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Bonn, 26. Mai 2011

EEG-Novelle verspielt Chance für eine sichere Energieversorgung durch den Ausbau von Speichern – EUROSOLAR vermeldet IRES-Rekord

"Der Entwicklungsstand der verfügbaren Speichertechnologien ist schon erheblich weiter als vielfach angenommen. Allein die Bundesregierung schuldet ihren Beitrag zum Ausbau der Speicherkapazitäten für eine sichere Energieversorgung mit erneuerbaren Energien", erklärt Irm Scheer-Pontenagel, die Geschäftsführerin der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien (EUROSOLAR).

Anstatt eine Phantomdebatte zum überflüssigen Stromtrassenbau von Nord- nach Süddeutschland zu führen, könnten mit der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG-Novelle 2012) die Weichen für Energieversorgungssicherheit durch Anreize zum Speicherausbau in der Fläche gestellt werden. "Wer die Energiewende zu heimischen erneuerbaren Energien will, muss den Marktdurchbruch für Stromspeicher organisieren."

Der vorliegende Entwurf der EEG-Novelle 2012 enttäuscht in jeder Hinsicht. Denn der Ausbau der erneuerbaren Energien wird ausgebremst und die für ein sicheres Energiesystem entscheidende Speicherfrage schlicht ausgeklammert. Die erneuerbaren Energien sollen nach dem Willen von Umweltminister Röttgen offenbar nur eine Nischenrolle im herrschenden fossil-atomaren Stromsystem spielen. "Ohne eine Speicher-Offensive und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) wird den Erneuerbaren die Entwicklung zur tragenden Säule der Energieversorgung verwehrt", so die EUROSOLAR-Geschäftsführerin.

Das Argument, dass es keine Speicher gäbe oder diese noch viel Zeit brauchen, zählt nicht mehr. EUROSOLAR arbeitet mit der weltweiten Leitkonferenz für Energiespeicherung und Erneuerbare Energien, der "International Renewable Energy Storage Conference" (IRES), seit mehr als fünf Jahren an der Lösung einer sicheren Energieversorgung auf der Basis erneuerbarer Energien. Zum Call for papers zur IRES 2011, die vom 28.11.-30.11.2011 in Berlin stattfinden wird, haben so viele Forscher und Ingenieure wie nie zuvor qualifizierte Beiträge zur Präsentation eingereicht. "Dieser Rekord beim Zulauf renommierter Experten freut uns sehr und ist Beleg für die Fähigkeiten von Ingenieuren, die Energiefrage zu lösen", erklärt EUROSOLAR-Geschäftsführerin Scheer-Pontenagel. Was den zahlreichen Speicherlösungen für weitere Kostensenkungen fehlt, ist ein Massenmarkt, damit die Optimierung der Technologien Hand in Hand mit einer Optimierung der Produktion einhergehen kann.
 
EUROSOLAR fordert daher in seinem 10-Punkte-Sofortprogramm zur Energiewende (Punkt 7) die Einführung eines Speicherbonus im EEG 2012. Dieser soll Anreize für die nachfragegerechte Produktion von Strom, zum Lastmanagement und den Ausbau der Speicherkapazitäten setzen und einen stabilen Markt für die notwendigen Technologien schaffen (auch Stetigkeitsbonus genannt). Schon das EEG 2009 hätte die Möglichkeit geboten, über einen sogenannten Kombikraftwerksbonus die Einführung sich gegenseitig stützender erneuerbarer Energien voranzutreiben. Inzwischen sind aber fast drei Jahre vergangen, ohne dass diese Chance ergriffen wurde.

Auch im Rahmen der nun wieder belebten Diskussion zur Novelle des KWK-Gesetzes muss ein verlässlicher Investitionsrahmen für die Integration von Wärme- und Kältespeichern in KWK-Anlagen geschaffen werden, um die KWK-Nutzung stärker zu flexibilisieren und an der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien auszulegen. Gerade die "Power to Gas"-Technologie könnte auf diese Weise schnell zum Marktdurchbruch geführt werden, weil das Gasnetz als großer Speicher zur Verfügung steht und KWK-Anlagen zum Ausgleich schwankender Stromproduktion aus Sonne und Wind eingesetzt werden können. Energieversorgungssicherheit mit erneuerbaren Energien ist eben keine Zauberei.

Der aktuelle EEG-Entwurf aber steht für weitere Stagnation. Denn die im Entwurf enthaltene Marktprämie führt nur zu Mitnahmeeffekten in dreistelliger Millionenhöhe, ohne den Ausbau der Energiespeicherkapazitäten voranzubringen. Auch mit der "Förderinitiative Energiespeicher" suggeriert die Bundesregierung nur, dass eine "schnelle Markteinführung" im Speicherbereich avisiert ist. Dieses an sich richtige Förderprogramm wird im Gegenteil dazu instrumentalisiert, die breite Einführung von Energiespeichern im Stromsektor über das Jahr 2014 hinauszuschieben. Augenscheinlich fehlt der Politik der Mut, die Voraussetzungen für ein regeneratives Energiesystem zu schaffen.

Stattdessen konzentriert sich der Gesetzgeber darauf, das EEG auf die Energiekonzerne zuzuschneiden und übereignet ihnen die Hoheit über den Ausbau der erneuerbaren Energien. Milliardenkredite und hohe EEG-Vergütungen für die Offshore-Windenergie kommen allein den Energiekonzernen zugute, obwohl sie aufgrund ihrer enormen Marktmacht bereits Milliardengewinne zu Lasten der Stromkunden erzielen. Die räumliche Konzentration der Erzeugung in der Nordsee und der Verzicht auf einen dezentralen Ausbau der erneuerbaren Energien würden es darüber hinaus zwingend erforderlich machen, mit weiteren hohen Investitionen tausende Kilometer Stromtrassen neu zu errichten.

Würde der dezentrale Ausbau der erneuerbaren Energien mit den beschriebenen systemischen Weichenstellungen flankiert, wäre das gar nicht notwendig. Dies gilt insbesondere für den Ausbau der Onshore-Windenergie in Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. "Im Gegensatz zur unwirksamen "Marktprämie" würde regelbare erneuerbare Stromerzeugung in dezentralen Strukturen nicht nur den Weg zu einer Rund-um-die-Uhr-Versorgung aus erneuerbaren Energien ebnen, sondern auch mittelständischen Betreibern und Stadtwerken zugute kommen", so Valentin Hollain, EUROSOLAR-Projektleiter der IRES.

So können die Oligopolstrukturen im deutschen Stromsektor weiter aufgebrochen und der Atomausstieg beschleunigt werden. Die Weichenstellungen für eine sichere erneuerbare Energieversorgung müssen auch zentraler Bestandteil im Abschlussbericht der Ethik-Kommission für eine sichere Energieversorgung sein.

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"Ohne beschleunigte Energiewende ist kein ernstzunehmender Klimaschutz möglich"

Energiebedingte Emissionen machen aktuell rund 85 Prozent der deutschen Treibhausgas-Emissionen aus. Das zeigt: Ohne sofortige Energiewende mit 100 Prozent Erneuerbaren Energien ist ernstgemeinter Klimaschutz unmöglich. Der Vorstand und die Mitglieder der deutschen Sektion von EUROSOLAR e.V. fordern daher von der Bundesregierung die dringend notwendige, beschleunigte und ambitionierte Nutzung Erneuerbarer Energien. Nicht nur, um alles Leben vor den Folgen einer ungebremsten Klimaveränderung zu schützen, sondern auch, um den technologischen wie sozialen Fortschritt in Deutschland voranzubringen und als Vorbild für andere Industrienationen, Schwellen- und Entwicklungsländer zu dienen.

Lesen Sie die gesamte Resolution

Aktuelle Artikel aus dem Solarzeitalter

  • Editorial 2 - 2020

    „Politische Konzepte zur Mobilisierung EE müssen (deshalb) die volkswirtschaftlichen Vorteile in einzelwirtschaftliche Anreize übersetzen. Diese Vorteile – und damit die eigenen volkswirtschaftlichen Spielräume für einen Energiewechsel – gehen aber verloren, wenn EE aus anderen Ländern importiert würden, wo sie kostengünstiger produziert werden könnten.Volks- und regionalwirtschaftliche statt isolierter betriebswirtschaftlicher Kalkulationen müssen deshalb der Maßstab für Transformationsstrategien sein.“

    Hermann Scheer (1944 – 2010)

  • Interview mit Uwe Leprich

    Interview erschienen im Solarzeitalter 2 - 2020

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    Beitrag von Nina Scheer, MdB, erschienen im Solarzeitalter 2 - 2020

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  • CCS - Carbon Capture and Storage: Aber wohin mit dem CO2?

    Artikel von Ulf Bossel, gekürzt erschienen im Solarzeitalter 2 - 2020

    Mit den drei Buchstaben CCS soll die Energiewelt verändert werden [1, 2, 3, 4]. „Carbon Capture and Storage“ beherrscht die Diskussion zur zukünftigen Stromversorgung mit Kohle. Würde das bei der Kohleverbrennung entstehende Kohlendioxid vom Rauchgas getrennt und entsorgt, würde Kohle zu einem sauberen Energieträger – so das Wunschdenken. Von „clean coal“ ist die Rede, von der Nachrüstung aller Kohlekraftwerke mit CO2-Abscheidern, vom sauberen Kohlestrom für die nächsten Generationen und, wie sollte es anders sein, von riesigen Investitionen in eine "nachhaltige" Zukunft.

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