EUROSOLAR Newsletter Mai 2017

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Mai 2017

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe FreundInnen von EUROSOLAR,

alles neu macht der Mai, heißt es und so ist es auch. SolarWorld hat Insolvenz angemeldet, der Souverän in NRW hat die rot-grüne Regierung abgewählt und in Brüssel wird hart daran gearbeitet, den Einspeisevorrang für Erneuerbare zu schleifen. Da kommt es gerade recht, dass die Delegiertenversammlung von EUROSOLAR die Forderungen für eine schnelle dezentrale Energiewende erneuert. Denn die Energiewende ist offensichtlich kein Selbstläufer.

Im Newsletter finden Sie diesen Monat außerdem Informationen zur Haftung europäischer Atomwerke, dem größten niederländischen Windpark in Bürgerhand und einiges mehr. Aktuell berichten wir über den Verlauf der diesjährigen Stadtwerke-Konferenz in Schwäbisch Gmünd und machen Sie auf unsere nächsten Aktivitäten aufmerksam. So bereitet sich die türkische EUROSOLAR-Sektion auf die IRENEC 2017 vor und wir alle zusammen freuen uns auf weitere Bewerbungen und Vorschläge für den Deutschen und Europäischen Solarpreis 2017. Auch den Hinweis auf die Menschenkette gegen die Atomkraftwerke Doel und Tihange am 25. Juni wollen wir Ihnen nicht vorenthalten.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!
Ihr EUROSOLAR-Team

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Inhalt:

1. EUROSOLAR-Aktuell
2. Deutscher und Europäischer Solarpreis
3. Kurznachrichten
4
. EUROSOLAR unterstützt

Newsletter Header EUROSOLAR Aktuell

7th International 100 % Renewable Energy Conference (IRENEC 2017)

Der Übergang des Energiesystems von Gemeinden, Inseln, Ländern und Regionen hin zu 100 % Erneuerbaren Energien kann nur durch den Willen lokaler, nationaler und regionaler Regierungen verwirklicht werden. Die Schaffung funktionierender Märkte, die Integration intelligenter Netze sowie die Erzeugung und Speicherung Erneuerbarer Energien mit den besten verfügbaren Technologien ist zudem Voraussetzung für das Erreichen dieses Ziels.

Die türkische EUROSOLAR-Sektion veranstaltet vom 18. bis 20. Mai 2017 die jährlich stattfindende internationale 100% Erneuerbare-Energien-Konferenz (IRENEC 2017) in Istanbul. Seit 2013 stellt die IRENEC-Konferenzreihe eine internationale Plattform für den Austausch von Wissen und Ideen über die technischen, wirtschaftlichen und politischen Aspekte des Übergangs des Energiesystems hin zu 100 % Erneuerbaren Energien dar.

Wir freuen uns, dass - trotz der aktuell widrigen Umstände - Wille und Mut nicht gebrochen sind und in der Türkei weiterhin Bewegungen für ein Erneuerbares Zeitalter stattfinden.

Weitere Informationen:
http://www.irenec.org/eng/

30 Teilnehmer aus 10 Ländern bei EUROSOLAR-Delegiertenversammlung verabschieden neue Resolution

Am ersten Samstag im Mai traf sich die Delegiertenversammlung von EUROSOLAR e.V. in der Bonner Geschäftsstelle und verabschiedete ihre neue Resolution über die Zukunft der Energieversorgung. Mehr als 30 Delegierte aus zehn Ländern kamen zusammen, um die Hemmnisse und Chancen einer schnellen und vollständigen Energiewende zu analysieren.

Der Durchbruch der Erneuerbaren Energien nimmt zwar rund um den Globus an Fahrt auf und bringt Arbeitsplätze, Wohlstand und Gerechtigkeit, technische Innovationen und politische Stabilität. Die EUROSOLAR Delegiertenversammlung 2017 fordert eine schnelle und dezentrale  Energiewende angesichts der Gefahren, die mit den veralteten Energiemärkten der Welt einhergehen. Darauf aufbauend wurde eine Resolution mit sieben Forderungen, einschließlich der nach 100 % Erneuerbarer Energie, Informationsfreiheit und globaler Entmilitarisierung, für eine aufgeklärte, erneuerbare Energiemarktordnung verabschiedet.

Den Resolutionstext auf Englisch finden Sie hier:
http://bit.ly/2qrJ6go

Abschluss der 11. EUROSOLAR-Konferenz "Stadtwerke mit Erneuerbaren Energien"

In der vergangenen Woche fand unsere Stadtwerke-Konferenz in Kooperation mit den Stadtwerken Schwäbisch Gmünd statt. Spannende Diskussionen und Vorträge zu den Themen Digitalisierung, Mieterstrom und Bürgerbeteiligung prägten die erfolgreiche Veranstaltung. An dieser Stelle möchten wir allen Referenten, Ausstellern, Teilnehmern und Sponsoren für ihre Beiträge und den Stadtwerken Schwäbisch Gmünd für ihre herzliche Gastfreundschaft danken.

Eine erste Zusammenfassung der Veranstaltung finden Sie auf unserer Internetseite unter:
http://bit.ly/2pQxume

Newsletter Header Solarpreise

Nur noch zwei Wochen bis zum Bewerbungsschluss!

Erneuerbare Energien für alle greifbar und erlebbar machen – mit diesem Ziel verleiht EUROSOLAR seit 24 Jahren die Solarpreise an Städte/Gemeinden, ArchitektInnen, kommunale und privatwirtschaftliche Unternehmen, Vereine, Organisationen und Genossenschaften, JournalistInnen und natürlich Bürgerinnen und Bürger, die die Energiewende mit ihren Projekten und Initiativen aktiv unterstützen.

Die Ausschreibung richtet sich in unterschiedlichen Preiskategorien an Akteure der Energiewende, die durch Innovation und besonderes Engagement den Weg in die erneuerbare und dezentrale Zukunft weisen.

Bewerbungen und Vorschläge können noch bis zum 31. Mai 2017 eingereicht werden. Alle Einsendungen werden einer qualifizierten Jury vorgelegt, die im Sommer über die diesjährigen PreisträgerInnen entscheidet.


Hinweise zur Bewerbung finden Sie hier:
Deutscher Solarpreis
Europäischer Solarpreis

Newsletter Header Kurznachrichten

Rot-Grün in NRW abgewählt - Schwarz-Gelb letzte Option?

Am Sonntag fanden die Landtagswahlen in NRW statt und besiegelten das Ende der rot-grünen Landesregierung von Hannelore Kraft. Den Wahlkampf dominierten vor allem die Themen Bildung und Innere Sicherheit, die Themen Energiewende und ökologische Modernisierung waren kaum präsent und so votierte der Souverän für einen Regierungswechsel. Die SPD hat eine große Koalition heute ausgeschlossen und damit wird eine schwarz-gelbe Koalition mit einer hauchdünnen Mehrheit von einer Stimme wahrscheinlich Realität.

Angesichts der Positionen der beiden voraussichtlichen Regierungsparteien und den bisherigen Erfahrungen mit schwarz-gelben Regierungen können harte Zeiten für die Energiewende in NRW erwartet werden. Das Thema Kohleausstieg wird zumindest landespolitisch absehbar auf die lange Bank geschoben, denn CDU und FDP sprechen sich beide für die weitere Verbrennung von Braunkohle aus. Die CDU bis mindestens 2045 und die FDP ohne Angabe von Zeiträumen.

Damit NRW die Zukunft nicht verspielt und die notwendige ökologische Modernisierung nicht verschleppt, müssen die ökonomischen, ökologischen und sozialen Vorteile und Chancen der Energiewende noch deutlicher herausgearbeitet werden, anstatt in einem verkrusteten Lagerdenken klein geredet zu werden. Denn das Energieland Nr. 1 wird diesen Titel nur behalten können, wenn es sich erneuert und erneuerbar macht.

ACER und CEER wollen Einspeisevorrang rückwirkend beschneiden

Wie wir vergangenes Jahr berichtet haben, schlägt die EU-Kommission in ihrem sogenannten Winter Package eine Einschränkung des Einspeisevorrangs für Erneuerbare vor. Nun haben in einem gemeinsamen White Paper die Organisationen ACER und CEER diesen Vorschlag aufgegriffen und radikalisiert und fordern, den Einspeisevorrang für Erneuerbare Energien nicht nur bei neuen sondern auch bei bereits bestehenden Anlagen abzuschaffen, ebenso wie Entschädigungszahlungen für die netzbedingte Abschaltung von Wind- und Solaranlagen. 

Begründet wird dieser Vorschlag mit dem alten Lied der "vollständigen Integration der Erneuerbaren in den Markt". Den Verbrauchern soll zu jeder Zeit der günstigste Strom geliefert werden und die für fossile und atomare Großkraftwerke zugeschnittene Marktordnung soll unter keinen Umständen zugunsten der Erneuerbaren eingeschränkt werden. ACER, die europäische Agentur der Netzregulierungsbehörden (quasi das europäische Pendant zur BNetzA) und CEER, eine Non-Profit-Organisation, die 29 europäische Netzregulierungsbehörden vereint und die Arbeit von ACER ergänzt, machen mit diesem Vorstoß deutlich, wessen Geistes Kind sie sind. 

Der Einspeisevorrang für Erneuerbare Energien ist ein entscheidender Grundpfeiler der Energiewende und ermöglicht erst den erfolgreichen Betrieb erneuerbarer Energieanlagen, die sich in einem sogenannten freien Markt eben nicht gegen die hochsubventionierten fossilen und atomaren Kraftwerke durchsetzen könnten. Doch von solchen Verzerrungen des Marktes ist in den Papieren selbstredend nichts zu lesen.

Hier finden Sie die aktuellen Vorschläge auf Englisch:
http://bit.ly/2rlgwN0

SolarWorld ist insolvent und die Geier kreisen über Bonn

Am vergangenen Mittwoch kündigte SolarWorld-Chef Frank Asbeck die Insolvenz seines Unternehmens an. Damit ist nun auch dem letzten der großen deutschen Modulhersteller die Zahlungsunfähigkeit bescheinigt. Letzte Woche habe die Unternehmensleitung erkannt, dass „keine positive Fortbestehensprognose mehr bestehe“, teilte das Unternehmen in einer Ad-hoc-Meldung mit. Für die Tochtergesellschaften werde die Antragspflicht einzeln geprüft.

Am Weltmarkt sinken die Preise für Solarzellen und -module in rasantem Tempo: Sie sind in den letzten Jahren im Schnitt um 20 Prozent gefallen. Und diese Entwicklung führt sich fort. Das Bonner Unternehmen konnte nicht mehr mithalten. Schon in den Jahren 2010 bis 2012 brach der Absatz ein, weil die Förderung von Solaranlagen in Deutschland und in vielen anderen Ländern massiv zurückgefahren wurde. In der Branche gab es sowohl in Deutschland als auch in China Konkurse in großer Zahl, weil viele Anbieter zu klein waren, um von Skaleneffekten zu profitieren.
Zu dieser Zeit stand auch SolarWorld zum ersten Mal ganz kurz vor dem Aus. Asbeck schaffte es aber, Gläubiger von einem Restrukturierungskonzept plus Schuldenschnitt zu überzeugen und einen Investor aus Katar für sich zu gewinnen. Doch eine nachhaltige Gesundung des Unternehmens wollte nicht gelingen.

Die Insolvenz bot nun Anlass, das ungewisse Schicksal des Unternehmens und seiner Mitarbeiter für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Da wurden Managementfehler umgedichtet, die Förderung Erneuerbarer Energien diffamiert und zur eigenltichen Ursache der Pleite erklärt und das Solarzeitalter als Irrweg gegeißelt. Mit beachtlicher Dreistigkeit ging dabei die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vor und titelte: „Bürger zahlen für Solarstrom-Jobs“. Die Autoren stellten darin die absurde Rechnung auf, dass die Stromkunden über die EEG-Umlage die Jobs der Solarbranche mit 300.000 € pro Arbeitsplatz im Jahr subventionieren würden.

Wir hoffen, dass sich für SolarWorld und die betroffenen Mitarbeiter nach der Insolvenz eine tragfähige Perspektive bietet, denn die Energiewende ist noch längst nicht geschafft. Und, liebe Kommentatoren: Als Nokia pleite ging, war das nicht das Ende des Handyzeitalters sondern erst der Beginn.

Einen ausgewogenen und gut recherchierten Artikel finden Sie im Tagesspiegel:
http://bit.ly/2pFXuoi

Größter niederländischer Windpark in Gemeindehand

In der niederländischen Provinz Flevoland soll ein Windpark errichtet werden, der um die Hälfte größer ist als der bislang größte Windpark der Niederlande. Mit 400 Millionen € und 93 Turbinen sollen die alten Turbinen, die bald 20 Jahre alt sind, ersetzt werden.

Die bisherige Praxis hatte für Unfrieden gesorgt: Landbesitzer verdienten bis zu 30.000 Euro im Jahr, weil die Turbinen auf ihrem Land standen. Die Besitzer der angrenzenden Felder, die ebenso nah dran waren, gingen dagegen leer aus. Auflagen der Europäischen Kommission verringerten zudem die Möglichkeiten für Kommunen, in Windanlagen zu investieren. Um alle Parteien zufrieden zu stellen, sollten die Kommunen und die regionalen Regierung nun zusammenarbeiten.

Eine entscheidende Rolle spielt dabei eine demokratisch organisierte Wind-Kooperative „De Nieuwe Molenaars“, die sich aus den direkt betroffenen Einwohnern zusammensetzt und über mehrere Jahre Haushaltsumfragen durchführte, um eine von allen als gerecht empfundene Verteilung von Lasten und Erlösen festzulegen. Erst nach einer solchen Einigung würden die Planungen für den neuen Windpark fortgeführt.

Die Kooperative REScoop hat durch den Kauf einer der alten Windmühlen einen lokalen Ableger gegründet und will dafür sorgen, dass die Bürger auch aktiv an den Projekten teilhaben können. und über deren Entwicklung mitentscheiden können. So wird ein allgemeiner Konsens zur Ausweitung der Windenergie auch in der unmittelbaren Umgebung geschaffen und das private Kapital der Menschen für ein zukunftsweisendes Projekt mobilisiert.

Mehr Informationen gibt es unter:
http://bit.ly/2oY860o

Unzureichende Haftung bei Atomkraftwerken

Kein Atomkraftwerk in Deutschlands Nachbarländern ist ausreichend versichert, um die Kosten eines schweren nuklearen Unfalls zu decken. Einen Großteil der Schäden müssten nach heutiger Rechtslage die Geschädigten selbst tragen. Zu diesem Ergebnis kommen Analysen des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS).

Laut FÖS übersteigen die zu erwartenden Kosten eines großen nuklearen Unfalls die geltenden Haftungsgrenzen für europäische Staaten und dort tätige AKW-Betreiber um das Hundert- bis Tausendfache. So lägen die wahrscheinlichen Kosten für einen Super-GAU in Europa bei 100 bis 430 Milliarden Euro, während die international vereinbarte Haftungs- und Deckungsvorsorge meist auf dreistellige Millionenbeträge begrenzt ist.

Sönke Tangermann von Greenpeace Energy sagt: „Deutschland sollte ernsthaft in Erwägung ziehen, aus den bestehenden Haftungsverträgen auszusteigen, um bei grenznahen Atomunfällen nicht durch völlig unrealistische Haftungshöchstgrenzen daran gehindert zu sein, die tatsächlich entstandenen Schäden bei den Verursachern geltend machen zu können.“

Weitere Informationen finden Sie unter:
http://bit.ly/2rmowyj

Newsletter Header EUROSOLAR–unterstuetzt

STOP Tihange & Doel  90 km lange Menschenkette gegen Atommeiler in Belgien geplant


Am Sonntag, den 25. Juni 2017, werden sich zehntausende Menschen aus drei verschiedenen Ländern zu einer Menschenkette formieren, um gemeinsam gegen den Betrieb der Atomkraftwerke Tihange 2 und Doel 3 zu protestieren. Beide Kraftwerke stellen aufgrund zahlreicher und eklatanter Mängel ein enormes Sicherheitsrisiko dar und werden zudem mit deutschen Brennstäben beliefert.

Mit einem 90 km langen Band aus Menschen, von Tihange über Lüttich und Maastricht bis nach Aachen soll ein Zeichen gegen die veralteten und längst überkommenen Atommeiler gesetzt und deren Abschaltung gefordert werden.

Die Menschenketten-Aktion startet um 14:00 Uhr und soll sich durch die anreisenden Menschen innerhalb von zwei Stunden entlang von Straßen und Wegen zwischen den genannten Orten bilden. Beim „Kettenschluss“ wird die Kette durch gegenseitiges Hände- und Transparente-Halten über 90 km vollständig geschlossen.

EUROSOLAR unterstützt diese Aktion und ruft zur breiten Teilnahme auf – denn jeder Meter zählt!

Weitere Informationen zu Anreise und Logistik sowie zur Anmeldung unter:
https://www.stop-tihange.org/de/kettenreaktion-tihange/

Mehr Informationen finden Sie wie immer auf unserer Internetseite www.eurosolar.org
Die aktuellsten Neuigkeiten des Vereins gibt es auch bei Twitter unter @EUROSOLAR_D.

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Mehr Informationen finden Sie auf www.eurosolar.org.

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