wissenschaftsakademien
'Sektorkopplung - Optionen für die nächste Phase der Energiewende'

Wenn es keinen eindeutigen Kurswechsel gibt, wird Deutschland seine Klimaziele mehr als verfehlen. Dazu haben jetzt die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, die nationale Akademie der Wissenschaft Leopoldina und die Union der deutschen Akademien in Berlin eine Stellungnahme veröffentlicht. Darin fordern sie eine stärkere Verzahnung der einzelnen Sektoren, als auch eine Optimierung derselben. Die Forderungen wurden im Rahmen des Projekts Energiesysteme der Zukunft (ESYS) erarbeitet, welches von Prof. Henning, Industrieleiter des Fraunhofer ISE und Prof. Umbach, Präsidiumsmitglied acatech, geleitet wird. Für sie ist die Sektorkupplung eine wichtige Option, um die Energiewende voranzutreiben.

Weitere Informationen hier.

Quote für Elektrofahrzeuge

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen schlägt in einem Sondergutachten eine 25-Prozent-Quote für elektrisch angetriebene Fahrzeugen unter den Neuerzeugnissen bis 2025 vor. Prof. Claudia Kemfert meint dazu, dass der Automobilsektor trotz der reifen Technologien noch keinen Beitrag zur Energiewende geleistet habe. Ein beschleunigter Ausbau von Erneuerbaren Energien den Mobilitätssektor betreffend ist notwendig, Elektroautos sind nur ein kleiner Teil davon. Auch die geringe Dieselbepreisung sollte von der Regierung in der kommenden Legislaturaturperiode angegangen werden.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Erster Blockchain Ökostrom Handelsplatz in Wuppertal

Als weltweit erster kommunaler Energieversorger haben die Wuppertaler Stadtwerke einen Blockchain Handelsmarkt für Erneuerbare Energien eröffnet. Auf dem Handelsplatz Tal.Markt können Kunden ihren Ökostrom bei lokalen Anbietern erwerben und ihren Energiemix selbst zusammenstellen. Die Transaktionen werden dann über die neue Blockchaintechnologie sicher abgewickelt. Das Projekt ermöglicht zum einen die aktive Einbindung der Kunden, hat aber auch großes Potential für die Erneuerbare Energiebranche. Es ermöglicht Solar- und Windanbietern unter Umständen auch ganz ohne Förderung erneuerbaren Strom zu generieren.

Weitere Informationen und das Sondergutachten finden Sie hier.

Wachsendes Potential von Wärmepumpen

Auf der DKV (Deutscher Kälte- und Klimatechnischer Verein) in Bremen stellt das Fraunhofer Institut erstmals seine Ergebnisse zu einer Langzeitstudie von zwischen 1990 und 1995 installierten Wärmepumpen vor. Das Resultat zeigt, dass die neue Generation von Anlagen fast 20 Prozent an Effizienz gewonnen hat. Die Effizienzgewinne liegen einerseits an den Geräten selbst, andererseits an neuen Innovationen wie Wärmeübergabesysteme. Das Forschungsinstitut ist sich sicher, dass Wämepumpen auch im Gebäudebestand effizient eingesetzt werden können und bis 2050, 65 bis 90 Prozent der Niedertemperaturwärme in Gebäuden bereitstellen sollten. Außerdem hat das Institut seine Aktivität im Bereich der Wärmepumpen nun stark ausgeweitet.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Fehlentwicklung bei Windkraft

Die dritte Ausschreibungsrunde für die Windenergie an Land macht einmal mehr deutlich, dass die Entwicklung in die falsche Richtung geht. Die Umstellung auf Ausschreibungen soll Strom aus Windkraft billiger machen. Tatsächlich aber gefährdet sie sowohl die Branche und als auch die deutschen Energiewendeziele. Marktbeobachter sprechen von einem Desaster und ruinösen Preisen, die zu einer massiven räumlichen Konzentration der Windenergie im Norden führen und nur großen Playern mit teils spekulativen Geboten das Feld überlassen. Deutschland sei munter dabei, seine Vorreiterrolle beim Klimaschutz und seine herausragende Marktstellung zu verlieren, bilanziert Neue Energie, das Fachmagazin vom Bundesverband Windenergie.

Und nach wie vor sorgt die falsch konstruierte und eilig nachgebesserte Bürgerenergieklausel nicht für mehr Beteiligung kleinerer Akteure, sondern für Spekulation und Pseudo-Bürgerenergiegesellschaften. EUROSOLAR fordert deshalb in seiner neuesten Resolution erneut die Ausschöpfung der von der EU-Kommission selbst vorgeschlagenen, vereinfachten Förderung von kleinen Windparks mit bis zu sechs Anlagen mit jeweils bis zu drei MW Leistung (De-minimis-Regelung) bei den Ausschreibungen für Windkraftanlagen an Land. Nur so kann Akteursvielfalt erhalten und eine dauerhaft stabile und vielfältige Branche ermöglicht werden.

Weitere Informationen hier.

Newsletter Header zum Schluss

Wohlverhalten ist voRWEgnehmbar

Als es vor einigen Wochen in einer Kurzmeldung angekündigt wurde, kam Hoffnung auf: Vier Städte und Gemeinden im Umfeld des Tagebaus Garzweiler wollen sich zu einem Zweckverband zusammenschließen, um die Zukunft nach der Braunkohle und den Strukturwandel ins Visier zu nehmen. Das macht Sinn und wird höchste Zeit, denn die Braunkohleära ist definitiv abgelaufen und der Strukturwandel in der Region benötigt positive, in die Zukunft gerichtete Visionen.

Wie nun Recherchen des WDR offenlegen, hat RWE versucht, massiv auf die Arbeit des geplanten Zweckverbandes Einfluss zu nehmen und sich in einem Vertragsentwurf Wohlverhalten zusichern lassen. Der Zweckverband dürfe sich RWE gegenüber, als Verursacher der unschönen Mondlandschaft, nicht öffentlich negativ über den Konzern äußern und die Pressearbeit soll zu diesem Zweck eng mit RWE abgestimmt werden. Darüber hinaus soll RWE einen ständigen Sitz im Lenkungsausschuss des Zweckverbands erhalten.

Den Strategen des Konzerns war natürlich klar, dass sie das etwas kosten würde. Sie boten im Gegenzug also an, den Verein jährlich mit 200.000 € (Räumlichkeiten und E-Mobil für die Geschäftsstelle des Verbands plus 50.000 € cash) zu unterstützen. Wer könnte da schon Nein sagen? Tja, nun ist es ein PR-Gau und alle sind bemüht, die Wogen zu glätten. Von konstruktiver Zusammenarbeit und ganz normalen Vorgängen, üblichen Sponsorenvereinbarungen und höchstens unglücklichen Formulierungen im ersten Entwurf ist da die Rede.

Jetzt mal im Ernst liebe Kollegen der RWE: Wer das Loch gebuddelt hat, um Milliarden zu verdienen, muss auch die Folgekosten tragen. Und damit sind nicht politische Landschaftspflege oder PR-Maßnahmen gemeint.

Randnotiz: Unsere kritische Stimme ist selbstverständlich unverkäuflich und damit unbezahlbar.

Alle sachlichen Hintergründe sind hier zu finden.

Die aktuellsten Neuigkeiten des Vereins gibt es auch bei Twitter unter @EUROSOLAR_D.

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