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Bonn/Berlin, 27. Juni 2014

„Die Deform des EEG erhöht die Kosten der Energieversorgung und behindert die Energiewende“

Zur heute im Bundestag beschlossenen Deform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) erklärt Stephan Grüger, MdL,  Mitglied des Vorstands der deutschen Sektion der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien, EUROSOLAR e.V.:

Die heute im Bundestag beschlossene Deform des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) senkt nicht die „Kosten der Energiewende“, wie die Befürworter der Deform nicht müde werden zu betonen, sondern führt zu höheren Kosten der Energieversorgung, die dann vor allem die Haushaltskunden bezahlen werden.

Dies liegt einerseits daran, dass die tatsächlichen Kostentreiber im EEG, nämlich:

1.) die unter den Bundesministern Rösler (FDP) und Altmaier (CDU) gegenleistungslos ausgeuferten Industrierabatte (§ 40 ff EEG) eher ausgeweitete als – wie von Sigmar Gabriel vor der Bundestagswahl gefordert – zurückgefahren,

2.) der paradoxe Ausgleichsmechanismus gar nicht angegangen und

3.) die kostentreibende und ökonomisch unsinnige Offshore-Manie fortgeschrieben wurde.

Andererseits macht die angebliche „Marktintegration“ der Erneuerbaren Energien durch den Zwang zur Direktvermarktung die erneuerbaren Energien nicht preisgünstiger, sondern teurer, als im Vergleich zur degressiven Einspeisevergütung.

Die Verlangsamung und möglicherweise sogar das Abwürgen der Energiewende spielt zudem der hochsubventionierten überkommenen Energiewirtschaft in die Hände, deren Energieproduktion auf Grund stetig steigender Primärenergiepreise immer teurer wird. Diese zusätzlichen Kosten für die Stromverbraucher wären durch eine schnelle und konsequente Energiewende auf der Basis eines entsprechenden EEG vermeidbar. Leider hat sich die Mehrheit des Bundestages heute für einen anderen Weg entschieden. Konsequenterweise wurden neben einer notwendigen Reform der wahren Kostentreiber auch andere für eine erfolgreiche Energiewende notwendige Reformen NICHT angegangen. So fehlt z.B. weiterhin eine den Anforderungen einer zukünftigen zu 100% auf dezentral erzeugten Erneuerbaren Energien basierenden Energieversorgung gerecht werdende Strategie zur Errichtung dezentraler Stromspeicher. EUROSOLAR hat in dem Memorandum zu den "Eckpunkten für eine EEG-Novelle" hierzu praktikable Vorschläge gemacht.

Bleibt zu hoffen, dass Bündnis90/Die Grünen den markigen Worten ihrer Bundestagsfraktion („Abrissbirne der Energiewende“) auch Taten folgen lassen. Eine Zustimmung der Länder mit Regierungsbeteiligung der Grünen im Bundesrat zur EEG-Deform würde die Glaubwürdigkeit auch dieser Partei Lügen strafen.

Termine

14. Oktober 2017

Deutscher Solarpreis

Der Deutsche Solarpreis wird zusammen mit der EnergieAgentur.NRW in der VillaMedia in Wuppertal verliehen. Ergänzt wird die feierliche Verleihung durch ein inhaltliches Symposiom am Vormittag.

10. November 2017

Teilhabe an der nachhaltigen Stadt

Gemeinsamer Workshop von EADI, Bonnsustainabilityforum und EUROSOLAR im Rahmen der COP23 in Bonn. Interessierte und Aktive aus Zivilgesellschaft, Politik und Wissenschaft sind eingeladen, gemeinsame Visionen zu formulieren.

18. November 2017

Europäischer Solarpreis

Die diesjährige Verleihung des Europäischen Solarpreises findet gemeinsam mit der österreichischen EUROSOLAR-Sektion in Wien statt.

20. November 2017

IRES-Symposium

EUROSOLAR und die EnergieAgentur.NRW veranstalten erneut gemeinsam das IRES-Symposium in der Landesvertretung NRW in Berlin als Ergänzung zur jährlichen Speicherkonferenz.

02. Dezember 2017

Mitgliederversammlung

Die Mitgliederversammlung der deutschen Sektion von EUROSOLAR findet in der Bonner Geschäftsstelle statt.

13.-15. März 2018

12. IRES 2018

Die 12. Internationale Konferenz zur Speicherung Erneuerbarer Energien (IRES) findet gemeinsam mit der 7. Energy Storage Europe (Konferenz und Expo) in Düsseldorf statt.

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Resolution der Mitgliederversammlung

Resolution der Mitgliederversammlung

"Neue Energiemarktordnung statt Rettung überkommener Strukturen"

Die dezentrale Nutzung von Erneuerbaren Energien macht uns unabhängig von konfliktreichen Herkunftsländern und entzieht den Konflikten um Öl, Kohle, Erdgas und Uran gleichzeitig den Treibstoff. Sie ist damit ein aktiver Beitrag zum Frieden. Sie macht die Welt sicherer. Die dezentrale Nutzung von Erneuerbaren Energien holt die Wertschöpfung in die Regionen und stärkt damit die ländlichen Räume, sie schafft hochwertige Arbeitsplätze in Produktion, Aufbau, Betrieb, Pflege, Wartung und später auch Abbau und Recycling von Erneuerbare-Energien-Anlagen.

Lesen Sie die gesamte Resolution als pdf-Datei

Aktuelle Artikel aus dem Solarzeitalter

  • Solarzeitalter

    Das "Solarzeitalter - Politik, Kultur und Ökonomie Erneuerbarer Energien" (ISSN-Nr. 0937-3802) ist die Fachzeitschrift von EUROSOLAR, der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien. Die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift wird seit 1989 herausgegeben und geht den Mitgliedern kostenlos zu.

    In dieser Zeitschrift wird die politik- und wirtschaftsstrategische Diskussion über Erneuerbare Energien geführt und findet die kritische Auseinandersetzung mit konventionellen Energiekonzepten statt. Sie informiert über politische Entwicklungen für Erneuerbare Energien und gilt als die wichtigste politische Programmzeitschrift für Erneuerbare Energien.

    Mitglieder von EUROSOLAR erhalten die Zeitschrift kostenlos. Sie können aber auch ohne Mitgliedschaft ein Abonnement für die Druck- oder die Onlineversion des Magazins abschließen.

  • Editorial 02-2017

    Editorial von Irm Scheer-Pontenagel, erschienen im Solarzeitalter 02/2017

    "Politische Konzepte zur Mobilisierung Erneuerbarer Energien müssen die volkswirtschaftlichen Vorteile in einzelwirtschaftliche Anreize übersetzen."

    Hermann Scheer (1944 – 2010)

    Konzentrationsprozesse und Monopole sind zurzeit kein Thema der Politik, obwohl diese in vielen gesellschaftlichen Bereichen zu Problemen führen. Privilegierte Netzwerke schaffen Benachteiligungen. Das galt und gilt besonders für die Energiewirtschaft.

  • „Die Energiewende ist dezentral und partizipativ“ Interview mit Claudia Kemfert

    Interview mit Claudia Kemfert, erschienen im Solarzeitalter 2/2017

    „Energieunion“, „Winterpaket“, „länderübergreifende Ausschreibungen“ – das sind nur einige Stichworte aus der politischen Diskussion, die die Zukunft der Erneuerbaren Energien sowie die der Energiewende begleiten. Das SOLARZEITALTER befragte hierzu Professorin Claudia Kemfert, die Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).
    Dieses Interview eröffnet zudem eine neue Reihe von Gesprächen, die Irm Scheer-Pontenagel mit weiteren Trägerinnen und Trägern des Deutschen und Europäischen Solarpreises in der Kategorie „Persönliches Engagement“ führen wird und die wir in kommenden Ausgaben unserer Zeitschrift veröffentlichen werden.

  • Verteilnetzbetreiber als Systemmanager der Energiewende

    Artikel von Michael Wübbels, erschienen im Solarzeitalter 02/2017

    Mit der Energiewende werden die Aufgaben der Verteilnetzbetreiber (VNB) komplexer. Auch ist unbestritten, dass der Beitrag der VNB für eine sichere und zuverlässige Energieversorgung mit der Dezentralisierung des Kraftwerkparks enorm steigt; VNB sehen sich großen Herausforderungen gegenüber. Hiervon sind die Hoch-, Mittel- und Niederspannung und damit alle Spannungsebenen der Verteilnetze betroffen. Parallel zur Dezentralisierung der Stromerzeugung kommt das zunehmende Erfordernis der Flexibilisierung des Verbrauchs. Diese soll durch den Strommarkt 2.0 angereizt und durch das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende (GDEW) ermöglicht werden.

  • Scheer fordert Atomwirtschaft zum Verzicht auf Milliarden-Erstattung

    Pressemitteilung von Nina Scheer, MdB, erschienen im Solarzeitalter 02/2017
     
    Am 7. Juni 2017 veröffentlichte das Bundesverfassungsgericht den Beschluss zur Unvereinbarkeit des Kernbrennstoffsteuergesetzes mit dem Grundgesetz. Dazu erklärte die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer:

  • Die deutschen Klima-Heuchler

    Kolumne von Franz Alt, erschienen im Solarzeitalter 02/2017

    Hat US-Präsident Trump recht, wenn er der deutschen Klimapolitik Feigheit und Heuchelei vorwirft?

    Soeben hat ein Bericht des Overseas Development Institute (ODI) deutlich gemacht, dass Deutschland für die Förderung der Kohle noch immer jedes Jahr 3,2 Milliarden Euro Subventionen ausgibt. In den letzten 70 Jahren haben die deutschen Steuerzahler mehr als 650 Milliarden Euro für Kohle- und Atomförderung bezahlen müssen. Die ODI-Studie fordert, dass Kohlesubventionen künftig transparent, reduziert und in Erneuerbare Energien umgeleitet werden. Deutschland allein fördert die klimaschädliche Kohle noch immer mehr als Frankreich, England, Italien, Großbritannien, Polen, Ungarn, Spanien, Griechenland und die Tschechische Republik zusammen. Wo bleibt das „Musterland“ der Energiewende?