EUROSOLAR-Newsletter Oktober 2017

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Oktober 2017

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe FreundInnen von EUROSOLAR,

willkommen zu unserem monatlichen Newsletter mit aktuellen Informationen zu unserer Arbeit, unseren Veranstaltungen und Kurznachrichten aus der Welt der Erneuerbaren Energien. Nun ist die Wahl vorbei und der erste Schreck legt sich wie Herbstnebel über die Gemüter. Immerhin, die lähmende Große Koalition scheint beendet zu sein. Ob es für ein Schwampel- oder Jamaika-Bündnis reicht, wird sich nun zeigen müssen. Auch wenn angenommen werden darf, dass der Wille zur Macht und zu Regierungsposten bei allen Beteiligten hinreichend ausgeprägt ist, kündigen sich die inhaltlichen Differenzen bereits deutlich an. Im Gegensatz zum Wahlkampf wird die Zukunft unserer Energieversorgung in den Koalitionsverhandlungen vielleicht die entscheidende Rolle spielen. Wir werden die Sondierung und die Koalitionsverhandlugen aufmerksam begleiten und unsere Forderungen für eine echte Energiewende mit 100 % Erneuerbaren Energien innerhalb einer Generation weiter stark machen.

Viel Spaß beim Lesen wünscht das EUROSOLAR-Team!

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Inhalt:

1. EUROSOLAR Veranstaltungen
2. EUROSOLAR Aktuell
3. Kurznachrichten
4. Das Letzte zum Schluss

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Workshop im Rahmen der COP23

Im Zuge der Weltklimakonferenz in Bonn laden EADI, das BonnSustainabilityPortal.de und  EUROSOLAR e.V. zu einem Tagesworkshop ein:

Teilhabe an der nachhaltigen Stadt – lokal und global
10. November von 9 - 17 Uhr│Kaiser-Friedrich-Str. 13│53113 Bonn

Interessierte und Aktive aus Zivilgesellschaft, Politik und Wissenschaft entwerfen in Arbeitsgruppen Lösungsansätze zu den Querschnittsthemen Energie, Mobilität und Bildung. Bewusst wird auf lange Vorträge verzichtet und die Zeit für kontroverse, kritische und produktive Diskussionen genutzt. Alle Teilnehmer sind eingeladen, überzeugende Praxisbeispiele einzubringen. Am Ende des Tages wird ein gemeinsames Visionspapier formuliert, dass auf der Klimakonferenz verbreitet werden soll.

Die Veranstaltung wird durch das UNFCC, die Präsidentschaft von Fiji und die Stadt Bonn offiziell unterstützt und durch die Stadt Bonn auch finanziell gefördert.

Weitere Informationen zum Workshop hier.
Das Anmeldeformular finden Sie hier.

Verleihung des Europäischen Solarpreises 2017 und Symposium

In Kooperation mit den nationalen Sektionen verleiht EUROSOLAR seit 1994 jährlich den Europäischen Solarpreis an Gemeinden, kommunale Unternehmen, Vereine und Organisationen, Architekten, Journalisten und private Personen.
Nachdem die Preisverleihung in den letzten Jahren in Rom, Prag und Barcelona gastierte, freuen wir uns, Ihnen am Samstag, den 18. November, an der Technischen Universität in Wien die diesjährigen PreisträgerInnen im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung präsentieren zu dürfen.

Im Vorfeld der Verleihung findet ein Symposium zum Thema „The Energy Transition in Europe“ statt. Die Referenten werden Potentiale und Lösungen vorstellen und diskutieren. Außerdem wird es morgens möglich sein, die Räumlichkeiten und das umfassende Energiekonzept der Technischen Universität Wien zu besichtigen.
Wir laden Sie ganz herzlich ein, der feierlichen Preisverleihung und dem spannenden Symposium beizuwohnen. Der Eintritt für beide Veranstaltungen ist kostenfrei, um eine Anmeldung bis zum 10. November wird gebeten. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Weitere Informationen finden Sie hier.
Das Anmeldeformular hier.

IRES-Symposium 2017

Am 20. November organisiert EUROSOLAR in Kooperation mit der EnergieAgentur.NRW das IRES-Symposium in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund in Berlin. Bereits zum vierten Mal ergänzt das Symposium die international und wissenschaftlich ausgerichtete IRES-Konferenz um die nationalen Perspektiven zur Entwicklung, Einführung und Nutzung von Flexibilitätsoptionen, insbesondere von Speichertechnologien.

Experten aus Energieforschung und -politik werden dazu im ersten Teil der Veranstaltung in Übersichtsvorträgen ihren aktuellen Wissens- und Forschungsstand präsentieren und diskutieren. Am Abend folgt eine parlamentarische Diskussionsrunde mit Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, die im Anschluss mit einem Get-Together abgerundet wird.

Mehr Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

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EUROSOLAR-Delegation bei Bonner Klimakonferenz

EUROSOLAR wird mit einer Delegation die Klimaverhandlung in Bonn vor Ort begleiten und über die Entwicklungen informieren. Zusammen mit dem Folkecenter aus Dänemark werden wir auch mit einem Ausstellungsstand vertreten sein und eine Anlaufstelle für Delegierte, Gäste und Interessierte bieten.

Weitere Termine rund um die COP23

Im Rahmen des Großereignisses finden zahlreiche weitere Aktionen, Veranstaltungen und Diskussionen in Bonn statt. Wir möchten auf einige Termine aufmerksam machen, die auch von energiepolitischem und überregionalem Interesse sein dürften und allen offen stehen, unabhängig von einer offiziellen Akkreditierung.

Großdemonstration am 04.11. in Bonn: Klima schützen – Kohle stoppen!
Jahrestagung Energiemarktdesign der EnergieAgentur.NRW am 13.11. in Bonn.
Alle Veranstaltungen mit Bezug zur Klimakonferenz in Bonn finden Sie hier: http://bit.ly/2i6o07k

Für alle, die lieber in Berlin bleiben und dem bunten Trubel den Rücken zukehren, empfiehlt sich am 10. November ein Besuch beim ersten European Green Australia Summit, den unser Präsident Prof. Peter Droege ins Leben gerufen hat.

Einen Überblick über unsere Veranstaltungstermine im Herbst und Winter sowie weitere aktuelle Informationen zu unserer Arbeit finden Sie wie immer unter www.eurosolar.org.

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Friedensnobelpreis 2017 geht an die Internationale Kampagne gegen Atomwaffen ICAN

Wie letzte Woche bekannt gegeben wurde, geht der Friedensnobelpreis 2017 an die Internationale Kampagne gegen Atomwaffen (ICAN). ICAN ist eine Dachorganisation für rund 450 Gruppen aus 100 Ländern, die sich für die weltweite Abrüstung von Atomwaffen einsetzen.
Mit der Vergabe des Preises an ICAN wird ein klares Signal für ein völkerrechtliches Verbot von Nuklearwaffen gesetzt und Druck auf die Atommächte sowie die NATO-Staaten – und insbesondere auch Deutschland – ausgeübt. Denn in Büchel sind nach wie vor amerikanische Atomwaffen stationiert. Die Bundesregierung lobt zwar die Preisvergabe, lehnt die Unterzeichnung des UN-Vertrags jedoch ab.

Der Vorstand von EUROSOLAR Deutschland begrüßt die Wahl des Preiskomitees ausdrücklich in seiner Resolution und macht auf den unauflösbaren Zusammenhang zwischen ziviler und militärischer Nutzung der Atomtechnologie aufmerksam.

Mehr Informationen hier.

"Das letzte Kohlekraftwerk muss in spätestens 20 Jahren vom Netz gehen"

Das ist eine Kernaussage von Prof. Dr. Claudia Kemfert zum aktuell vorgelegten Bericht des Sachverständigenrats für Umweltfragen, kurz Umweltrat. Dieses wissenschaftliche Begleitgremium der Bundesregierung fordert die künftige Bundesregierung auf, den Kohleausstieg unverzüglich einzuleiten und die Versäumnisse der letzten Jahre endlich anzupacken. Die Umweltexperten mahnen, dass die nächsten vier Jahre die letzte Chance für eine angemessene Weichenstellung seien, um die Klimaziele von Paris zu erreichen.

Konkret wird ein mehrstufiges Vorgehen vorgeschlagen, bei dem bis 2020 die dreckigsten Kohlekraftwerke sofort abgeschaltet werden und in einem Zeitraum bis in die 30er Jahre der Weiterbetrieb der moderneren Anlagen in reduzierter Auslastung erfolgen soll, unter der Maßgabe, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und einen sozialverträglichen Strukturwandel zu ermöglichen. Auf Grundlage eines gesetzlich festgelegten Emissionsbudgets sollen die Unternehmen dann selbst entscheiden können, wann welche Kraftwerke den Dienst endgültig einstellen.
Für die Koalitionsverhandlungen ist das ein klares Signal, dass der Atom- und der Kohleausstieg in dieser Legislaturperiode vorgenommen werden muss.

Dazu ein Bericht aus der Frankfurter Rundschau hier.

IEA-Studie meldet solare Rekorde – Grund zur Kritik bleibt bestehen

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat ihren Ausblick auf die mittelfristige Entwicklung der Erneuerbaren Energien veröffentlicht. Laut des Reports wurden 2016 weltweit Erneuerbare-Energien-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 165.000 MW installiert. Mit einem Anstieg von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr sei das ein neuer Rekord. Wichtigster Wachstumstreiber im letzten Jahr war dem Bericht zufolge die Photovoltaik, deren Installationen um etwa 50 Prozent auf 74.000 MW angestiegen sind.

Mit diesen Ergebnissen gesteht die IEA ihre massiven Fehleinschätzungen der vergangenen Jahrzehnte ein und verweist zur Begründung auf die rapiden Veränderungen des Klimas und der chinesischen Energiepolitik. Doch die Kritik bleibt bestehen: Der Ausbau und die Kostensenkung Erneuerbarer Energien seien erneut unterschätzt worden, findet etwa Tim Buckley vom Institute for Energy Economics and Financial Analysis. Während die IEA nur ein leicht verringertes Wachstum der fossilen Energieerzeugung vorhersage, ist laut Buckley langfristig vielmehr ein endgültiger Niedergang wahrscheinlich. Trotz des exponentiellen Wachstums von Solar- und Windstrom in den letzten Jahren rechne die IEA weiter mit linearem Wachstum. Solche Fehleinschätzungen sind insbesondere deshalb verheerend, weil viele Investitionsentscheidungen unter Bezugnahme auf die Aussagen der IEA gemacht werden.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Monopolkommission legt Sondergutachten mit fragwürdigen Schlussfolgerungen vor

Mit Blick auf die ausufernde Komplexität des energie- und umweltrechtlichen Rahmens wird dem Gesetzgeber nahegelegt, „den rechtlichen Rahmen konsequent und widerspruchsfrei an ordnungspolitischen Prinzipien auszurichten.“
In dieser abstrakten Form möchte man sich mit Blick auf die vorsätzliche Bürokratisierung und das Ausbremsen der Energiewende der vergangenen Jahre spontan anschließen. Doch welche Prinzipien sind da wohl gemeint? Ausgehend von der fatal verkürzten Annahme, der Wechsel zu EE wäre nur wegen der CO2-Emissionen wichtig, können auch die Folgerungen der Autoren nicht überzeugen. So wird der europäische Emissionshandel als überzeugendes Modell (der ökonomischen Theorie) gelobt und die Erneuerbaren lediglich für eine Verlagerung der Emissionen ins Ausland verantwortlich gemacht.

Weiterhin werden Forderungen nach technologieneutralen Ausschreibungen für Erneuerbare, nach der Abschaffung des Referenzertragsmodells und die Belastung neuer Anlagen mit einem regional differenzierten Netzentgelt aufgestellt. Genauso wenig kann die Forderung überzeugen, bei der Konzessionvergabe noch stärker als bisher auf das Kriterium der Effizienz (sprich: Kosten) zu achten. Implizit soll damit einer Rekommunalisierung der Versorgungsnetze das Wasser abgegraben werden.

Das Gutachten und weitere Informationen zur Monopolkommission hier.
Einen FAZ-Artikel finden Sie hier.

Newsletter Header zum Schluss

Apropos Netzkonzessionen: EUROSOLAR hat ja in den vergangenen Jahren immer wieder darauf hingewiesen, dass die Rekommunalisierung der Netze ein wichtiger Schritt ist, um auf kommunaler Ebene die Weichen für eine echte Energiewende zu stellen und die Entscheidungshoheit über die Entwicklung der Netze, aber auch die Potentiale für die regionale Wertschöpfung, in die eigenen Hände zu nehmen.
Über eine der umfassendsten Studien zu diesem Thema berichtet exklusiv die Zeitschrift für Kommunalwirtschaft zfk und gibt einen Einblick in die aktuelle Lage bei Strom- und Gaskonzessionen und einen Ausblick auf die Zukunft. http://bit.ly/2yaKbPb

Praktiker wissen, dass die rechtlichen Auseinandersetzungen über das Ausschreibungsverfahren langwierige Gerichtsprozesse nach sich ziehen kann und setzten Hoffnungen in eine, im Februar in Kraft getretene, Gesetztesänderung. Die Autoren stellen nun jedoch fest, dass die Probleme nur verlagert wurden und äußern zudem die Befürchtung, dass es durch die letztinstanzliche Entscheidung an den Oberverwaltungsgerichten zu einer divergierenden Rechtssprechung, je nach Auslegung des zuständigen Gerichts, kommen könne.   

Die aktuellsten Neuigkeiten des Vereins gibt es auch bei Twitter unter @EUROSOLAR_D.

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