• Solapreise 2019
    Bewerbungsphase
    geöffnet

    Deutscher und
    Europäischer
    Solarpreis 2019

  • Call for Abstracts: IRES2019
    Call for Abstracts
    13th International
    Renewable Energy
    Storage Conference

  • ESP
    Europäischer
    Solarpreis
    2018
    in Bonn
    verliehen

  • Solarpreise 2018
    Deutscher
    Solarpreis
    2018

    in Bonn
    verliehen

Unabhängig. Kritisch. Gemeinnützig.

Wir arbeiten für die schnelle und vollständige Ablösung atomarer und fossiler Energien durch Erneuerbare Energien. Unterstützen Sie unsere Stimme für eine dynamische und dezentrale Energiewende mit Ihrer Mitgliedschaft.

Stadtwerke sind bereit für dezentrale Energiewende, Regierung muss endlich nachziehen

Das Fazit der 12. EUROSOLAR-Konferenz „Stadtwerke mit Erneuerbaren Energien“, die am 15. und 16. Mai in Nürnberg stattgefunden hat, war eindeutig: Die Regierung muss die richtigen Rahmenbedingungen für die Stadtwerke schaffen. Gemeinsam mit der N-ERGIE Aktiengesellschaft und der Kompetenzinitiative ENERGIEregion Nürnberg e.V. wurden das Potenzial und die Herausforderungen für kommunale Stadtwerke als entscheidende Akteure einer innovativen, dezentralen und erneuerbaren Energieversorgung in den Fokus genommen.

2018 05 15 cf StWEnergie412

Konferenzbroschüre (PDF)
Impressionen
Pressemitteilung 

Dienstag, 15. Mai 2018

Der erste Konferenztag wurde mit Grußworten von Rainer Kleedörfer (Prokurist bei der N-ERGIE Aktiengesellschaft) und Margit Conrad (StM a.D. und Vorstand von EUROSOLAR Deutschland) eröffnet, die die rund 100 Fachbesucher aus der gesamten Bundesrepublik in Nürnberg willkommen hießen.

In seiner Einführung hob Dr. Michael Fraas (Vorstandsvorsitzender der ENERGIEregion Nürnberg und Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg) die bedeutende Rolle der lokalen Energieversorgungsunternehmen in der Metropolregion Nürnberg heraus: „Die Stadtwerke in der Region sind Treiber des nachhaltigen Umbaus unserer Energieversorgungsstrukturen. Sie ermöglichen intelligente, dezentrale Energielösungen.“

EUROSOLAR-Vizepräsident Dr. Fabio Longo stellte daraufhin die von EUROSOLAR seit Langem eingeforderte Neue Energiemarktordnung (NEMO) vor. Er betonte dabei, dass die kommunalen, mittelständischen und bürgerschaftlichen Akteure eine effiziente, kostengünstige und schnelle Energiewende nur dann gestalten können, wenn verlässliche und zukunftsfähige Rahmenbedingungen geschaffen würden, die eine klare Ausrichtung auf 100 % Erneuerbare Energien in konvergenten Märkten für Strom, Wärme und Verkehr zum Inhalt hätten.

Im Rahmen der anschließenden Podiumsdiskussion wurde die Frage diskutiert: „Wie gelingt eine echte Energiewende?“ Konsens bestand weitgehend darin, dass die Energiewende zum Großteil in den Verteilnetzen stattfindet und diesen eine bedeutendere Rolle bei der Netzausbauplanung zukommen müsse. Inwieweit ein zusätzlicher Ausbau der Übertragungsnetze erforderlich sei, wurde heftig diskutiert. Die lebhafte Debatte machte zudem deutlich, dass die größte Hürde für die Umsetzung neuer Geschäftsmodelle von Stadtwerken und Verteilnetzbetreibern immer noch unzeitgemäße gesetzliche Rahmenbedingungen darstellen.

2018 05 15 cf StWEnergie190

Nach der Mittagspause ging Rainer Stock (Bereichsleiter Netzwirtschaft beim VKU e.V.) in seinem Impulsvortrag auf die neue Rolle der Verteilnetzbetreiber in einem nachhaltigen und dezentralen Energiesystem ein und forderte mehr Systemverantwortung für diese. Nur die Verteilnetzbetreiber verfügten über die nötigen Kenntnisse der Komplexität vor Ort sowie über die Wirkweisen (Sensitivität) der Maßnahmen, um einen effizienten Einsatz netzdienlicher Flexibilitätsoptionen zu ermöglichen. Er machte aber auch deutlich, dass die Übertragungsnetzbetreiber ihre Machtposition nicht so einfach aufgeben würden. Mit dem Argument „Systemstabilität“ und unter dem Schlagwort „Datentransparenz“ forderten sie neue Zu- und Durchgriffsrechte auf EE-Anlagen, auch im Verteilnetz.

Darauf aufbauend erläuterte Frank Sailer (Leiter Energieanlagen- und Infrastrukturrecht bei der Stiftung Umweltenergierecht) die rechtlichen Rahmenbedingungen für Verteilnetzbetreiber auf EU- und Bundesebene. Dr. Stefan Nykamp (Leiter des Innovationsmanagements bei der Westnetz GmbH) ging in seinem Vortrag auf lokale und regionale Energiezellen ein und stellte fest: „Energiezellen entfalten ihren Nutzen erst mit Wirkung und Interaktion durch smarte Verteilnetze“. Zum Abschluss des Themenblocks stellte Ingo Sigert (Referent strategische Unternehmensentwicklung bei der N-ERGIE Aktiengesellschaft) in einem praxisbezogenen Beitrag das SWARM-Projekt der N-ERGIE vor. Der virtuelle Speicher leistet durch die intelligente Vernetzung von vielen dezentralen Hausspeichern einen Beitrag zur Stabilisierung des Stromnetzes und ermöglicht zugleich neue Ertragsmöglichkeiten für private Eigenheimbesitzer.

Am Nachmittag wurden unter der Überschrift „Konvergenz der Energiemärkte“ smarte Technologien in den Fokus gerückt, mit denen die Sektorenkopplung realisiert werden kann. Dr. Jens Hauch (Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der ENERGIEregion Nürnberg e.V.) präsentierte am Beispiel Nürnberg die Stadt als Energiesystem. Er kam zu dem Schluss, dass die Potenziale für Sektorenkopplung in Nürnberg sehr hoch seien, aber eine Selbstversorgung mit 100 % Erneuerbaren Energien nur unter Einbeziehung des Umlands zu realisieren sei. Im Anschluss wies Karlheinz Ronge (Abteilungsleiter Vernetzte Systeme und Anwendungen vom Fraunhofer IIS) in seinem Vortrag zur IT-Sicherheit darauf hin, dass die Digitalisierung zugleich Fluch und Segen für die Energiewirtschaft darstelle: „Die Anforderungen an die IT-Sicherheit werden durch zunehmende Vernetzung der Sektoren steigen“. Abschließend stellte Marina Braun (Projektentwicklerin für urbane Quartierskonzepte bei der NATURSTROM AG) praxisbezogene Beispiele für die intelligente Sektorenkopplung im Quartier vor.

Auf Einladung der N-ERGIE Aktiengesellschaft und der ENERGIEregion Nürnberg e.V. wurde dem Publikum nach dem inhaltlichen Programm des ersten Tages eine historische Stadtführung durch die Nürnberger Altstadt geboten. Bei einem gemeinsamen Abendessen konnten die Gäste den Tag gemütlich ausklingen lassen.

Mittwoch, 16. Mai 2018

Der zweite Konferenztag startete mit Beiträgen zu einer nachhaltigen Verkehrswende und zu Potenzialen für Kommunalversorger als Mobilitätsdienstleister. Prof. Dr. Andreas Knie (Geschäftsführer der InnoZ GmbH) führte in seinem Impulsvortrag dem Publikum vor Augen, dass die Mobilitätswende vom Gesetzgeber und der etablierten Automobilindustrie nicht gewollt sei und aktuell in Deutschland auch nicht stattfinde. Die E-Mobilität sei auf dem Rückzug, der Individualverkehr steige. „Jeden Tag werden in Deutschland neue Verkehrsflächen in der Größe von 70 Fußballfeldern erschlossen“, so Knie. Das Regelwerk bestimme die Märkte und beeinträchtige die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle in der Sektorenkopplung. Er folgerte daraus: „Erfolgreiche Transformationen von komplexen Mobilitäts- und Energiesystemen brauchen regulatorische Freiräume“. Knie forderte reale Experimentierräume, damit neue Kompatibilitäten im Alltag geschaffen werden können, wie z.B. das Erlernen neuer Mobilitätsrouten.

Dass man die Hoffnung noch nicht ganz aufgeben sollte, machte Matthias Röhrig (Leiter Elektromobilität bei enercity) in seinem Vortrag deutlich, indem er erfolgreiche Geschäftsmodelle für Stadtwerke mit Mobilitätsprodukten vorstellte. „Elektromobilität bietet Energieversorgern große Chancen im Markt und ist prädestiniert einen Beitrag zur Systemstabilität zu leisten“, so Röhrig. Allerdings forderte auch er eine Anpassung des gesetzlichen Rahmens, welcher durch zu viele Auflagen die Entwicklung behindere. In weiteren Beiträgen wurden von Mona Kappel (Geschäftsentwicklerin bei The Mobility House GmbH) und von Markus Rützel (Geschäftsführer der solid GmbH und des Ladeverbunds Franken +) aktuelle Herausforderungen bei der Elektrifizierung von Flotten und bei dem Aufbau einer Ladeinfrastruktur erläutert und diskutiert.

2018 05 15 cf StWEnergie352

In dem abschließenden Themenblock stellten die Referentinnen und Referenten Erfahrungen und Strategien für den dezentralen Ausbau Erneuerbarer Energien unter den aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen vor. Hanno Brühl (Bereichsleiter Energie und Innovation bei den Stadtwerken Tübingen GmbH) erläuterte Potenziale und Hemmnisse des Windkraftausbaus in verschiedenen Kooperationsformen. Er folgerte aus seinen Ausführungen: „Regionale Kooperationen schaffen Akzeptanz vor Ort, brauchen aber die Unterstützung des Gesetzgebers“. Konkret forderte er die Bevorzugung von Stadtwerken und Bürgerenergiegenossenschaften bei der Vergabe von Flächen, die Öffnung des EEG-Deckels, die Lokalisierung von EEG-Ausschreibungsmengen sowie die Einführung einer De-Minimis-Regelung (bspw. bis 10 MW). Die zukünftige Bedeutung regelbarer Erzeuger und wie man durch die Flexibilisierung von KWK-Anlagen neue Ertragspotenziale erzielen kann, zeigte Uwe Welteke-Fabricius (Sprecher des Netzwerks der Fl(ex)perten) dem Publikum. Steffen Kühner vom EM Energiemanagement kritisierte im Anschluss den hohen bürokratischen Aufwand bei der Realisierung von Mieterstromprojekten und forderte: „Dem Mieterstrommodell muss die Komplexität genommen werden.“

In seinem Fazit fasste Dr. Axel Berg (Vorsitzender des Vorstands von EUROSOLAR Deutschland) die beiden Konferenztage noch einmal zusammen und kam zu dem Schluss, dass bestehende veraltete Gesetze und Normen immer noch die größten Hürden für die dezentrale Energiewende seien. „Je erfolgreicher die Energiewende, desto größer auch die Widerstände“, so Berg. Die Vorträge und Diskussionen hätten aber auch gezeigt, dass wirtschaftliche Potenziale, Wille und Technik vorhanden seien. Stadtwerke und andere dezentrale Akteure müssten jetzt mehr denn je weiter voranschreiten und ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen – auch ohne die Unterstützung des Gesetzgebers.

 

Termine

12.-14. März 2019

IRES/ESE 2019

International Renewable Energy Storage Conferece + Energy Storage Europe, Messe Düsseldorf

15.-16. Mai 2019

Stadtwerkekonferenz

13. EUROSOLAR-Konferenz "Stadtwerke mit Erneuerbaren Energien" in Marburg

Herbst 2019

DSP 2019

Verleihung des Deutschen Solarpreises

Herbst 2019

IRES-SYMPOSIUM

IRES-SYMPOSIUM in Berlin

Herbst 2019

ESP 2019

Verleihung des Europäischen Solarpreises

Twitter

Resolution der Mitgliederversammlung

Resolution der Mitgliederversammlung 2017

"Die Energiewende ist die zivilisatorische Herausforderung für die nächste Bundesregierung "

Resolution der Mitgliederversammlung der deutschen Sektion von EUROSOLAR am 02. Dezember 2017 Die nächste Bundesregierung trägt die Verantwortung dafür, den energiepolitischen Schlingerkurs der letzten Jahre zu beenden und endlich klare, verlässliche und unbürokratische Rahmenbedingungen zu schaffen, und die Versäumnisse der Vergangenheit aufzuarbeiten. Sie muss dafür Sorge tragen, dass die Energieversorgung Deutschlands schnell, kostengünstig und vollständig auf 100 % Erneuerbare Energien umgestellt werden kann. Dieser Wechsel ist technisch möglich, ökonomisch sinnvoll, gesellschaftlich geboten und mit einem reparierten Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sowie einer Neuen Energiemarktordnung realisierbar.

Lesen Sie die gesamte Resolution

Aktuelle Artikel aus dem Solarzeitalter

  • Editorial 04-2018

    Editorial von Irm Scheer-Pontenagel, erschienen im Solarzeitalter 04/2018

    „Zwar können bei Kosten- und Preisvorteilen erneuerbarer Energien ab einem bestimmten Zeitpunkt die Garantievergütungen entfallen, aber nicht die Vorrangstellung, die den bleibenden höheren gesellschaftlichen Wert erneuerbarer Energien markiert.“

    Hermann Scheer (1944 – 2010)

  • Neujahrsgruß 2019

    Die Zeit der Verwirklichung ist da: das Jahr der regenerativen Resilienz

    Artikel von Peter Droege, erschienen im Solarzeitalter 04-2018

    2018 war ein überaus aktives Jahr für uns, mit vielen Programmen und Veranstaltungen, viele in unserem heimatlichen Bonn, in Berlin – und in zahlreichen Städten und Regionen unserer Sektionen. Es war ein Jahr der Erneuerung, Stärkung und Vorbereitung.

  • „Wir brauchen Bürgerenergie in großem Maßstab“

    Interview mit Volker Quaschning, erschienen im Solarzeitalter 04-2018

    Die Diskussion um neue Trassenführungen im Rahmen der Energiewende mit Erneuerbaren Energien (EE) wird so lange geführt werden wie die Annahme vorherrscht, Überschuss-Strom aus dem Norden müsse – wegen der Aufgabe von Atomkraftnutzung – in den Süden transportiert werden.

  • 2019: Zehn Jahre IRENA

    Eine kurze Chronologie „The long Road to IRENA“, erschienen im Solarzeitalter 04-2018

    Am 26. Januar 2019 jährt sich die Gründung der International Renewable Energy Agency (IRENA) zum zehnten Mal. Hermann Scheer hatte sich seit Anfang der 1990er Jahre kontinuierlich und unermüdlich für die Gründung einer solchen Agentur als Gegenpol zur Internationalen Energieagentur (IEA) stark gemacht.