EUROSOLAR Newsletter Juli 2017

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Juli 2017

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe FreundInnen von EUROSOLAR,

herzliche Grüße senden wir Ihnen mit unserem Juli-Newsletter. Nachdem Bundestag und Bundesrat die letzten Marathonsitzungen absolviert haben, beginnt nun der Wahlkampf zur kommenden Bundestagswahl Gestalt anzunehmen. EUROSOLAR begleitet den Wahlkampf aktiv und hat den Parteien energiepolitische Wahlprüfsteine vorgelegt. Außerdem werben wir weiter um Spenden für unseren Aufruf für eine Echte Energiewende. Mit einem Blick auf aktuelle Entwicklungen in der Energiewelt informieren wir Sie über wichtige Neuigkeiten in unseren Kurznachrichten.

Viel Spaß beim Lesen und einen sonnigen und entspannten Sommer wünscht
Das Team von EUROSOLAR

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Inhalt:

1. EUROSOLAR-Aktuell
2. EUROSOLAR-Veranstaltungen
3
. Kurznachrichten

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Wahlprüfsteine

In Wahlkämpfen möchten sich die Parteien und vor allem ihr Spitzenpersonal von der besten Seite zeigen. Wahlprogramme wurden in mehr oder weniger demokratischen Prozessen erstellt und mit Plakaten werden Straßen und Innenstädte verunstaltet. Bei den entscheidenden inhaltlichen Fragen besteht aber oft Unklarheit über die Pläne der Parteien. Um hier mehr Klarheit zu schaffen, hat EUROSOLAR allen im Bundestag oder ersatzweise in mehr als der Hälfte aller Landesparlamente vertretenen Parteien energiepolitische Wahlprüfsteine geschickt und den Parteien auf den Zahn gefühlt.

Hier können Sie unsere Fragen einsehen. Die Antworten liegen noch nicht von allen Parteien vor. Wir aktualisieren die Übersicht umgehend nach Eingang der weiteren Antworten.

Anzeigenkampagne zur Bundestagswahl

Mit dem sagenhaften Engagement unserer vielen UnterstützerInnen konnten wir im Juni die erste Veröffentlichung im Rahmen unserer Anzeigenkampagne „Nur mit einer echten Energiewende können wir die Zukunft gewinnen“ in der Wochenzeitung DIE ZEIT erfolgreich platzieren. Mit der Anzeige wurden weitere Spenden und UnterstützerInnen gewonnen. Wir möchten Sie nun aufrufen, weitere Veröffentlichungen ebenfalls mit einer Spende und Ihrer namentlichen Unterstützung zu ermöglichen und unseren Aufruf auch in Ihren Netzwerken zu verteilen. Sie helfen damit, der nächsten Bundesregierung unmissverständlich klar zu machen, dass mit der Verschleppung und Zentralisierung der Energiewende endlich Schluss sein muss.

Alle Infos zur Kampagnen finden Sie hier.

Aufruf samt Spendenformular als PDF-Dokument zum einfachen Weiterleiten

Disruption in der Energiewende

Ein Begriff macht die Runde und ist in aller Munde. Dr. Axel Berg erklärt in einem Videobeitrag die Hintergründe und die Bedeutung des Begriffs für die Entwicklungen in der Energiewende. Sie finden den Beitrag, ebenso wie weitere spannende Beiträge aus der neuesten Ausgabe unserer Zeitschrift SOLARZEITALTER auf unserer Internetseite.

Wenn Sie unsere Zeitschrift in Zukunft gerne in gedruckter Form nach Hause geschickt haben möchten, empfehlen wir Ihnen, ein Abo bzw. gleich eine Mitgliedschaft bei EUROSOLAR einzugehen!

Mitglied werden!

EUROSOLAR arbeitet gemeinnützig und unabhängig und setzt sich mit Stellungnahmen, Konferenzen, Veröffentlichungen, Kampagnen uvm. aktiv für eine schnelle, dezentrale und kostengünstige Energiewende innerhalb dieser Generation ein. Unterstützen Sie unsere Arbeit als Mitglied und werden Sie Teil der vielfältigen EUROSOLAR-Familie. Unsere günstigen Jahresbeiträge von 65 € für Einzelpersonen und 130,- € für juristische Personen ermöglichen fast allen, aktiv teilzuhaben und unsere Unabhängigkeit und zukünftige Entwicklung zu unterstützen. Für Studierende oder Menschen mit geringen Einkommen oder Renten bieten wir auf Nachweis auch reduzierte Beiträge an.

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IRES 2018 Call for Abstracts

Vom 13. bis zum 15. März 2018 wird die 12. Internationale Konferenz zur Speicherung Erneuerbarer Energien (IRES2018) gemeinsam mit der 7. Energy Storage Europe stattfinden. Mit dem Call for Abstracts lädt EUROSOLAR ab Mitte Juli 2017 WissenschaftlerInnen ein, ihre Forschungsergebnisse auf der Konferenz im März 2018 zu präsentieren. Bis zum 15. September haben sie die Möglichkeit, sich mittels einer Kurzusammenfassung um einen der begehrten Plätze im Konferenzprogramm oder in der zunehmend wichtigen Posterausstellung zu bewerben.

Der Call for Abstracts sowie weiterführende Informationen zur Bewerbung werden in Kürze auf der Konferenz-Webseite www.energystorageconference.org verfügbar sein.

Einen Überblick über unsere Veranstaltungstermine im Herbst und Winter sowie weitere aktuelle Informationen zu unserer Arbeit finden Sie unter www.eurosolar.org.

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G20 Nachlese

EUROSOLAR hat bereits vor dem Gipfel in einer ausführlichen Mitteilung deutlich gemacht, dass an die aufwendige und teure Inszenierung des G20-Gipfels in Hamburg keine politischen Hoffnungen zu knüpfen sind. Vielmehr ist es notwendig, eine konsequente Energiewendepolitik in den beteiligten Staaten selbst einzufordern. Denn aller Beteuerungen über Klimaschutz und nachhaltiges Wachstum zum Trotz behindern die Regierungschefs, inklusive der deutschen Gastgeberin, die Energiewende vor Ort teilweise massiv. In der gemeinsamen Abschlusserklärung und im Aktionsplan zu Klima, Energie und Wachstum können sich Interessierte selbst ein Bild über die abstrakten und vagen Formulierungen machen und mit Recht danach fragen, wie und wann denn die Umsetzung vor Ort stattfinden soll.

Während in den Medien die aufgeregte Debatte um gewalttätige Auseinandersetzungen die Inhalte weitgehend verdrängt hat, werten viele Umweltverbände die Ergebnisse des G20-Gipfels als Erfolg und weitreichende Verständigung auf gemeinsame Ziele. Insbesondere die Zusagen zum Pariser Klimaabkommen von 18 Staaten und der EU gegen die USA wird dabei hervorgehoben. Allerdings dürfte dabei die Chance, Donald Trump international für sein Bekenntnis zu Öl, Gas und Kohle zu isolieren und sich selbst als Führungsmächte bei der Bekämpfung des Klimawandels zu inszenieren, eine größere Rolle gespielt haben als die ehrliche Absicht, selbst aus der fossilen und atomaren Energieerzeugung auszusteigen. Klimaschutz wird zum Greenwashing-Label, wenn sich die G20-Staaten trotz faktisch gegenteiliger Politik damit schmücken dürfen. Ohne eine vollständige, schnelle und dezentrale Energiewende wird es aber keinen Klimaschutz, keinen Frieden und keine Gerechtigkeit geben, nirgends.

Bürgerenergie – wer steckt dahinter?

Die Ergebnisse der ersten Ausschreibungsrunde für Windenergie an Land sollten Befürworter der dezentralen und bürgernahen Energiewende eigentlich positiv stimmen: Mit 93 Prozent der Zuschläge bzw. 96 Prozent des Zuschlagsvolumens waren Bürgerenergiegesellschaften (BEG) in dieser ersten Runde besonders stark vertreten.

Eine genauere Betrachtung der Gebotszuschläge lässt jedoch einige Zweifel am Erfolg der Bürgerenergie aufkommen: Viele der vermeintlichen BEG sind den regionalen Bürgerenergie-Verbänden gänzlich unbekannt. Zudem gab es kurz vor der Ausschreibungsrunde eine ganze Reihe von Genossenschafts-Neugründungen. Sind es wirklich Bürgerinnen und Bürger, die dahinter stecken oder wird hier eher ein Etikettenschwindel mit dem Begriff „Bürgerenergie“ betrieben?

Unter anderem können privilegierte BEG Gebote für Anlagen auch vor Erteilung einer Genehmigung nach Bundes-Immissionsschutzgesetz abgeben und haben dann 54 Monate (anstatt 30 Monate) Zeit diese zu realisieren. Da die als Ausnahmeregelung angedachte Privilegierung in der ersten Ausschreibungsrunde nun den Regelfall darstellte, ist  das Erreichen der ohnehin schon niedrig angesetzten Ausbauziele gefährdet. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) prüft aktuell, wie die vermeintlichen BEG aufgestellt sind, die einen Zuschlag erhalten haben. Gleichzeitig beschloss die Bundesregierung noch vor der Sommerpause, die Sonderregelung für die ersten beiden Ausschreibungsrunden im Jahr 2018 auszusetzen. Damit wird jedoch der mühsam errungene Kompromiss zugunsten bürgerschaftlichen Engagements eliminiert, anstatt bei der Definition von BEGs anzusetzen und sicherzustellen, dass in Zukunft auch wirklich drin ist was drauf steht.

Weitere Informationen:
http://www.br.de/nachrichten/windkraftausschreibung-buergerwindparks-erfolge-bayern-100.html

https://www.maslaton.de/news/Gesetzgeber-reagiert--Privilegien-fuer-Buergerenergiegesellschaften-in-2018-weitgehend-ausgesetzt--n551?ct=t(Newsletter_30_06_20176_30_2017)

Atomkraft: Das lange Sterben einer unverantwortlichen Technologie

Geschichten zur Atomenergie lieferten auch in den letzten Wochen eine Menge Stoff für die mediale Berichterstattung. Wir haben Ihnen einen Überblick zusammengestellt:

Mit einem historischen Kompromiss hat die deutsche Atomindustrie für schlappe 23,3 Milliarden Euro die Verantwortung für die ewig strahlenden Hinterlassenschaften an den Bund und damit an die SteuerzahlerInnen übertragen. Vermutlich noch nie hat eine solch hohe Zahlung von Unternehmen an den Staat die Aktienkurse der beteiligten Konzerne derart beflügelt. Aber immerhin haben sich die Konzerne damit dem größten anzunehmenden finanziellen Risiko freikaufen können. Es ist bereits absehbar, dass die gezahlte Summe nie zur Begleichung der entstehenden Kosten der Endlagerung reichen wird. Lesen Sie hier einen Kommentar von Jürgen Döschner.

Frankreich will per Gesetz den Atomanteil an der Stromproduktion bis 2025 auf 50 Prozent senken. Der französische Umweltminister Nicolas Hulot sprach dabei über die mögliche Schließung von bis zu 17 Atommeilern in den nächsten acht Jahren. Was vielversprechend klingt, wurde schon vor fünf Jahren versprochen, aber immer noch kein abgestimmter Plan entwickelt.

Gleichzeitig gerät das strategisch entscheidende Projekt Flamville III mit dem als zukunftsweisend gepriesenen EPR-Reaktor ins Wanken. Für den AKW-Neubau wurde offenbar mangelhafter Stahl im Druckbehälter verwendet. Dies berichtete die französische Atomaufsicht ASN. Nach deren Ansicht kann die Abdeckung des Reaktorbehälters daher nur wenige Jahre – und nicht wie geplant 60 Jahre – betrieben werden. Da der Druckbehälter bereits verbaut wurde, könnten die Betreiber nachträglich keine entsprechenden Kontrollen mehr durchführen. Der Austausch der Reaktorabdeckung könne bis 2024 erfolgen, allerdings soll Flamanville bereits 2018 in Betrieb gehen. Ursprünglich sollte das Projekt 3,3 Mrd. Euro kosten und 2012 fertiggestellt sein. Nach mehreren Verzögerungen werden nun Kosten von 10,5 Milliarden Euro erwartet. Damit reiht sich Flamville in die lange Geschichte der negativen Lernkurve der Atomindustrie ein. Erfahren Sie hier mehr.

Auch der Bau des englischen Atommeilers Hinkley Point C wird einige Milliarden Euro mehr kosten als geplant und die Inbetriebnahme nicht vor 2027 erfolgen. In den letzten zehn Jahren wurden die Prognosen mehrere Male auf nunmehr 22,4 Milliarden angepasst. Die zusätzlichen Baukosten, sollen nun durch höhere Energiekosten für die Verbraucher kompensiert werden. Da eine länderübergreifende Umweltverträglichkeitsprüfung nicht vor Projektbeginn erfolgte, könnten sich nun Möglichkeiten für rechtliche Schritte gegen den Neubau ergeben. Erfahren Sie hier mehr.

Die aktuellsten Neuigkeiten des Vereins gibt es auch bei Twitter unter @EUROSOLAR_D.

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