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EUROSOLAR zum Kohlegipfel: So sieht kein vernünftiger Kohleausstieg aus

Bonn, 16.01.2019 - Die europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien, EUROSOLAR e.V., zeigt sich unzufrieden mit dem Ergebnis des sogenannten Kohlegipfels der Bundesregierung. "Das Ergebnis des Kohlegipfels fällt leider hinter das Ergebnis der Kohlekommission zurück, in der vor einem Jahr mühsam ein Konsens gefunden schien", erklärt Vizepräsident Stephan Grüger. "Vor allem ist es einigermaßen absurd, den Ausstieg aus der Kohleverstromung mit der Eröffnung eines neuen Kohlekraftwerkes (Datteln 4) zu beginnen", so Grüger weiter.

Zwar wäre es schön, dass der Hambacher Forst nun offensichtlich endgültig gerettet ist. Im krassen Widerspruch dazu stehe aber die Planung, noch fünf weitere Dörfer auszulöschen, um die unter diesen Dörfern liegende Braunkohle zu fördern. "Gerade die Enteignungen und Zerstörungen im Zusammenhang mit dem Braunkohletagebau haben vor dem Hintergrund des Kohleausstiegs, aber auch vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung der Erneuerbaren Energien keinerlei Legitimität mehr", unterstreicht der Vizepräsident von EUROSOLAR. Erkennbar sei auch die Tendenz, die meisten Ausstiegsschritte möglichst weit in die Zukunft zu verlegen. Dies werde in der Zukunft zu Verwerfungen und zu Diskussionen über eine Verlängerung des Kohleausstiegs führen. Der Hauptkritikpunkt ist für EUROSOLAR allerdings das Fehlen eines Planes, wie der Kohlestrom durch Erneuerbare Energien ersetzt werden soll. "Wenn die Bundesregierung beschließt, bis 2050 80 Prozent Strom aus Erneuerbaren Energien haben zu wollen, ist damit nicht eine neue Windkraftanlage und auch keine neue Solaranlage gebaut worden. Der Zubau an Windkraftanlagen wurde wider besseren Wissen und gegen die Warnungen von EUROSOLAR nahezu komplett abgewürgt. So ist kein vernünftiger Kohleausstieg machbar", so Grüger abschließend.