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Interview mit Uwe Leprich

Interview erschienen im Solarzeitalter 2 - 2020

Seit der Verabschiedung des Erneuerbare- Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2000 wird dieses als Fördergesetz Erneuerbarer Energien im Rahmen von Novellierungen angepasst. Das ist notwendig und richtig so, allerdings haben wechselnde Regierungen und politische Einflussnahmen das Ursprungsgesetz bürokratisch überfrachtet und seine Wirksamkeit zur Einführung EE ins Gegenteil verkehrt.

Der erfolgreiche Start und Ausbau der EE brach ein – mit Tausenden von Arbeitsplatzverlusten. Eine Energieversorgung mit sicheren Arbeitsplätzen, welche die Gesundheit der Menschen und das Klima schützt, kann so nicht erreicht werden. Über die Notwendigkeit und vor allem Schnelligkeit der Energiewende mit Erneuerbaren Energien als Systemwende wird es auch weiterhin politische Auseinandersetzungen geben. Ein so gravierender Systemwechsel bedingt Gewinner und Verlierer. Ein atomar fossiles Energiesystem, zentral gesteuert über multinationale Konzerne wird durch den Energie-Quellen-Wechsel mit EE zum dezentralen, regionalen Angebot mit vielschichtigen Akteuren und Investoren. Die Fragen, die dabei beantwortet werden sollten und die Rahmenbedingungen, die sich dadurch ändern, bilden die Grundlage zu diesem Interview mit Uwe Leprich.

SOLARZEITALTER: In der Politik wird immer wieder die Forderung erhoben, Erneuerbare Energien müssten sich in den bestehenden „Energiemarkt“ integrieren, obwohl dieser ja unter ganz anderen Vorzeichen für einen fossil-nuklearen Kraftwerkspark gestaltet wurde. Wie kann dieser Forderung begegnet werden?

Uwe Leprich: Häufig besteht in der Politik ein krudes Marktverständnis, zumindest lässt sich das aus der Kommunikation schlussfolgern. So gibt es weder einen „Energiemarkt“ noch einen einheitlichen „Strommarkt“, sondern viele unterschiedliche Teilmärkte mit jeweils unterschiedlichem Marktdesign. Erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung wird gerne angesonnen, sie müssten sich in den Strom-Großhandelsmarkt integrieren, sich also insbesondere den Preissignalen der Strombörse als Herzstück dieses Marktes unterordnen. Nun ist diese Strombörse ja zu Beginn der Liberalisierung Anfang des Jahrtausends so ausgestaltet worden, dass fossile und nukleare Kraftwerke mit unterschiedlich hohen Brennstoffkosten täglich gegeneinander antreten sollten, um so ihre Einsatzreihenfolge zu bestimmen. Das war damals durchaus vernünftig und führte im bestehenden Kraftwerkspark zu einer kostengünstigen Stromerzeugung. Heute jedoch geht es um den raschen Ausbau von im Wesentlichen brennstofffreien Erneuerbaren Energien zur vollständigen Ablösung der fossilen und nuklearen Kraftwerke, und es wäre ja geradezu ein Wunder, wenn die Strombörse das regeln könnte.

Nur noch wenige theoretisch argumentierende Ökonomen gehen davon aus, dass sich mit den Preisen an der Strombörse neue Anlagen – ob erneuerbare oder ergänzende fossile wie z.B. Gaskraftwerke – finanzieren lassen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass beim weiteren Ausbau brennstofffreier Erneuerbarer Energien die Strombörse sukzessive an Bedeutung verlieren wird und am Ende des Tages maximal ein „Zubrotmarkt“ für an sich bereits finanzierte Anlagen sein könnte. Insofern sollten sich die Erneuerbaren Energien mitnichten in einen brennstoffkostenorientierten Strom-Großhandelsmarkt integrieren müssen, sondern vielmehr müssen sich in einer neuen Systemlogik alle (Teil-)Märkte und die sie ergänzenden Elemente flexibel an das fluktuierende Wind- und Solarangebot anpassen. Dazu gehört auch die Öffnung des Wärmesystems für die Aufnahme erneuerbaren Stroms („Sektorkopplung“).

SOLARZEITALTER: Die Kosten- und Technikentwicklung der EE ermöglicht Gesellschaften und ihren Bürgern eine direkte Mitwirkung an der nötigen Energiesystemtransformation. Sie werden damit ihre Träger, und ihr Wunsch nach Selbstversorgung steigt mit falschen politischen Weichenstellungen. Auch der Entwurf zur neuen Novelle des EEG bleibt in dieser Frage sehr restriktiv und hinter den Regelungen der EU zurück. Der Vorschlag der Bundesnetzagentur Eigen- und Direktverbrauch möglichst vollständig zu unterbinden, hat zudem für Unverständnis gesorgt. Wie beurteilen Sie die Rolle dieser Bundesbehörde?

Uwe Leprich: Die Novelle des EEG ist weiterhin von einem zentralistischen Ansatz der Energiewende geprägt, wonach dezentrale Subsysteme in der Regel als nicht kosteneffizient, unsolidarisch, erschwerend für Akteure wie Netzbetreiber, Bilanzkreis- und Regelzonenverantwortliche und dadurch möglicherweise als gefährdend für die Versorgungssicherheit gebrandmarkt werden. Eigen- und Direktverbrauchsmodelle gelten als Störfaktor, der Fahrpläne, Standardlastprofile, Bilanzkreismanagement, Netzplanungen und Netzmanagement etc. mit zusätzlichen Unsicherheiten belastet.

Die Bundesnetzagentur sieht den gesamten Energiesektor naturgemäß durch die Brille der Netzbetreiber, so wie das Kraftfahrtbundesamt den Verkehrssektor durch die Brille der Autofahrer sieht. Das ist legitim, sollte aber lediglich als einer von vielen Diskussionsbeiträgen gewertet werden. Meines Erachtens überdehnt die Bundesnetzagentur mit solchen einseitigen Stellungnahmen ihre Rolle als Netzregulator, und es wäre am Wirtschaftsminister, seine nachgeordnete Behörde wieder einzufangen. Auch wenn diese EEG-Novelle hoffentlich letztmalig die Bürgerenergie in Quarantäne zu stecken versucht, habe ich doch noch die Hoffnung, dass die Parlamentarier dies nicht mehr mitmachen und zumindest die restriktivsten Quarantäneregeln (Smart Meter-Pflicht für PV Kleinstanlagen, Ausschreibungen für Dachanlagen bereits ab 500 kW, etc.) aus der Novelle streichen.

SOLARZEITALTER: Die Hauptkosten des atomar-fossilen Energiesystems beruhen neben den Kraftwerkskosten auf den Leitungskosten, die beim Strompreis für die Bürger den größten Anteil aufweisen. Netzbetreiber fordern bei steigendem Anteil der EE einen zügigeren Aus-bau der Übertragungs- und Verteilnetze für eine gesicherte Einspeisung. Der Einsatz von Stromspeichertechniken sowie die Nutzung von Überschussstrom für die Bereiche Wärme und Mobilität stellen aber die Notwendigkeit eines schnellen weiteren Ausbaus besonders im Übertragungsnetzbereich (Trassen) infrage. Wie beurteilen Sie die Situation?

Uwe Leprich: Ich habe oben bereits verdeutlicht, dass ich ein Anhänger einer energiewirtschaftlichen Subsidiarität bin, d.h. die Energiewende sollte deutlich konsequenter als bislang von unten nach oben gestaltet werden. Alles, was auf der dezentralen Ebene – im eigenen Haus, in Wohnquartieren, in Kommunen – den Selbstversorgungsgrad erhöht und zum Klimaschutz beiträgt, sollte gemacht werden. Die übergeordneten Ebenen springen immer dann ein, wenn die dezentralen Beiträge nicht ausreichen.

Da ich aber gleichzeitig zentrale Elemente wie Wind Offshore- und größere Onshore-Parks, Pumpspeicherkraftwerke und den europäischen Stromverbund zumindest mittelfristig nicht in Frage stelle, ergibt sich darauf die Notwendigkeit einer entsprechenden Infrastruktur. Bei offiziellen Ausbauzielen von mindestens 20 GW Wind Offshore und 71 GW Wind Onshore wird man meines Erachtens trotz der vorgeschlagenen Südquote von 15 % nicht um einen Ausbau von Nord-Süd-Trassen herumkommen, wenn man diesen Strom direkt südlich der Mainlinie verwenden möchte, ohne ihn im Norden in Batterien zu speichern oder ihn mit entsprechenden Verlusten in Wasserstoff umzuwandeln. Ich habe nur die Sorge, dass die jetzige Ausbauplanung von Nord-Süd-Trassen bei weitem nicht ausreichen wird, wenn wir nicht endlich anfangen, die Energiewende deutlich dezentraler zu gestalten. Und wir brauchen dringend ein transparentes Verfahren, um die Kosten des Ausbaus den Kosten der möglichen Alternativen gegenüber zu stellen und auf dieser Basis dann sauber entscheiden zu können. Damit würde auch dem inhärenten Anreiz der Netzbetreiber begegnet, durch maximalen Netzausbau die eigenen Gewinne zu maximieren.

SOLARZEITALTER: Eine nationale Wasserstoffstrategie soll die Großverbräuche in Industrie, Luftfahrt und Schwerverkehr sichern. Dabei ist die allgemeine Forderung, dass der Wasserstoff „national“ als grüner Wasserstoff aus EE stammt. Wie sehen Sie die Bestrebungen der Bundesregierung und einiger Bundesländer, zusätzlich zur nationalen eine „internationale“ Wasserstoffstrategie – mit Ländern des Mittelmeerraums – zu fördern oder auf der Grundlage fossiler Energie zu unterstützen? Könnten daraus konkurrierende Geschäftsentwicklungen entstehen?

Uwe Leprich: Wasserstoff muss zunächst einmal erzeugt werden, und das ist aufwändig, mit Verlusten verbunden und teuer. Man muss also genau schauen, wo man ihn realistischerweise bald einsetzen muss – nämlich in den Bereichen, wo es aktuell kaum Alternativen gibt: in der Stahlerzeugung, in bestimmten Bereichen der Hochtemperaturwärmeerzeugung, eventuell im Langstreckentransport. Das Skurrile an der derzeitigen Wasserstoffdiskussion ist, dass er vornehmlich dort ins Gespräch gebracht wird, wo man die deutlich näherliegenden Alternativen blockiert oder zumindest nicht voranbringt: im Heizungsbereich, für PKW, für dezentrale Stromerzeugung. Das halte ich für ein durchsichtiges politisches Ablenkungsmanöver, um die großen Versäumnisse der deutschen Klimaschutz- und Energiewendepolitik zu kaschieren.

Zur internationalen Strategie: Wir haben vor zehn Jahren schon einmal Bestrebungen gehabt, sonnenreiche Gegenden in Afrika und im Nahen Osten energetisch für Deutschland zu erschließen – Desertec. Abgesehen davon, dass dieses Projekt damals nahezu kolonialen Charakter hatte und sicherlich einige Nummern zu groß war, kam es wohl auch zu früh. Heute ist klar, dass wir relativ rasch große Mengen an Wasserstoff insbesondere für unsere Industrie benötigen, um die nationalen Klimaschutzziele einhalten zu können. Dieser Wasserstoff muss als „grüner“ Wasserstoff mit erneuerbarem Strom hergestellt werden, und das bekommen wir in Deutschland meines Erachtens in diesen Mengen nicht hin, schon gar nicht so kostengünstig wie in sonnenreichen Ländern. Insofern unterstütze ich die politischen Sondierungen, in Afrika oder dem Nahen Osten entsprechende Projekte anzugehen. Dass dabei zunächst der eigene Energiebedarf der Länder berücksichtigt werden muss, versteht sich von selbst. Mir sind Projekte in diesen Ländern aber deutlich lieber als die absehbaren Angebote von „blauem“ Wasserstoff aus Norwegen oder Russland, die stets mit CCS-Lösungen verbunden sind.

Insbesondere Projekte in den Öl- und Gasexportländern am Persischen Golf könnten möglicherweise dortige Destabilisierungen auf Grund des Rückgangs fossiler Exporte abmildern und gleichzeitig einen Entwicklungsbeitrag leisten, wenn sie die Interessen der Länder ausreichend berücksichtigen. Parallel dazu jedoch sollten wir auch in Deutschland insbesondere dezentrale Wasserstoffprojekte fördern, die das Know How verbreitern und Gelegenheiten nutzen, Strom in Wasserstoff zu „speichern“, für den auf Grund von Netzrestriktionen oder Überschusssituationen keine unmittelbare Verwendung besteht. Das ist aber allein von den möglichen Mengen her keine Konkurrenz zu dem notwendigen Wasserstoffimport.

SOLARZEITALTER: In Deutschland sollen CO2-Emissionen auch im Nicht-ETS-Bereich einen Preis bekommen. Obwohl die Wirksamkeit des EU-Emissionsrechtehandels über Zertifikate umstritten ist und Zweifel bestehen, ob ein Zertifikatehandel überhaupt ausreichende Investitionen in klimafreundliche Technologien anregen kann, hat die Bundesregierung die Absicht, 2021 den bisherigen Emissionshandel auf die Bereiche Wärme und Mobilität auszuweiten. Was erwarten Sie von diesen Regelungen?

Uwe Leprich: Wenn Ökonomen über eine CO2-Bepreisung diskutieren, gewinnt man häufig den Eindruck, dies sei das alles entscheidende Instrument für den Klimaschutz. Lässt man diese naive Vorstellung einmal beiseite, wird man nicht abstreiten können, dass eine CO2-Bepreisung ab einer bestimmten Höhe eine unterstützende Wirkung beispielsweise von ordnungsrechtlichen Vorgaben oder gezielten Förderinstrumenten entwickeln kann. Nun hat sich die Bundesregierung bekanntlich nicht dazu durchringen können, die Höhe der künftigen Bepreisung so festzulegen, dass eine gewisse Lenkungswirkung erwartet werden kann – also ab 50 Euro/t aufwärts. Schlimmer jedoch ist die Entscheidung, nach einer anfänglich steuerähnlichen Lösung ab 2026 einen nationalen Emissionshandel für die Bereiche Gebäudewärme und Verkehr einzuführen, der den europäischen Emissionshandel ergänzen soll. Betroffen sind davon rund 4.000 Akteure („Inverkehrbringer“), also mehr als doppelt so viele wie bislang beim europäischen Emissionshandel (ca. 1.800 Anlagen).

Geschaffen werden soll also ein bürokratisches Ungetüm, das aller Voraussicht nach zwei unterschiedliche Preise für CO2 zusätzlich zum bestehenden börsennotierten CO2-Preis etablieren wird und wie alle Emissionshandelssysteme die Tür weit öffnen wird für Zockereien von Finanzakteuren, die nach immer neuen Systemen dieser Art lechzen. Kurzum: Der einzige Vorteil dieser Art von CO2-Bepreisung in Deutschland wird es sein, Geld einzusammeln für sinnvolle Klimaschutzaktivitäten und für die Finanzierung von einzelnen Umlagen (z.B. EEG-Umlage). Eine CO2-Steuer auf der Grundlage der bestehenden Energiesteuer wäre dafür jedoch die bessere Lösung gewesen, aber solange in Deutschland eine Art Steuerphobie gepflegt wird – und das in einem Land mit einer der niedrigsten Steuerquoten in der EU – wird man sich mit Ansätzen abfinden müssen, die tatsächlich von einer wirksamen Klimaschutzpolitik ablenken werden.

SOLARZEITALTER: Eine aktuelle Zusatzfrage: Im Rahmen der Energiewirtschaft entwickeln sich immer stärkere Proteste gegen den von der EU-Kommission bestätigten RWE-E.ON-Deal. In diesem Zusammenhang wird auch die Haltung der Bundesregierung kritisiert. Wie beurteilen Sie diesen Vorgang?

Uwe Leprich: Mich beunruhigt dieser Vorgang sehr stark, da das kartellrechtliche Instrumentarium bislang offensichtlich weder national noch auf EU-Ebene ausgereicht hat, diese erneute ungeheure Machtkonzentration im deutschen Stromsektor zu verhindern. E.ON hat nach dem Deal direkt und indirekt rund 40 % der Stromverteilernetze in Deutschland in seinem Besitz und kassiert dafür naturgemäß 40 % der gesamten Netzentgelte (mehr als 7 Mrd. €). Beim Stromvertrieb kontrolliert das Unternehmen ebenfalls fast 40 % aller Stromzähler und besitzt in vielen Regionen eine marktbeherrschende Stellung. Das macht es für die vielen kleinen Vertriebsunternehmen, die sich mit Beginn der Liberalisierung gegründet hatten, fast unmöglich, mit dieser schieren Übermacht auf Dauer zu konkurrieren. Das RWE rühmt sich nach dem Deal, nunmehr drittgrößter „Öko-Produzent“ Europas zu sein, mit Schwerpunkt Wind Offshore- und Onshore-Anlagen vorzugsweise außerhalb Deutschlands.

Sollte das RWE sich entscheiden, auch den deutschen Wind- und PV-Freiflächenmarkt „aufzurollen“, befürchte ich für viele mittelständische Investoren auch hier eine wettbewerblich verheerende Flurbereinigung. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass 20 Jahre nach Beginn der Liberalisierung des Stromsektors die Wettbewerbsbehörden einer kartellmäßigen Sektoraufteilung der beiden dominierenden deutschen Stromkonzerne nichts entgegensetzen und tatenlos zusehen, wie wichtige Errungenschaften der Liberalisierung (Akteursvielfalt, geringe Marktzutrittsschranken, Stärkung regionaler Wertschöpfung etc.) massiv gefährdet werden.

SOLARZEITALTER: Prof. Dr. Leprich, wir danken Ihnen herzlich für das Interview.

Das Gespräch führte Irm Scheer-Pontenagel, Herausgeberin SOLARZEITALTER.

 

 

Aktuelle Artikel aus dem Solarzeitalter

  • Editorial 2 - 2020

    „Politische Konzepte zur Mobilisierung EE müssen (deshalb) die volkswirtschaftlichen Vorteile in einzelwirtschaftliche Anreize übersetzen. Diese Vorteile – und damit die eigenen volkswirtschaftlichen Spielräume für einen Energiewechsel – gehen aber verloren, wenn EE aus anderen Ländern importiert würden, wo sie kostengünstiger produziert werden könnten.Volks- und regionalwirtschaftliche statt isolierter betriebswirtschaftlicher Kalkulationen müssen deshalb der Maßstab für Transformationsstrategien sein.“

    Hermann Scheer (1944 – 2010)

  • Interview mit Uwe Leprich

    Interview erschienen im Solarzeitalter 2 - 2020

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  • Energiewende am Wendepunkt? Die EEG-Novelle 2021

    Beitrag von Nina Scheer, MdB, erschienen im Solarzeitalter 2 - 2020

    Mit der unter Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier entstandenen Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes wird die Energiewende an einen Wendepunkt gestellt: Geht der Gesetzentwurf in seiner vom Bundeskabinett verabschiedeten Form durch, wird ab 2021 der schleichende Ausstieg aus der Energiewende eingeleitet. (Ab) 2021 wird dann mehr installierte Leistung verloren gehen, als ausgebaut wird. In diesem Sinne bedarf es umfangreicher Änderungen, für die sich die SPD Fraktion im Parlamentarischen Verfahren einsetzt.

  • CCS - Carbon Capture and Storage: Aber wohin mit dem CO2?

    Artikel von Ulf Bossel, gekürzt erschienen im Solarzeitalter 2 - 2020

    Mit den drei Buchstaben CCS soll die Energiewelt verändert werden [1, 2, 3, 4]. „Carbon Capture and Storage“ beherrscht die Diskussion zur zukünftigen Stromversorgung mit Kohle. Würde das bei der Kohleverbrennung entstehende Kohlendioxid vom Rauchgas getrennt und entsorgt, würde Kohle zu einem sauberen Energieträger – so das Wunschdenken. Von „clean coal“ ist die Rede, von der Nachrüstung aller Kohlekraftwerke mit CO2-Abscheidern, vom sauberen Kohlestrom für die nächsten Generationen und, wie sollte es anders sein, von riesigen Investitionen in eine "nachhaltige" Zukunft.

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