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40 Jahre Nuklearkatastrophe von Tschernobyl – Nur dezentralen Erneuerbare Energien machen resilient und unabhängig

Zum 40. Jahrestag der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl erklärt der Präsident der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien – EUSOSOLAR e.V., Stephan Grüger:

„Wer heute wieder für die Atomkraft trommelt, hat aus der Nuklearkatastrohe von Tschernobyl nichts gelernt. Der Super-GAU hat die europäische Geschichte verändert und wirkt bis heute nach. Die Vertuschungsversuche und die falschen Schuldzuschreibungen durch die Regierung und die Behörden der UdSSR haben deren Niedergang und Zerfall beschleunigt. Heute ist die Ukraine, auf deren Territorium Tschernobyl liegt, ein souveräner Staat, der seit Jahren von Russland mit Krieg überzogen wird. Die EU versucht daher, dass Erpressungspotenzial Russlands gegenüber den Mitgliedsstaaten der EU zu reduzieren. Europas Atomkraftwerke sind aber zum großen Teil von Uran-Importen aus Russland und vom russischen Staatskonzern Rosatom abhängig. Rund 40 Prozent des von der EU importierten Urans stammen aus Russland und aus dem mit Russland verbündeten Kasachstan. In Osteuropa sind 18 Atomkraftwerke sogar zu 100 Prozent von russischen Brennelementlieferungen abhängig. In der EU wird kein Uran gefördert. Vor diesen Hintergrund ist es absurd, dass die EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen von Energieunabhängigkeit durch Atomkraft fabuliert, zumal die Kosten neuer Atomkraftwerke sehr viel höher sind, als die Stromerzeugung auf der Basis nahezu aller anderen Energieträger, besonders der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien. Atomkraft ist nicht nur für die Gesundheit der Menschen gefährlich, sondern auch für die Wirtschaft, Energiesicherheit und Unabhängigkeit der EU und ganz besonders Deutschlands. Der 40. Jahrestag des Super-GAU in Tschernobyl mahnt uns – genauso wie die steigenden Preise von Öl und Erdgas –  den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu beschleunigen, um in Europa unabhängig von Uranimporten und fossilen Energien zu werden.“