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Die Erde brennt – Wo bleibt die Feuerwehr?

Kolumne von Franz Alt, erschienen im Solarzeitalter 3/2019

Alle Regierungen dieser Welt setzen auf materielles Wachstum, das es in einer endlichen Welt jedoch niemals geben kann. Wir können spirituell, geistig, kulturell oder auch religiös immer weiter reifen, aber niemals materiell unendlich wachsen. Unsere materiellen Ressourcen sind begrenzt, aber die Ideen unseres Geistes sind es nicht.

Ideen können sich vermehren als hätten sie Sex. So entstehen Fortschritt und Wohlstand. Das einzige materielle Wesen, das unendlich wächst, ist der Krebs. Mit der Philosophie des ewigen Wachstums  propagieren wir ganz offiziell eine Krebswirtschaft. Und das weltweit. Doch diese kann tödlich sein.

Wie können wir aber in den Zeiten der Klimaerhitzung und der Umweltzerstörung geistig so wachsen, dass wir diese Herausforderungen – vielleicht – noch bestehen? Wie können wir reifen statt wachsen? Das ist wohl die Frage aller heutigen Fragen.

In meiner ARD-Fernsehsendung „Zeitsprung“ zeigte ich im Januar 1993, dass die gesamte Menschheit damals um die 22 Milliarden Tonnen Treibhausgase pro Jahr in die Atmosphäre blies, heute sind wir bei über 40 Milliarden Tonnen pro Jahr angekommen – und das nach über 20 Weltklimakonferenzen mit jeweils Zehntausenden Teilnehmern und nach mehr als 26 Jahren.

Pro Tag emittieren wir heute global etwa 150 Millionen Tonnen CO2, wir rotten jeden Tag um die 150 Tier- und Pflanzenarten aus, verlieren täglich 50.000 Tonnen fruchtbaren Boden und vergrößern jeden Tag die Wüsten um etwa 80.000 Hektar. Unsere Gier nach Fleisch zerstört die Regenwälder. In Afrika erlebten 2019 hunderte Millionen Menschen die fürchterlichste Dürre seit Menschengedenken und fürchten sich vor der nächsten Hungerkatastrophe. Ein ganzer Kontinent schreit nach Wasser. Das wird bald auch für Ostasien, für China und Indien gelten. Wir führen einen Dritten Weltkrieg gegen die Natur – und damit gegen uns selbst. In einer meiner Fernsehsendungen hat der Dalai Lama mal gesagt: „Ohne Menschen ginge es der Erde besser.“

Die 16-jährige Klimaaktivistin Greta Thunberg klagte am 21. September 2019 beim UN-Klimagipfel in New York: „Menschen leiden, Menschen sterben, ganze Ökosysteme brechen zusammen. Wir stehen am Anfang eines Massensterbens. Und alles, worüber ihr reden könnt, ist Geld und das Märchen von einem für immer anhaltendem wirtschaftlichen Wachstum“.

Der Deutsche Bundestag hat Mitte November ein sogenanntes Klimapaket verabschiedet, das nach Ansicht aller Fachleute diesen Namen nicht verdient. Klimawissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) sprechen von einem „Witz“. Das Wuppertal-Institut meint: So können die Klimaschutzziele der Bundesregierung bis 2030 niemals erreicht werden. Mit der geplanten Abstandsregelung der Windräder von 1.000 m bis zum nächsten Haus wird die Windenergie so kaputt gemacht wie in den Jahren 2012 und 2013 bereits die Solarenergie. In der Solarbranche gingen seither mehr als 80.000 Jobs verloren, in der Windenergie werden es mehr als 30.000 sein. Und das alles, um 20.000 Kohlearbeitsplätze zu retten. Unsozialer und dümmer geht´s nimmer.

„Unser Haus brennt“, wissen inzwischen alle, aber die GroKo beschließt den Kohleausstieg für das Jahr 2038, das heißt: Sie bestellt die Feuerwehr für 2038 – und diskutiert nun viele Jahre lang über den Preis das Löschwassers. Wie konsequent ist das denn?

Jetzt können nur noch die Wählerinnen und Wähler das Problem lösen. Wir haben vielleicht noch eine Gnadenfrist von höchstens 15 Jahren zum hundertprozentigen Umstieg auf Erneuerbare Energie.

Die vollständige Kolumne finden Sie hier als PDF-Dokument.

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