Das fossile Energiesystem kommt ins  Wanken –
Wir müssen schnell den Umstieg  zu heimischen Erneuerbaren schaffen

Der jüngste Konflikt im Nahen Osten hat mit der faktischen Sperrung der Straße von Hormus –
einer der wichtigsten globalen Transportwege für Öl und Flüssiggas – die Preise für die fossilen
Energieträger Öl und Gas in die Höhe getrieben und führt uns erneut vor Augen, wie abhängig
wir von unsicheren Energieimporten sind.

Diese Abhängigkeit ist nicht nur teuer, sondern macht unser Land in geopolitisch angespannten Zeiten verwundbar. Jedes Ereignis im Ausland, jeder Krisenmoment auf dem Öl- oder Gasmarkt trifft unsere Volkswirtschaft unmittelbar. Milliarden fließen Jahr für Jahr ab, weil wir unsere Energieversorgung weiterhin auf Ressourcen stützen, die  politisch, wirtschaftlich und sicherheitlich instabil sind. Es ist Zeit für eine grundlegende  Kurskorrektur.

Erneuerbare Energien sind Sicherheitspolitik

Windkraft, Solarenergie, Speicher, Wärmepumpen und Elektromobilität schaffen Unabhängigkeit von fossilen Importen und machen unser Land widerstandsfähiger gegen globale Erschütterungen. Jede Anlage, die hier im Land entsteht, mindert das Risiko neuer Preisschocks und stärkt die wirtschaftliche Planungssicherheit. Die Ereignisse der letzten Jahre – ob im Krieg Russlands gegen die Ukraine oder im Irankrieg – haben deutlich gezeigt: Energiepolitik ist längst zu einer der zentralen Fragen nationaler Sicherheit geworden. Wer die Abhängigkeit von fossilen Importen reduziert, stärkt Wohlstand, Stabilität und Souveränität. Regionen, die bereits konsequent auf erneuerbare Energien gesetzt haben, beweisen es: Die Kombination aus Wind- und Solarenergie schafft nicht nur Klimaschutz, sondern auch Energiesouveränität und ökonomische Resilienz.

Deshalb muss jede energiepolitische Entscheidung, die jetzt ansteht, einem klaren Ziel dienen: Unser Land unabhängiger, sicherer und zukunftsfester zu machen.

Fossile Energiekrise

Der Ausweg aus der fossilen Energiekrise ist bekannt – nun braucht es entschlossenes Handeln. Erneuerbare Energien sind nicht nur ein Klimaprojekt, sondern die zentrale Infrastruktur für Autonomie, Stabilität und geopolitische Selbstbestimmung. Jeder weitere Verzug verlängert unsere Abhängigkeit von Krisenregionen und von einem Energiemarkt, der uns nichts als Unsicherheit und steigende Kosten beschert.

Doch genau in die entgegengesetzte Richtung läuft die Politik von Bundeswirtschaftsministerin Reiche. Die Vorschläge für ein Netzpaket und eine EEG-Novelle wären ein Rückschritt um Jahre: Sie würden den Ausbau Erneuerbarer Energien dramatisch ausbremsen, weil kein Finanzierer mehr Kredite für Wind- oder Solarprojekte vergeben könnte. Ein Markt, in dem Investitionen nicht mehr planbar sind, kommt zum Stillstand – und mit ihm die Energiewende.

Wer ein dauerhaft kostengünstiges, resilientes Energiesystem will, muss endlich anerkennen: Die im Stromsystem längst dominierenden Erneuerbaren müssen auch systemsetzend werden. Das bedeutet, dass sich die Energiemarktordnung an den Bedürfnissen eines erneuerbaren Systems orientieren muss – nicht umgekehrt. Das aktuelle Netzpaket aber würde die Kontrolle einseitig bei den Netzbetreibern zementieren. Ihnen allein die Entscheidung über Tempo, Umfang und Richtung des Ausbaus zu überlassen, ist energiewirtschaftlich kurzsichtig und sicherheitspolitisch riskant. Es ist logisch und notwendig, dass ein erneuerbares Energiesystem nur dann funktioniert, wenn alle Akteure – EE-Anlagenbetreiber, Netzbetreiber, Speicheranbieter, kommunale Bürgerenergie, Projektentwickler und Finanzierer – verlässlich zusammenwirken können. Eine Politik, die einzelnen Akteuren Anreize gibt, nicht mehr in die Infrastruktur der Zukunft zu investieren, und andere strukturell schwächt, gefährdet nicht nur die Energiewende, sondern verlängert die fossile Sackgasse, aus der wir herausfinden müssen.

Dezentrale Erneuerbare Energiesouveränität

Für das Gelingen der Energiewende kommt es entscheidend darauf an, die dezentral erzeugten Erneuerbaren Energien mit den ebenso dezentral verankerten Netzbetreibern – insbesondere Stadtwerken und Regionalversorgern – strategisch zusammenzuführen. Beide Akteure können auf die gleichen Ziele ausgerichtet werden: eine sichere, bezahlbare und regional verankerte Energieversorgung auf Basis von Erneuerbaren, einer dezentral robusten und intelligenten Netzinfrastruktur mit Speichern und bidirektionalen Fähigkeiten von Elektromobilen. Doch eine traditionell an zentralistischen Strukturen orientierte Regulierung hat die Interessen der dezentralen Netzbetreiber künstlich von denen der dezentralen EE-Anlagenbetreibern getrennt und durch Fehlanreize und Überregulierung teils sogar gegeneinander gestellt. Jetzt braucht es eine grundlegende Reform der Energiemarktordnung, damit die Investitionen in Erneuerbare Energien, Netzausbau und Speichertechnologien aus einem Guss realisiert werden können – gerade auch von kommunalen Energieversorgern. Nur wenn Erzeugung und Netzbetrieb vor Ort zusammenwirken, kann die Energiewende zum Erfolg werden. Nur wenn wir jetzt den Mut haben, die Weichen klar in Richtung Erneuerbare zu stellen, schaffen wir ein Energiesystem, das sicher, günstig und souverän ist – und damit die fossile Energiekrise ein für alle Mal hinter uns lässt.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein Frohes Osterfest!

Stephan Grüger, MdL, Präsident von EUROSOLAR

Möchten Sie Mitglied bei EUROSOLAR werden oder das SOLARZEITALTER abonnieren, schreiben Sie uns bitte auf info@eurosolar.org

Heizungsgesetz und Netzpaket:
Rückschritt für Energiewende und Klimaschutz

EUROSOLAR e.V. kritisiert die geplante Reform des Gebäudeenergiegesetzes („Heizungsgesetz“) sowie den Referentenentwurf zum Netzpaket scharf. Beide Vorhaben bedeuten einen gravierenden Rückschritt für die Energiewende.

Die Abkehr von verbindlichen Vorgaben für erneuerbare Heizsysteme öffnet fossilen Technologien weiter die Tür. Unter dem Deckmantel der „Technologieoffenheit“ werden notwendige Investitionen in erneuerbare Lösungen verzögert und Bürgerinnen und Bürger in neue Kostenfallen geführt. Steigende Preise für Öl und Gas werden langfristig erhebliche volkswirtschaftliche Schäden verursachen – zulasten der Haushalte.

Auch der Netzpaket-Entwurf schwächt zentrale Prinzipien der Energiewende. Der Anschluss- und Einspeisevorrang für Erneuerbare Energien wird faktisch ausgehöhlt. Das gefährdet Investitionen in Wind- und Solarprojekte und bremst den dringend benötigten Ausbau.

EUROSOLAR warnt: Mit diesen Entscheidungen werden nicht nur die Klimaziele aufgegeben. Deutschland riskiert erneut wachsende geopolitische Abhängigkeiten von fossilen Energieträgern. Eine zukunftsfähige Energiepolitik sieht anders aus.

EUROSOLAR fordert eine klare Priorisierung von Klimaschutz und Erneuerbaren Energien
und einen konsequenten Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor den Risiken fossiler Abhängigkeiten.

Deutscher und Europäischer Solarpreis 2025

Mit dem Deutschen Solarpreis und dem Europäischen Solarpreis, der bereits seit 1994 jährilich vergeben wird, wurden bereits hunderte Preistragende für ihre außergewöhnlichen Leistungen und bedeutenden Beiträge zur Nutzung und zum Ausbau der Erneuerbaren Energien mit der renommierten Auszeichnung gewürdigt. Mit der Preisverleihung werden Vorbilder und Wegbereiter in das Licht der breiten Öffentlichkeit gerückt und neue Impulse für eine dezentrale, bürgernahe und regenerative Energiewende gegeben.

Am 17. Oktober 2025 wurden im TechHub.K67 in Düsseldorf die Preistragende des Deutschen und Europäischen Solarpreises erstmals in einer gemeinsamen feierlichen Veranstaltung geehrt. Detaillierte Informationen zu den Preistragende finden Sie in unserer Würdigungsbroschüre.

Rasantes weltweites Wachstum der Erneuerbaren Energien als kostengünstigste Energiequelle

Ein Jahrzehnt nach der Verabschiedung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung haben die Vereinten Nationen am 14. Juli 2025 die zehnte Ausgabe ihres jährlichen Fortschrittsberichts „The Sustainable Development Goals Report 2025“ veröffentlicht. Der Bericht enthält Bewertungen und Handlungsaufrufe für alle 17 Nachhaltigkeitszielen der Agenda 2030 der Vereinten Nationen (UNO), so auch für das Nachhaltigkeitsziel Nummer 7 „Erschwingliche und saubere Energie“.



Neuer EUROSOLAR Vorstand

Unsere europäische Delegiertenversammlung hat einen neuen Vorstand gewählt. Zum neuen Präsidenten wurde Stephan Grüger (auf dem Foto vorn rechts) einstimmig gewählt.



Preisverleihung Deutscher und Europäischer Solarpreis 2025

Am 17. Oktober 2025 fand die feierliche Verleihung des Deutschen und Europäischen Solarpreises 2025 im TechHub.K67 statt. Den Teilnehmenden der Veranstaltung in Düsseldorf wurden inspirierende Projekte aus Deutschland und Europa vorgestellt, die die…

Batteriespeicher statt neuer Gaskraftwerke

EUROSOLAR kritisiert Ausschreibungspläne des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) und fordert konsequente Förderung von Speichern für ein erneuerbares Energiesystem Die deutsche Sektion von EUROSOLAR e.V. lehnt die Pläne des BMWE ab, Ausschreibungen…

Weitere Neuigkeiten


Liebe Freundinnen und Freunde von EUROSOLAR,

seit über 30 Jahren ebnet EUROSOLAR den Weg ins solare Zeitalter und versteht sich als unabhängige Stimme, damit der Übergang zu Erneuerbaren Energien bürgernah und dezentral gelingt. Dabei agieren wir seit jeher unabhängig von Parteien, Unternehmen und Institutionen. Als gemeinnütziger Verein leben wir von Spenden und Mitgliedschaften. Nur so können wir weiterhin wichtige Impulse geben und an unseren Veranstaltungen wie den Verleihungen der Solarpreise und unseren Konferenzen festhalten. Eine Mitgliedschaft ist bereits ab 65€ pro Jahr möglich (und nur 25€ für Personen bis 27 Jahre). Gerade heute ist die Stimme von EUROSOLAR wichtig wie nie zuvor. Wir sind dankbar für Ihre Unterstützung!

Wie viel möchten Sie spenden?

Sollte diese Spende wiederkehrend sein?

Weitere Spendemöglichkeiten


Über EUROSOLAR

Unabhängig von Parteien, Institutionen, Unternehmen und Interessengruppen  erarbeitet und stimuliert EUROSOLAR seit 1988 politische und wirtschaftliche Handlungsentwürfe und Konzeptionen zur Einführung Erneuerbarer Energien.

EUROSOLAR vertritt das Ziel, nicht-erneuerbare Ressourcen schnell und vollständig durch Erneuerbare Energie zu ersetzen und sieht in einer erneuerbaren Energieversorgung die entscheidende Voraussetzung für die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen und für eine dauerhafte Wirtschaftsweise. 


Regenerative Dekade – 100 % Erneuerbare Energien

EUROSOLAR stellt einen 10-Punkte Plan auf, wie die Regenerative Dekade mit 100 % Erneuerbaren Energien gelingen kann. EUROSOLAR fordert in diesem eine Verschärfung des Europäischen Green Deals, eine Klimaneutralität hin zu 100% Erneuerbaren Energien, karbonsequestrierender Landwirtschaft, Aufforstung mit dürreresistenten Wäldern und die Umwidmung der europäischen Kreislaufwirtschaftsrichtlinien in wirtschaftsweite Karbonsequestrierungsregelungen. Das Ziel muss ein klimapositives, emissionsnegatives Europa bis zum Jahr 2030 sein.


Aktuelle Artikel aus unserer Zeitschrift SOLARZEITALTER

Statistik der Energiewende – Wo stehen wir?

Ralf Bischof „Alle große politische Aktion besteht in dem Aussprechen dessen, was ist, und beginnt damit. // Alle politische Kleingeisterei besteht in dem Verschweigen und Bemänteln dessen, was ist.” Ferdinand Lassalle, 1862 „You must look at facts because they…

Kommunale Wärmeplanung: Fernwärme und Wärmepumpe

In vielen Städten gibt es die Diskussion, in welchem Umfang die Fernwärmeversorgung ausgebaut werden soll. Aus den „goldenen“ Zeiten der Erdgasversorgung halten sich noch viele Vorurteile gegen die Fernwärme hinsichtlich hoher Kosten. Da die Erdgasversorgung perspektivisch ihrem Ende zugeht,…

Solarinfarkt und Gasheizungsboom?

von Ralf Bischof, erschienen im SOLARZEITALTER 2-2024 Das tägliche Bombardement von Meldungen aus Medien und sogenannten sozialen Netzwerken lässt nicht wenige Zeitgenossen immer öfter ratlos zurück. Droht der Solarinfarkt durch ungesteuerte Solarstromanlagen? Werden private PV-Anlagen bei immer mehr Stunden…

BürgerSolarBeratung. Für alle. Überall.

von Daniel Bannasch, erschienen im SOLARZEITALTER 2-2024 MetropolSolar hat seit 2021 durch Schulungen bundesweit rund 60 BürgerSolarBerater-Gruppen auf den Weg gebracht. Sie leisten mit qualifizierter ehrenamtlicher Beratung einen wichtigen Beitrag zur Transformation des Energiesystems vor Ort. 2025 soll das…