EUROSOLAR-Newsletter April 2018

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April 2018

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde von EUROSOLAR,

hoffentlich haben Sie erholsame Ostertage verbracht und konnten sich an der erstarkenden Frühlingssonne laben. Wir werden Sie heute wieder durch die Welt der Erneuerbaren Energien führen mit aktuellen Veranstaltungsankündigungen, mit Kommentaren und Hintergründen und natürlich mit einem Aufruf, EUROSOLAR aktiv als Mitglied oder durch eine Spende zu unterstützen. Damit wir auch in den nächsten 30 Jahren kraftvoll, unabhängig und kritisch für eine dezentrale Energiewende agieren können.

Das Team von EUROSOLAR wünscht viel Spaß bei der Lektüre unseres April-Newsletters.

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Inhalt:

1. EUROSOLAR Veranstaltungen
2. EUROSOLAR Aktuell
3. Kurz kommentiert

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12. EUROSOLAR-Konferenz Stadtwerke mit Erneuerbaren Energien

Digitalisierung, Energiewende und Verkehrswende stellen die kommunalen Versorger vor große Herausforderungen. Unsere Konferenzreihe widmet sich der intensiven Diskussion, wie Kommunen und Stadtwerke den Anforderungen erfolgreich begegnen können.

Am 15. und 16. Mai 2018 veranstaltet EUROSOLAR e.V. in Kooperation mit der N-ERGIE Aktiengesellschaft und der Kompetenzinitiative ENERGIEregion Nürnberg e.V. die jährlich stattfindende Stadtwerkekonferenz in Nürnberg. Auf der zweitägigen Konferenz wird den Fragen nachgegangen, wie eine echte Energiewende gelingt und wie Stadtwerke ihre Stärken dabei geschickt nutzen können. Es erwartet Sie ein relevantes und spannendes Programm.

Das vollständige Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie auf der Veranstaltungsseite: www.stadtwerke-konferenz.eurosolar.de

Unternehmen, Organisationen und Institutionen finden dort auch alle Informationen, um sich in Nürnberg als Aussteller oder Sponsor zu präsentieren.

Bewerbungsphase für Solarpreise 2018

Die Solarpreise von EUROSOLAR e.V. gehen in die nächste Runde! Bis zum 31. Mai können Bewerbungen und Vorschläge für den Deutschen und Europäischen Solarpreis 2018 eingereicht werden.

Die Ausschreibung erfolgt in vielfältigen Kategorien und richtet sich an alle Akteure der Energiewende, die durch Innovation und Engagement den Weg in die erneuerbare Zukunft weisen und dabei zeigen, wie sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Fortschritt erfolgreich miteinander verbunden werden können. Von erneuerbaren Mobilitätslösungen über beispielhafte Architektur, internationalen entwicklungspolitischen Projekten und herausragenden Einzelpersonen reicht die Bandbreite.

Bewerben können sich Städte/Gemeinden, ArchitektInnen, kommunale und privatwirtschaftliche Unternehmen, Vereine, Organisationen und Genossenschaften, JournalistInnen und natürlich Bürgerinnen und Bürger, die die Energiewende aktiv unterstützen. Ebenso freuen wir uns über Ihre Vorschläge preiswürdiger Projekte.

Die Bewerbungsphase läuft bis zum 31. Mai 2018. Alle Einsendungen werden einer qualifizierten Jury vorgelegt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Bewerbungen können schnell und unkompliziert online einreicht werden.

Alle Informationen und die Möglichkeit zur Teilnahme:
Deutscher Solarpreis 2018
Europäischer Solarpreis 2018

Das 30-jährige EUROSOLAR-Jubiläum naht!

Vor 30 Jahren, am 22. August 1988, wurde auf Initiative von Hermann Scheer die Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien EUROSOLAR e.V. gegründet. Aus diesem Anlass möchten wir gemeinsam mit Ihnen feiern, gemeinsam in die Vergangenheit und in die Zukunft blicken und Sie herzlich zur EUROSOLAR-Geburtstagsfeier einladen, die am Samstag, den 25. August 2018, von 14 bis 19.30 in der EUROSOLAR-Geschäftsstelle, Kaiser-Friedrich-Straße 11 in Bonn stattfinden wird.

Nach der gemeinsamen Eröffnung und Begrüßung wird bei einem entspannten Gartenempfang viel Zeit sein für Gespräche über die letzten und die nächsten 30 Jahre EUROSOLAR. Begleitet wird der Empfang dabei von Impulsen aus unseren Sektionen und von unseren langjährigen Partnern und Unterstützern.

Wir freuen uns auf das Zusammensein mit bekannten und neuen Gesichtern und blicken mit Vorfreude auf den Sommer. Bitte geben Sie uns per E-Mail an 30Jahre@eurosolar.de verbindlich bis zum 5. August 2018 Bescheid, ob wir Sie zu unserem Gartenfest begrüßen dürfen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Save the date! Jubiläums-Symposium „Ein Europa der Erneuerbaren Energien“ in Berlin

Im Rahmen des 30-jährigen Jubiläums organisiert EUROSOLAR das internationale Symposium „Ein Europa der Erneuerbaren Energien“. Dabei wird die Energiewende aus unterschiedlichen Perspektiven aus Europa thematisiert und der Frage nachgegangen, wie eine schnelle, dezentrale und partizipative Energiewende das Fundament eines geeinten Europas erneuern kann.

Das Symposium findet am Donnerstag, den 27. September 2018, in Berlin in den Räumlichkeiten der Friedrich-Ebert-Stiftung statt. Mit Impulsen renommierter ReferentInnen sowie aus den EUROSOLAR-Sektionen und mit einem parlamentarischen Diskussionsforum möchten wir die europäischen Perspektiven des Solarzeitalters vertiefen und praxisnah diskutieren. Die Veranstaltung findet mit freundlicher Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung statt und wird in Deutsch und Englisch verdolmetscht.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Internetseite.

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Rückblick IRES 2018

Mit großem Erfolg fand dieses Jahr vom 13. – 15. März die Internationale Konferenz zur Speicherung Erneuerbarer Energien (IRES2018) in Düsseldorf statt, die zum 12. Mal von EUROSOLAR organisiert wurde. Gemeinsam mit der Energy Storage Europe (ESE) und der Messe Düsseldorf wurde an drei Konferenztagen die Welt der Speichertechnologien aus wissenschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Perspektive beleuchtet und kontrovers diskutiert.

Die Konferenz hat gezeigt, dass die Diskussion über neue Geschäftsmodelle, Alternativen und Ergänzungen zum Netzausbau, intelligent vernetzte dezentrale Anwendungen, Netzdienstleistungen und natürlich die Konvergenz der Märkte für Strom, Wärme und Verkehr weiter an Relevanz und Tiefe gewonnen haben.

Einen ausführlichen Bericht finden Sie hier.
Impressionen der IRES-Konferenz finden Sie auf unserem Flickr-Account.

Erneuerbare-Energien-Gesetz wird volljährig – EUROSOLAR-Presseinformation zum 01. April 2018 (kein Aprilscherz)

Am 1. April des Jahres 2000 trat in Deutschland das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG) offiziell in Kraft. Mit damals lediglich 12 Paragraphen löste das – von einer parteiübergreifenden parlamentarischen Initiative unter Führung von Hermann Scheer und Hans-Josef Fell erarbeitete – Gesetz eine Vielzahl privater, kommunaler und unternehmerischer Energiewendeinvestitionen aus. Über 27.000 Windkraftanlagen, mehr als 1,6 Millionen Photovoltaikanlagen auf Dächern und anderweitig schlecht nutzbaren Freiflächen sowie tausende Wasserkraft- und Biomasseanlagen haben die Energiewelt revolutioniert. Diese Anlagen stellen heute bereits mehr als ein Drittel des deutschen Stromverbrauchs umweltverträglich, nachhaltig und dezentral sicher. So wurden das Oligopol der ehemals vier großen Energiekonzerne durchbrochen, weit über 300.000 zukunftsfähige Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen, positive Wertschöpfungseffekte in allen Landesteilen erzeugt, eine rasante Technologieentwicklung ermöglicht und Milliardensummen für vermiedene Brennstoffkosten eingespart.

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 kurz kommentiert

Fraunhofer ISE-Studie: Sonne und Wind werden zur günstigsten verfügbaren Energiequelle

Aus einer aktuellen Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) geht hervor, dass die Gestehungskosten für Strom aus Erneuerbaren Energien weiterhin kontinuierlich und deutlich sinken und längst kein Hindernis mehr für eine emissionsfreie Stromerzeugung darstellen werden.

Bereits heute sind neu errichtete Photovoltaik-Anlagen und Onshore-Windenergieanlagen günstiger als neu errichtete fossile Kraftwerke, und dieser Trend wird sich laut Projektleiter Dr. Christoph Kost bis 2035 deutlich verstärken. Die Erneuerbaren Energien erlangen eine immer bessere Wettbewerbsposition, die zu neuen Anwendungen und stark wachsenden Märkten führt. Die Volllaststunden der konventionellen Kraftwerke sinken durch einen höheren Anteil der Erneuerbaren dagegen weiter, was ihre Kosten in die Höhe treibt. Hinzu kommen steigende Brennstoff- und CO2-Zertifikatspreise.

Aktuell erzielen PV-Anlagen je nach Anlagentyp und Globalstrahlung Stromgestehungskosten zwischen 3,71 und 11,54 €Cent/kWh. Die Studie sieht die Photovoltaik unter allen Kraftwerkstypen im Mittel als die dauerhaft kostengünstigste Technologie in Deutschland an. Beim Windstrom führten sinkende Anlagekosten und steigende Volllaststunden zu den niedrigen Gestehungskosten von 3,99 bis 8,23 €Cent/kWh, was sie zur zweitgünstigsten Erzeugungstechnologie macht. Zudem prognostizierten die Forscher des Fraunhofer ISE, dass durch technologische Fortschritte PV-Freiflächenanlagen in Süddeutschland und Onshore-Windenergieanlagen an windreichen Standorten bis 2035 die durchschnittlichen Stromgestehungskosten aller fossilen Kraftwerke deutlich unterbieten werden.

Wir sagen es ja seit langem: der vollständige Wechsel zu einer Erneuerbaren Energieversorgung schont die Umwelt, stärkt eine nachhaltige Wirtschaft und kann für soziale Teilhabe sorgen, wenn man es denn richtig angeht.

Die Studie des Fraunhofer-ISE finden Sie hier.

Rolle rückwärts: RWE und Eon formieren sich zum letzten Gefecht

Die Kohle- und Atomkonzerne Eon und RWE haben sich überraschend, und auffällig kurz nach dem Ende der Koalitionsverhandlungen, zusammengetan und werden ihre Geschäfte neu aufteilen. Die verschiedenen Bereiche werden dabei so verschoben, dass am Ende ein Netzriese (Eon) und ein Erzeugungsriese (RWE) entstehen. Auf der Strecke bleibt dabei die „Ökostrom“-Tochter Innogy, die von RWE gerade mal vor zwei Jahren mit großem medialem Aufwand gegründet und an die Börse gebracht wurde. Die Innogy-Geschäftsbereiche werden nun wieder aufgeteilt und zurück bleiben eine Marketinghülle und voraussichtlich einige tausend Angestellte.

Der Mega-Deal wurde an der Börse mit Kurssprüngen gefeiert, denn durch die Neuaufteilung der Unternehmen gewinnen diese zumindest kurzfristig mehr Marktmacht. Für die Energiewende ist es hingegen ein Schritt in die falsche Richtung und das Eingeständnis in eine verfehlte Unternehmenspolitik. Mit Innogy verschwinden die zarten Ambitionen von RWE, sich auf Erneuerbare Energien zu fokussieren. Das wiederum passt durchaus zum Koalitionsvertrag von Union und SPD, in dem die drängende Frage nach einem Kohleausstieg an eine Kommission ausgelagert wurde. Der neue Energieminister Peter Altmaier zeigte sich jedenfalls erfreut über die Vorgänge.

Einen ausführlichen Kommentar von Claudia Kemfert lesen Sie hier.

Meta-Studie des Öko-Instituts für die Renewables Grid Initiative (RGI) zu Dezentralität, Regionalisierung und Stromnetze

Das Öko-Institut hat im Auftrag der RGI, einem Zusammenschluss europäischer Übertragungsnetzbetreiber und einiger Nichtregierungsorganisationen (z.B. CAN, WWF und Germanwatch), eine Meta-Studie veröffentlicht. Darin werden verschiedene Studien zu dezentralen Stromsystemen und deren Implikationen für den zukünftigen Netzausbau verglichen.

Die Pressemitteilung zur Veröffentlichung stellt fest, dass auch eine dezentrale Stromerzeugung nicht ohne die bis 2030 geplanten rund 4.000 Kilometer neuen Stromtrassen in Deutschland auskomme. Der aktuell geplante Netzausbau sei selbst dann notwendig, wenn alle Speicher und Flexibilitätsoptionen auf kleinräumiger Ebene zur Verfügung stünden. Weiter heißt es, da die Potenziale für die Erzeugung von Wind- und Solarstrom über Deutschland hinweg ungleich verteilt sind und in der Nähe der großen Verbrauchszentren oft nicht ausreichen, sei eine jederzeit verbrauchsnahe Stromversorgung auf der Grundlage Erneuerbarer Energien nicht vorstellbar. Wasser auf die Mühlen der FAZ, siehe hier

Da einige der betrachteten Studien zu durchaus deutlich reduzierten Netzausbaubedarfen (im Übertragungsnetz) kommen, ist diese Aussage gewagt. An den besagten Studien wird insbesondere bemängelt, dass „Dezentralität“ oft nur ein Narrativ sei. Außerdem wären notwendige dezentrale Steuerungsinstrumente mit den europäischen Vorgaben für liberalisierte Strommärkte schwer zu vereinen. Zentral scheint jedoch das Argument zu sein, dass der notwendige Ausbau von Onshore-Windkraft und PV insbesondere im Süden und Westen Deutschlands teilweise um ein Vielfaches höher liegt, als in den Netzentwicklungsplänen angenommen wird. Man erinnere sich an dieser Stelle bitte kurz daran: Die Netzentwicklungspläne basieren auf einem Szenariorahmen, den eine Bundesregierung anhand ihrer aktuell verfolgten Politik verabschiedet. Diese Energiepolitik ist in Hinblick auf den Ausbau Erneuerbarer Energien bekanntlich ungenügend, woraus sich denn auch wenig zukunftsweisende Szenarien ergeben. Daher sei der letzte Satz der Studie zitiert und vollauf unterstützt: „Eine Weiterführung dieses Analysestrangs erscheint dringend geboten.“

Die Studie finden Sie hier.

Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung: Europaweite und technologieoffene Ausschreibungen gefährden die Energiewende

Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat eine Studie zur aktuell geplanten Reform der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (EERL) veröffentlicht. Der Autor Uwe Nestle von EnKlip kommt zu dem Ergebnis, dass die vorgelegten Reformvorschläge die Energiewende in Europa stark ausbremsen könnten. Die EU-Kommission und in besonderem Maße die Generaldirektion Handel (DG Handel) hat bereits in der Vergangenheit die Freiheit der Mitgliedsstaaten bei der Wahl der Finanzierungsinstrumente für die Energiewende stark eingeschränkt.

Der Reformvorschlag, der aktuell zwischen dem Europäischen Rat und dem Europäischen Parlament verhandelt wird, würde Ausschreibungssysteme flächendeckend verbindlich festschreiben und überdies technologieoffene und europaweite Ausschreibungen grundsätzlich vorschreiben. Dies hätte zur Folge, dass beispielsweise Wind- und Photovoltaikanlagen beim Kampf um einen Vergütungsanspruch konkurrieren und zusätzlich die Standorte europaweit gegeneinander in Konkurrenz treten würden. Das Ergebnis wäre eine massive Konzentration der unterschiedlichen Technologien an den ertragreichsten Standorten. Damit würde eine verbrauchsnahe Erzeugung und Verteilung der Energie weitgehend unmöglich werden und stattdessen der Bedarf für den Netzausbau massiv ansteigen.

Die Studie legt dar, wie die Kommission über die DG Handel und den Hebel der Binnenmarktliberalisierung immer stärker in die nationalen Energiemarktregulierungen eingreift, obwohl diese Kompetenz eigentlich eindeutig bei den Mitgliedsstaaten selbst liegt. Nestle argumentiert, dass die Mitgliedstaaten in der Wahl ihrer Finanzierungsinstrumente weitgehende Freiheit behalten und aktiv beanspruchen sollten, um den Aufbau der Erneuerbaren Kapazitäten an ihre jeweiligen Bedürfnisse und Erfordernisse anpassen zu können. Angesichts der technologischen Reife und ökonomischen Konkurrenzfähigkeit der wesentlichen Technologien bestehe kein Anlass zur Deckelung und Beschränkung des Ausbaus.

Mit dem Aufbau solcher Hürden durch bürokratische, planwirtschaftliche und unsinnige Zuteilungsverfahren gefährdet die Kommission nicht nur das Erreichen der europäischen Energie- und Klimaziele, sie verspielt auch die Chancen auf neue Arbeitsplätze, lokale Wertschöpfung und Innovationen.

Die Studie finden Sie hier sowie die Kurzfassung hier.

Die aktuellsten Neuigkeiten des Vereins gibt es auch bei Twitter unter @EUROSOLAR_D und auf Facebook unter EUROSOLAReV.

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