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2019: Zehn Jahre IRENA

Eine kurze Chronologie „The long Road to IRENA“, erschienen im Solarzeitalter 04-2018

Am 26. Januar 2019 jährt sich die Gründung der International Renewable Energy Agency (IRENA) zum zehnten Mal. Hermann Scheer hatte sich seit Anfang der 1990er Jahre kontinuierlich und unermüdlich für die Gründung einer solchen Agentur als Gegenpol zur Internationalen Energieagentur (IEA) stark gemacht.

Die folgenden Eckdaten skizzieren den langen und nicht graden Weg zur IRENA von 1990 bis 2009.

1990: Hermann Scheer stellt das „Memorandum zur Einrichtung einer International Solar Energy Agency (ISEA)“ in Bonn vor und regt deren Gründung in den folgenden Jahren auf verschiedenen internationalen Konferenzen und Veranstaltungen wiederholt an.

2001: Hermann Scheer initiiert das „Memorandum for the Establishment of an International Renewable Energy Agency (IRENA)“. EUROSOLAR organisiert im Juni 2001 eine „Internationale Impulskonferenz für die Einrichtung einer Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA)“ in Berlin. Der Weltrat für Erneuerbare Energien (World Council for Renewable Energy, WCRE) wird gegründet und Hermann Scheer zum Vorsitzenden gewählt. Der WCRE setzt sich als wichtigstes nächstes Ziel die Gründung der IRENA.

2004: Das Internationale Parlamentarierforum für Erneuerbare Energien unter dem Vorsitz von Hermann Scheer fordert die Gründung der IRENA. Mehr als 300 Abgeordnete aus 70 Ländern nehmen teil.

2005: Nach der Bundestagswahl wird die Forderung für die Gründung einer IRENA in den Koalitionsvertrag der Großen Koalition aufgenommen.

2007: Die Vorbereitungen zur Gründung gehen in eine neue Phase: Unter Federführung des Auswärtigen Amtes, des Bundesumweltministeriums und des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit startet die Regierung eine Serie bilateraler Gespräche mit Regierungen in deren Hauptstädten, um diese für die Mitwirkung bei der Gründung der IRENA zu gewinnen.

2008: Auf Einladung der deutschen Bundesregierung nehmen Vertreter von 60 Staaten an der Vorbereitungskonferenz für die Gründung der IRENA am 10. und 11. April 2008 in Berlin teil. Die deutsche Bundesregierung lädt zu zwei Workshops im Sommer (30. Juni und 1. Juli) ein. Delegierte diskutieren den Entwurf eines Arbeitsprogramms sowie die Statuten und das Finanzregime von IRENA. An der abschließenden Vorbereitungskonferenz, zu der die spanische Regierung am 23. und 24. Oktober 2008 nach Madrid einlädt, nehmen mehr als 50 Staaten teil. Rund 150 Delegierte aus Industrie- und Entwicklungsländern verhandeln die Statuten der Agentur und machen so den Weg frei für die Gründung von IRENA.

2009: Am 26. Januar wird IRENA in Bonn gegründet: 125 Delegationen nehmen an der Gründungskonferenz teil, 75 Staaten – sowohl Entwicklungs- als auch Industrieländer – unterzeichnen das IRENA-Statut. Die IRENA-Vollversammlung am 29. und 30. Juni wählt Abu Dhabi, Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, zum Sitz der Organisation und Hélène Pelosse zur Generaldirektorin der Agentur.

Aktuell sind 159 Staaten und die Europäische Union Mitglied der IRENA (Stand November 2018). Zudem haben 24 Staaten eine Mitgliedschaft beantragt (die aktuelle Liste finden Sie auf www.irena.org). Seit April 2011 ist der Kenianer Adnan Z. Amin Generaldirektor von IRENA.

Die ausführliche Chronologie „The long Road to IRENA“ finden Sie hier.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier als PDF-Dokument.

 

Aktuelle Artikel aus dem Solarzeitalter

  • Editorial 03-2019

    Editorial von Irm Scheer-Pontenagel, erschienen im Solarzeitalter 3-4/2019

    "Auch in der etablierten Energiewirtschaft wächst eine neue Generation von Entscheidungsträgern heran, die erkennen, dass Atomenergie und fossile Energien in eine Sackgasse führen. Sie versuchen deshalb, den Einstieg in erneuerbare Energien in einer Weise zu gestalten, die in die Strukturen der überkommenen Energieversorgung passt."

    Hermann Scheer (1944-2010)

  • Städte im Aufstand: Gegen einen ignorierten Notstand

    Artikel von Prof. Peter Droege, erschienen im Solarzeitalter 3/2019

    EUROSOLAR, unsere Mitglieder und ein frisch gewählter Vorstand gehen das Jahr 2020 mit zwei eng verknüpften Themen an: die Zukunft der Städte und der sich stündlich dramatisch verschärfende Klimanotstand. Damit beginnt EUROSOLARs eigentliche Arbeit aufs Neue – und damit auch unsere wichtigste Aufgabe: Nicht nur den Energienotstand für Deutschland, Europa und die Welt auszurufen, sondern mit unseren Erkenntnissen und Forderungen zu retten helfen, wer und was denn noch zu retten ist.

  • „Die Stadtwerke sind Marktführer in den Sektoren Strom und Wärme“

    Interview mit Oberbürgermeister Burkhard Jung, erschienen im Solarzeitalter 3/2019

    Vor 70 Jahren wurde der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) gegründet - er ist damit ebenso alt wie das Grundgesetz. Nach dem Krieg stand als Grundlage der Daseinsvorsorge für die Menschen die verlässliche Versorgung mit Wasser und Energie im Vordergrund.

  • Energiewende und Waldoption – Argumente für eine Doppelstrategie der Klimapolitik

    Artikel von Udo E. Simonis, erschienen im Solarzeitalter 3/2019

    In der Klimawissenschaft wie in der Klimapolitik haben sich Gruppen gebildet, die nicht miteinander kommunizieren, sondern sich voreinander abschotten. Im Ergebnis werden der technische Weg zum Klimaschutz – die „De-Karbonisierung“ – und der natürliche Weg – die „Re-Naturierung“ – von Wissenschaftlern wie von Politikern nicht als zwei Wege zum gleichen Ziel gesehen, obwohl es viele gute Gründe für eine solche Doppelstrategie gibt.