EUROSOLAR Newsletter Juni 2016

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Bonn, Juni 2016

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde von EUROSOLAR,

die Zukunft des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) steht am Scheideweg. Das Bundeswirtschaftsministerium versucht mit aller Macht gegen die Vereinbarungen im Koalitionsvertrag und mit fadenscheinigen Argumenten das extrem erfolgreiche EEG endgültig zum Bremsklotz der Energiewende zu deformieren. Statt die Fehlentscheidungen der letzten Jahre zu korrigieren (Stichworte Wälzungsmechanismus, Sonnensteuer, PV-Deckel und PV-Ausschreibungen) wird zum nächsten Schlag gegen eine erfolgreiche dezentrale Energiewende ausgeholt. Damit droht nach den Einbrüchen bei Biogas und Photovoltaik nun auch noch die Windkraft durch ein planwirtschaftliches Ausschreibungsverfahren ausgebremst zu werden, mit allen bekannten Folgen für Kosten, Akteursstruktur und Akzeptanz.

EUROSOLAR wendet sich entschieden gegen diese verheerende Politik und fordert konkrete Alternativen. Mehr dazu und zu weiteren Aktivitäten und Nachrichten aus der Welt der Erneuerbaren Energien finden Sie in unserem Juni-Newsletter.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und verbleiben aus aktuellem Anlass mit regnerischen Grüßen
Ihr EUROSOLAR-Team

 

Unterstützt EUROSOLAR


EUROSOLAR: unabhängig, kritisch, gemeinnützig

Als gemeinnütziger Verein setzt sich EUROSOLAR seit 1988 für die schnelle und vollständige Ablösung fossiler und atomarer Ressourcen durch die Nutzung Erneuerbarer Energien ein. EUROSOLAR ist als Mitgliederorganisation unabhängig von staatlicher Förderung und Unternehmen und bewahrt sich dadurch seine kritische Haltung.

Dazu sind wir auf die vielfältige Unterstützung engagierter Menschen angewiesen, die unsere Ziele teilen und unsere Arbeit wertschätzen. Sie können unsere gemeinnützige Vereinsarbeit aktiv fördern, indem Sie Mitglied werden oder einmalig spenden. Mit einem Jahresbeitrag von 65,- Euro (ermäßigt 25,-) kostet Sie die Mitgliedschaft nur einen Bruchteil der EEG-Umlage auf Ihrer Stromrechnung. Dafür können Sie sicher sein, dass unsere Energie nicht an der Strombörse verramscht wird!

 

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Die zweite Sonderkonferenz der Ministerpräsidenten mit dem Kanzleramt zum EEG fand am 31. Mai statt, nachdem ein erstes Treffen im Mai ohne Einigung endete. Eine endgültiger Durchbruch wurde dabei zwar nicht erzielt, aber Merkel und Gabriel ließen verlauten, man habe sich auf wesentliche Eckpunkte verständigt und der Kabinettsbeschluß könne wie geplant am 08. Juni erfolgen. Zu dieser Einschätzung gibt es allerdings aus Teilnehmerkreisen durchaus unterschiedliche Wahrnehmungen.

EUROSOLAR hat mit einer Pressemitteilung zum Verlauf des Treffens reagiert. Darin fordert EUROSOLAR-Vizepräsident Dr. Fabio Longo, endlich die unseeligen Gespensterdebatten zu enttarnen, mit denen die Bundesregierung für das Ausbremsen und Deckeln des EE-Ausbaus argumentiert. Er fordert die Länder zu einer harten Auseinandersetzung im Bundesrat auf, die nicht durch eine unter künstlichem Zeitdruck hergestelle Einigung mit den Ministerpräsidenten verhindert werden dürfe. Unsere Pressemitteilung finden Sie hier!

Bereits im Vorfeld und im Anschluss an die Kampagne „Kein Stopp der Energiewende!“ forderten wir in einem offenen Brief die MinisterpräsidentInnen der Bundesländer dazu auf, deutliche Korrekturen am EEG-Entwurf einzufordern und keinen Konsens ohne die Verankerung für eine De-minimis-Regelung für die Windkraft zuzulassen.

Ähnliche Forderungen erheben auch vier Ökoenergieanbieter, die das Gesetzesvorhaben gemeinsam ebenfalls kritisieren und auf die nach wie vor fehlende Vermarktungsperspektive für Grünstrom abseits der Strombörse verweisen.

Aktuell können auch online Aufrufe gegen das Ausbremsen der Energiewende unterstützt werden, so etwa die Aktion „Energiewende nicht lahmlegen“ von Campact, bei der sich bereits über 200.000 Menschen beteiligt haben. Eine Petition eines Berliner EUROSOLAR-Mitglieds wendet sich an die Bundestagsabgeordneten und fordert: „Stoppt das Abwürgen der Energiewende!“

Heute findet in Berlin eine Großdemonstration statt, zu der die EE-Industrieverbände BWE und BEE aufgerufen haben. Unter dem Titel „Energiewende retten! EEG verteidigen!“ wird ein großer Demonstrationszug u.a. vor dem Bundestag und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Berlin erwartet. Wir wünschen der Demo einen erfolgreichen Verlauf! Unter #Energiewenderetten können Sie auf Twitter aktuelle Eindrücke der Demo finden.

 

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IRES-Symposium 2016 am 1. Dezember in Berlin

Im Dezember wird das 3. IRES-Symposium als Ergänzung zur Internationalen Konferenz zur Speicherung Erneuerbarer Energien (IRES 2017) stattfinden. Gemeinsam mit der EnergieAgentur.NRW und in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund in Berlin präsentieren und diskutieren Experten der Energieforschung die aktuellen Entwicklungen des Speichermarktes.

Der thematische Schwerpunkt liegt dieses Jahr auf dem Wettbewerb der verschiedenen Flexibilitätsoptionen: Wie kann die Versorgungssicherheit garantiert werden, welche Kosten entstehen durch die Flexibilisierung und wie beeinflussen die jeweiligen Optionen die Umwelt?

Neben einem Keynote-Vortrag von Herrn Prof. Dr. Quaschning werden Übersichtsvorträge die einzelne Aspekte der unterschiedlichen erneuerbaren Energiespeicherungen herausstellen. Anschließend diskutieren führende Energieexperten und Mitglieder des Bundestags zum Thema "Flexibilitätsoptionen im Wettbewerb: Chancen und Hürden für Speicher, Netze, Kraftwerke & Co.".

Weitere Informationen zur Veranstaltung sowie die online-Anmeldung finden Sie hier: http://www.eurosolar.de/de/index.php/ires-konferenzreihe/ires-symposium-2016

Bei einer Anmeldung bis zum 30. September 2016 erhalten Sie 30 % Preisnachlass auf Ihre Teilnehmergebühr.

 

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BEWERBUNGSFRIST VERLÄNGERT: Jetzt noch für den Deutschen und Europäischen Solarpreis 2016 bewerben!

Städte, Gemeinden, Landkreise, Unternehmen, Organisationen/Vereine, Initiativen und private Personen können sich noch bis Mitte Juni bewerben oder vorgeschlagen werden. Der Fokus der Ausschreibung, welche in verschiedenen thematischen Kategorien erfolgt, liegt auf Akteuren der dezentralen und bürgernahen Energiewende.

Bewerbungen und Vorschläge zu innovativen und erfolgreichen Projekten/Initiativen können noch bis zum 15. Juni 2016 per E-Mail an sp@eurosolar.de, über ein Online-Formular oder auf dem Postweg eingereicht werden.

Save the date! Die feierliche Preisverleihung des Deutschen Solarpreises findet am 8. Oktober 2016 im Steinhaus "Im Alten Bahnhof" in Solingen statt. Der Europäische Solarpreis wird im November dieses Jahres in Barcelona verliehen.
Die Anmeldung ab Mitte August unter: http://www.eurosolar.de/de/index.php/solarpreise-mainmenu-114

 

Kurznachrichten


Weltweiter Arbeitsplatzboom in den Erneuerbaren hält anzumindest im Rest der Welt

Der Arbeitsmarkt der Erneuerbaren Energien trotzt dem weltweit schwächelnden Jobwachstum und legte 2015 weltweit um 5 % auf 8,1 Millionen Beschäftigte zu. Zu diesem Ergebnis kommt die jährlich erscheinende Studie der International Renewable Energy Agency (IRENA). Insbesondere in Asien ist ein rasantes Wachstum der Branche zu verzeichnen, wo mittlerweile etwa 60 % aller EE-Jobs vorzufinden sind. Der meisten Arbeitsplätze im Vergleich der unterschiedlichen Technologien entstanden IRENA zufolge in der Photovoltaik, mit 2,8 Millionen Arbeitsplätzen weltweit.

Deutschland sei zwar nach wie vor das Land mit den meisten Beschäftigten in der EU, seit 2010 jedoch mit sinkender Tendenz. Allein im Jahr 2014 reduzierte sich die Zahl der Jobs in der Zukunftsbranche hierzulande um 4 %. Damit gehört die Bundesrepublik zusammen mit Spanien und Frankreich zu den ganz wenigen Ländern weltweit, die EE-Jobs abbauen.

Die um stete Neutralität bemühte IRENA bewertet diese Entwicklung nicht. Wir finden: Angesichts der politischen Fehlsteuerungen und den damit verbundenen Einbrüchen bei PV und Biomasse sind die Folgen erwartbar gewesen. Das von der Politik zu Marketingzwecken gerne genutzte Bild vom Pionier der Energiewende bröckelt bedenklich.

Weitere Informationen:
http://www.irena.org/DocumentDownloads/Publications/IRENA_RE_Jobs_Annual_Review_2016.pdf

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Keine Konventionellen – Keine Netzengpässe

Eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Analyse hat ergeben, dass die kostenintensive Abregelung Erneuerbarer Energien in Schleswig-Holstein aufgrund zu hoher Einspeiseleistungen konventioneller Kraftwerke erfolgt. Kohle und Atommeiler werden in Zeiten hoher EE-Einspeisung aus Wind und Sonne nicht auf die technisch minimale Erzeugungsleistung heruntergefahren. Als Ursache werden zwar auch technische Restriktionen vermutet, größeren Einfluss hätten jedoch die veralteten gesetzlichen Rahmenbedingungen und der fehlende Wille, die Erneuerbaren ins Zentrum des regulatorischen Rahmens zu stellen.

So könnte die Öffnung der Regelleistungsmärkte für neue Anbieter die Einspeisung Erneuerbarer erhöhen und somit unnötige Abschaltungen von Wind- und Solaranlagen und die damit verursachten Entschädigungszahlungen vermeiden. Die Studie empfiehlt überdies, was EUROSOLAR seit Langem fordert: Lokale "Stromüberschüsse" können durch Flexibilitätsoptionen und Sektorenkopplung aufgenommen werden und damit für die Erschließung des Wärme- und Mobilitätsmarktes genutzt werden.

Weitere Informationen:
https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/kurzanalyse_grosskraftwerke.pdf 

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2016 erstmals mehr Windkraft als Kernkraft:

Aus ersten Hochrechnungen des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR) folgt, dass dieses Jahr in Deutschland das Jahr der Windkraft sein könnte. Demnach soll die Energieerzeugung durch Windkraftanlagen erstmals die der Kernkraftanlagen übertreffen. Grund hierfür sind die Neuinstallationen von Windkraftanlagen im Jahr 2015 sowie der Ausfall einiger Atomkraftwerke (Grohnde, Philippsburg 2 und Gundremmingen B).

Im letzten Jahr wurden durch Windenergie in Deutschland 88 Mrd. kWh Strom erzeugt. Somit lag die Produktion nur knapp 4 Mrd. kWh hinter der Energieerzeugung durch Atomkraft. Für dieses Jahr wird ein starker Rückgang der Stromerzeugung aus Kernenergie erwartet, welche dadurch weit unter 90 Mrd. kWh liegen sollte. Dies würde zusätzlich den niedrigsten Stand an Atomenergieerzeugung seit Anfang der 80er Jahre bedeuten. Im Gegensatz dazu könnte, je nach Bedingungen, die Stromerzeugung durch Windkraft erstmals die Marke von 100 Mrd. kWh brechen.

Weitere Informationen:
http://www.sonnenseite.com/de/energie/windenergie-ueberholt-erstmals-kernenergie-in-deutschland.html?utm_source=%3A%3A%20Sonnenseite%20Newsletter%2021.%20Mai%202016%20%3A%3A&utm_medium=E-Mail&utm_campaign=Newsletter

 

zum Schluss


Ganz ehrlich? Beim herrschenden Überangebot an Unsinn fällt es einem wirklich nicht leicht, zum Schluss noch mit einem bissigen Kommentar auf das Allerletzte einzugehen. Wo soll man da anfangen? Wen soll man angreifen und wen ungerechtfertigterweise verschonen?

Soll man die EU-Kommission kritisieren, die mal wieder einen kleinen Testballon für die nächste Generation von Atomkraftwerken starten ließ, um das Dementi direkt hinterherzuschicken? Oder soll man China bashen, die ihre neuen AKW´s schwimmenderweise im Südchinesischen Meer installieren möchten und damit die künstlich aufgeschütteten Inseln/Militärstützpunkte versorgen will? Man könnte auch Herrn Dr. Schäuble für seinen tollen Vorschlag feiern, die Eigenversorgung mit Erneuerbaren Energien nun zusätzlich zur Sonnensteuer auch mit der Stromsteuer belegen zu wollen.

Oder man könnte sich über Tagesschau und Konsorten aufregen, die ihren Beitrag zur Sicherung der Meinungsvielfalt (siehe Rundfunkstaatsvertrag) beim EEG dadurch leisten, immer wieder die gleichen platten Kostensprech-Argumente zu verwursten und nicht mal für 10 Pfennige zu recherchieren, warum denn diese lästige EEG-Umlage bitteschön plötzlich so hoch ist.

Am Ende regt man sich ja doch nur auf. Deswegen überlassen wir die Aufregung der geneigten Leserschaft und stürzen uns wieder in die Arbeit FÜR die Energiewende. Lassen auch Sie sich nicht blenden vom Unsinn da draußen und setzen Sie die Aufregung in Erneuerbare Energie um!

 

Mehr Informationen finden Sie wie immer auf unserer Internetseite www.eurosolar.org
Die aktuellsten Neuigkeiten des Vereins gibt es auch bei Twitter unter @EUROSOLAR_D.

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